Neue Lebensperspektive

15 auf einen Streich: Junge Flüchtlinge beginnen Lehre

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Das ist keine traditionelle Schulentlassfeier, sondern eine Premiere: 15 junge Flüchtlinge haben das Programm „Sprint Dual“ durchlaufen und einen Ausbildungsplatz gefunden. Darüber freuen sich Klassenlehrerin Elke Stell und Teamleiterin Brigitte Greve-Siemers (1.u.2.v.l.) sowie BBS-Direktor Horst Burghardt und Lehrer Dennis Soller (1.u.2.v.r.).

Syke - Von Anke Seidel. Bäcker, Krankenpfleger, Friseur oder Tischler, medizinische Fachangestellte, Elektriker oder Maurer – Berufe, in denen gleich 15 junge Flüchtlinge eine neue Lebensperspektive finden. Alle haben einen Ausbildungsplatz, nachdem sie über das Programm „Sprint Dual“ ein einjähriges Praktikum und Sprachunterricht an der BBS Europaschule absolviert hatten.

Die Freude darüber war bei der festlichen Abschlussveranstaltung ebenso groß wie die Anerkennung für diese Leistung junger Menschen, die aus völlig anderen Kulturkreisen kommen. BBS-Schulleiter Horst Burghardt hatte große Zweifel, ob er selbst so schnell die arabische Sprache hätte lernen können wie die jungen Flüchtlinge die deutsche. „Das ist eine tolle Leistung. Ihr könnt sehr stolz auf Euch sein!“, sagte der BBS-Direktor.

Flucht aus der Heimat vor Terror, Krieg und Tod – ungewollter Neustart in einem völlig fremden Land: Dass sich die jungen Flüchtlinge diese leidvolle Erfahrung nicht selbst ausgesucht hatten, stellte eine Musikgruppe des Vereins „Intakt“ mit Jugendlichen aus verschiedenen Ländern klar. „Jetzt oder nie – es kann jedem passieren“, lautete der Titel ihres Liedes, das die Unberechenbarkeit menschlicher Schicksale beschrieb.

Als Teamleiterin für die Sprachförderklassen freute sich Brigitte Greve-Siemers gleich doppelt. Denn zum einen hatten insgesamt 17 junge Flüchtlinge das Programm „Sprint Dual“ so erfolgreich absolviert, dass allen ein Ausbildungsplatz angeboten worden war (zwei hatten sich jedoch für den Besuch einer weiterführenden Schule entschieden). Zum anderen hatten 24 junge Flüchtlinge die Anforderungen des deutschen Sprachdiploms gemeistert – zwölf von ihnen erreichten den Abschluss B 1. Will heißen: Sie können in klarer Standardsprache in Schule und Beruf kommunizieren. Andere lagen darunter, können sich aber weiter verbessern.

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“

„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“, stellte Klassenlehrerin Elke Stell fest – und dankte den Betrieben, die den jungen Flüchtingen zunächst den Prakikums- und dann einen Ausbildungsplatz zur Verfügung gestellt hatten. „Deshalb sind sie nicht mehr fremd.“

Welche durchaus anspruchsvollen Aufgaben die jungen Menschen für das deutsche Sprachdiplom erfüllen mussten, erläuterten Dennis Soller und Brigitte Greve-Siemers. Stolz nahmen die jungen Absolventen ihre Diplome und eine rote Rose in Empfang, um sich dann ihrerseits bei ihren Lehrern und Betreuern mit einer weißen Rose und Präsenten zu bedanken. Ola Guli, Hussein Achmed Ali und Mahdi Mussavi bewiesen mit ihren kurzen und humorvollen Ansprachen ganz im traditionellen Stil deutscher Schulentlassfeiern, dass sie in ihrem neuen Heimatland schon Wurzeln geschlagen haben.

Die glücklichen und schönen Momente aufzubewahren wie glatte Steine in der Tasche, die man immer wieder fühlen kann – dazu ermunterte Projektbegleiterin Elisabeth Knelangen die Absolventen. Als Symbol dafür verteilte sie kleine Säckchen mit getrockneten Bohnen.

Mit einem Blumenpräsent bedankte sich BBS-Abteilungsleiterin Ulrike Gertken-Bartelt bei ihren Kolleginnen.

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