Nur mit einem Partner können die Stadtwerke in den Energievertrieb einsteigen

Gesucht: Lösung nach Maß

Syke - Von Michael Walter. Es ist ein wenig still geworden um die Syker Stadtwerke. Dabei sind die bereits recht aktiv. Und wenn es nach Bürgermeisterin Suse Laue geht, werden sie bald noch aktiver.

Die Verwaltungs-Chefin erhofft sich vom Rat der Stadt einen Arbeitsauftrag: Zu prüfen, ob und wie die Stadtwerke Syke einen Vertrieb für Energie aufbauen können.

Damit greift die Verwaltung ein Thema wieder auf, das seit dem Gründungsbeschluss für die Stadtwerke Ende 2013 praktisch ruht. „Personell war das gar nicht zu leisten“, sagt Kämmerer Peter Pawlik, der gleichzeitig auch Geschäftsführer der Stadtwerke ist.

Seit Oktober 2014 betreiben die Stadtwerke ein Block-Heizkraftwerk am Hallenbad, das Strom und Wärme für das Bad erzeugt. Und demnächst sollen die Stadtwerke eine weitere Heizanlage für das Rathaus bauen. Weitere Betätigungsfelder gibt es bisher nicht.

Mit dem Vertrieb von Energie würde die Stadt ein völlig neues Geschäftsfeld betreten. „Das ist nichts, was wir von Haus aus können“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Und deshalb ist klar: Die Stadt müsste dafür Dienstleistungen von außen einkaufen. „Da gibt‘s verschiedene Modelle“, sagt Peter Pawlik. „Da müssen wir mal kucken, wie es funktioniert. Auf jeden Fall brauchen wir einen Partner.“

Wer könnte das sein? – Bei dieser Frage gibt Pawlik die Sphinx. „Mal kucken“, wiederholt er lächelnd. Kein Geheimnis ist: Mehrere Unternehmen haben von sich aus schon bei der Stadt angefragt. Und grundsätzliche Überlegungen hat es bereits Jahre vor Gründung der Stadtwerke gegeben, als Syke mit den Nachbarkommunen über gemeinsame Stadtwerke nachgedacht hat. „Wir fangen jetzt zwar wieder relativ weit vorn an, aber eben nicht bei null.“

Vom Einstieg in den Energie-Vertrieb verspricht sich Pawlik übrigens einen finanziell durchaus reizvollen Nebeneffekt: Es wäre damit möglich, sogenannte steuerliche Querverbünde zu schaffen. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Die Stadt könnte die Gewinne eines Eigenbetriebs mit den Verlusten eines anderen verrechnen und bräuchte dann nur die Differenz zu versteuern.

„Auch da gibt‘s viele verschiedene Modelle“, sagt Pawlik. „Aber nicht alle macht das Finanzamt mit.“ Primäre Aufgabe ist somit, ein für Syke geeignetes Modell zu finden. Und bis wann? – „Mal kucken.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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