Syker Schülerin schaut Abgeordneten über die Schulter

Eine Woche im Landtag zu Besuch

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Ronja Laemmerhirt will Politik studieren.

Syke - Die Bundestagswahlen rücken näher. Am 24. September haben alle Deutschen über 18 Jahren die Möglichkeit, mitzuentscheiden. Ein demokratisches Recht, von dem nicht jeder Gebrauch macht. Keine Zeit, keinen Favoriten oder die Überzeugung, dass man eh nichts bewegen kann – irgendeine Ausrede finden Nichtwähler immer. Ronja Laemmerhirt aus Syke hat kein Verständnis für Wahlmuffel. „Ich würde mich freuen, wenn ich meine Stimme abgeben dürfte“, sagt die 17-Jährige. Politikverdrossenheit? Nicht bei ihr.

Noch ist die Schülerin zu Jung, um ihr Kreuz bei der Bundestagswahl zu machen. Trotzdem interessiert sie sich dafür, was in den Plenarsälen passiert. Laemmerhirt hat vor kurzem während einer Hospitation im Rahmen des Programms „Schülerinnen und Schüler begleiten Abgeordnete“ des Niedersächsischen Landtags den Abgeordneten über die Schulter geschaut. Eine Woche lang hat sie Luzia Moldenhauer (SPD) begleitet.

„Es war wirklich interessant, sich die Ausschusssitzungen anzusehen und die Atmosphäre und auch das Verhältnis, das die Abgeordneten untereinander haben, mitzubekommen“, berichtet sie. So sei eine Fraktionssitzung zum Beispiel lockerer als eine Ausschusssitzung. Aber auch bei Letzterer sei die Stimmung angenehm. Die junge Frau schmunzelt. „Eigentlich haben die alle Humor und sind nicht so böse, wie sie zum Teil aussehen.“

„Niemand kann für jedes Thema Experte sein“

Sie hat Diskussionen über Finanzen und Umwelt erlebt. Aber auch Abgeordnete, die während der Sitzung E-Mails beantworten und Termine koordinieren. Laemmerhirt zeigt Verständnis. „Ganz ehrlich, man kann die Arbeit sonst nicht schaffen. Und niemand kann für jedes Thema Experte sein.“ Die Abgeordneten hätten sich zudem in der Regel schon im Vorfeld in die Themen eingearbeitet. Ausführliche Erläuterung im Rahmen seien eher „Publikumsshow“, so ihr Eindruck.

Ronja Laemmerhirt hat sich schon immer für Politik interessiert. Sie engagiert sich seit einem Jahr als Vorstands-Beisitzerin in der Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten in der SPD (Jusos) und belegt am Gymnasium Syke den Politik-Leistungskurs.

Ihr Zukunftsplan überrascht nicht: Die Schülerin will Politik studieren. Sie kann sich vorstellen, irgendwann für den Landtag zu kandidieren. Aber bis dahin ist noch viel Zeit. Auch, um herauszufinden, welches politische Gebiet sie am meisten interessiert. „Ich stecke in Schule und Bildung ziemlich drin. Aber ich kann mir vorstellen, dass mich das in zwei Jahren nicht mehr so sehr interessiert.“ 

ks

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