Diskussion am Freitag

Eine Pastorenstelle weniger: Barrier Gemeinde sucht Lösungen

Die Bartholomäuskirche in Barrien.
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Die Bartholomäuskirche in Barrien wird bald 1.000 Jahre alt.

Drei Gottesdienste in meist leeren Kirchen. Wie geht es weiter mit den Kirchen in Syke, Barrien und Heiligenfelde? Die Zukunft könnte sein: Es gäbe nur einen Gottesdienst, jeden Sonntag in einer anderen Kirche. Doch das träfe die treuesten Kirchengänger.

Barrien – Irgendwann kein Krippenspiel mehr zu Weihnachten? Irgendwann keine Seelsorge mehr? Und keine Jugendarbeit? Es ist direkt ein kleines Horrorszenario, das der Vorstand der Barrier Kirchengemeinde da an die Wand wirft. Aber kein unrealistisches. Denn das könnten die Folgen der nächsten Sparrunde der Landeskirche sein. Und „irgendwann“ könnte durchaus schon sehr bald sein.

Deshalb lädt die Kirchengemeinde für kommenden Freitag um 19 Uhr zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ins Hachehuus ein. Ausdrücklich nicht nur ihre Mitglieder, sondern „alle Menschen, die den Kirchturm sehen und auch weiterhin sehen wollen“.

Überlegen, wie sie mit den Auswirkungen fertig werden sollen. Von links: Ilona Haberkamp, René Runge, Diakon Bernd Breckner und Hartwig Seevers.

Worum geht es? – Die Landeskirche muss sparen. Für den Kirchenkreis Syke-Hoya hat sie Kürzungen von 800. 000 Euro Personalkosten pro Jahr vorgesehen. Für die drei Kirchengemeinden Heiligenfelde, Syke und Barrien – die gemeinsam eine Region im Kirchenkreis bilden – heißt das: mindestens eine Pastorenstelle weniger. Hinzu kommen etwa zehn Prozent weniger Sachmittel und fünf Prozent weniger für die Bauunterhaltung. Umzusetzen: spätestens 2028.

„Wir sind noch in der glücklichen Situation, dass es zwei Stellen gibt, wo die Personen bis dahin in Rente gehen“, sagt Kirchenvorstand Hartwig Seevers. Die eine ist Diakon Bernd Breckner, die andere Pastorin Albertje van der Meer. „Aber wenn sich bis dahin einer der anderen Pastoren noch mal verändern möchte und weggeht, haben wir das Problem sofort.“ So oder so: Die Folgen wären nicht so ohne Weiteres zu kompensieren. Es gäbe dann eine Pastorenstelle – und wahrscheinlich auch eine Diakonenstelle – weniger als zuvor, und die Arbeit müsste ebenso gekürzt werden.

Zukünftige Schwerpunkte: Welches Personal wird gebraucht?

An der Stelle setzen die Differenzen mit dem Kirchenkreis ein. Seevers: „Wir überlegen: Was sollen zukünftig unsere Schwerpunkte sein und was für Personal brauchen wir dafür? Der Kirchenkreis plant: Was habe ich für Personal und was kann ich damit machen? Und da beißen wir uns im Moment ein bisschen.“

Barrien will laut Seevers auf jeden Fall das Modell mit dem modularen Konfirmandenunterricht (gemeinsame Aktionen mit Syke und Heiligenfelde) beibehalten. Und als zweite Säule die Seelsorge weiter ausbauen. Wenn die Kirchengemeinde dafür Personalstunden freimachen will, müssen die an anderer Stelle eingespart werden. Die Konsequenz wäre: weniger Gottesdienste.

Ein heikles Thema! Bisher gibt es jeden Sonntag Gottesdienste in Syke, Barrien und Heiligenfelde. Die Zukunft könnte sein: Es gäbe nur noch einen Gottesdienst, jeden Sonntag in einer anderen Kirche. Das passiert zum Teil jetzt schon. Etwa bei der Sommerkirche in der Ferienzeit. „Da würde aber vermutlich die Landeskirche nicht mitspielen“, vermutet Hartwig Seevers. „Es gibt eine Kirchenordnung. Da drin steht: Sonntags muss es Gottesdienste geben.“

Die Kirche ist in manchen Dingen einfach 100 Jahre zurück.

Kirchenvorstand Hartwig Seevers

Also auf der einen Seite Gottesdienste fordern und auf der anderen die Mittel dafür kürzen? Seevers zuckt mit den Schultern. „Die Kirche ist in manchen Dingen einfach 100 Jahre zurück.“

Diakon Bernd Breckner meint: Die Frage müsse erlaubt sein, ob es angesichts so massiver Kürzungen zu rechtfertigen wäre, jeweils drei Gottesdienste in meist sehr leeren Kirchen anzubieten oder dafür einen gemeinsamen mit vergleichsweise vollem Haus. Andererseits treffe ein Zusammenlegen der Gottesdienste aber gerade wieder die treuesten Kirchgänger.

„Wir haben dazu auch im Kirchenvorstand sehr unterschiedliche Meinungen“, räumt Hartwig Seevers offen ein. Und er hofft auf noch viel unterschiedlichere bei der Diskussion am kommenden Freitag. „Wir wollen skizzieren, was wir für Ideen haben und darüber diskutieren, was die Leute davon halten.“ Unstrittig sei: „Wir müssen etwas verändern. Wenn wir nichts machen, dann können wir hier irgendwann die Türen abschließen.“

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