AUS DEM GERICHT Für Autofahrt ohne Fahrerlaubnis sieben Monate Gefängnis auf Bewährung

Eine letzte Chance mit 30 Einträgen im Strafregister

Heiligenfelde - Von Dieter Niederheide. „Ich setze Hoffnung in Sie“, machte ein Strafrichter des Amtsgerichts Syke einem Angeklagten klar, den er wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu sieben Monaten Gefängnis verurteilte. Trotz 30 zum Teil einschlägiger Einträge im Strafregister wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Auf eine erneute Sperre zum Erwerb der Fahrerlaubnis verzichtete der Strafrichter.

Mit dieser Entscheidung soll dem Mann die Chance nicht verbaut werden, irgendwann mal wieder eine Fahrerlaubnis zu bekommen. Dass das bei den einschlägigen Vorstrafen bei den Straßenverkehrsbehörden problematisch sein kann, wurde dem Angeklagten, der zur Zeit in der Strafanstalt Vechta bis Juni eine Freiheitsstrafe verbüßt und dem Strafrichter aus der JVA vorgeführt wurde, deutlich gemacht.

Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung und eine erneute Führerscheinsperre beantragt. Erst wenige Tage vor der Fahrt ohne Fahrerlaubnis sei der Mann von einem Gericht verurteilt worden. Es war am 27. November 2017, als einer Polizeibeamtin bei einer Streifenfahrt auf der B6 das Auto mit dem Angeklagten am Steuer auffiel. Aus einer vorherigen Begegnung kannte sie den Mann. Als Zeugin machte sie jetzt in ihrer Aussage sehr deutlich, dass sie den Angeklagten seinerzeit zweifelsfrei als den Fahrer erkannt habe.

Der Mann habe einen blauen Audi mit Delmenhorster Kennzeichen gefahren. Er sei, als er die Polizei bemerkte, in Heiligenfelde auf ein Grundstück abgebogen und anhielt. Als er ausstieg, war die Streifenbesatzung auch schon vor Ort.

Der Angeklagte schwieg zu dem Vorwurf, wurde allerdings gesprächiger, als es um sein Vorleben ging. Zu Unrecht sei ihm schon vor Jahren der Führerschein abgenommen worden. Er wohnte früher in Syke und zog nach Delmenhorst. Rechtsanwalt Matthias Wandzik machte sich nach dem Plädoyer des Staatsanwaltes für eine Bewährungsstrafe stark.

Der Mandant habe sich von den Behörden nicht richtig behandelt gefühlt und das Gefühl gehabt, Unrecht erlitten zu haben. Die Fahrt ohne Schein empfinde der Mann nicht als unrechtes Tun, weil ihm, seiner Meinung nach, die Fahrerlaubnis zu Unrecht entzogen wurde.

Der Strafrichter setzte die Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Er könne das Plädoyer und den Antrag des Staatsanwaltes durchaus verstehen, aber er sehe die Probleme, die hinter dem Mann stehen. Von einer Führerscheinsperre sehe er, der Strafrichter, ab, damit dem Angeklagten die Chance zum Erwerb einer Fahrerlaubnis nicht ganz verbaut werde.

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