Neues Modell für Inklusion erklärt

Realschule und Lebenshilfe verständigen sich auf Kooperation

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Symbol für die künftige Kooperation zwischen Erlenschule und Realschule: Wie bei zwei Puzzle-Teilen wollen beide ineinander greifen. Von links: Karolina Haupeltshofer, Anja Wacker und Martina Wrobel von der Erlenschule, Realschulleiter Rolf Rosenwinkel und Schul-Pressesprecherin Anne-Christine Lumpp. 

Syke - Von Michael Walter. Eigentlich sind im Zeitalter der Inklusion ja Kooperationen zwischen Regelschulen und Schulen, die Behinderte betreuen, Schnee von Montag. Es gibt aber Ausnahmen. So bilden zum Beispiel die Erlenschule – das ist die Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe – und die Realschule vom nächsten Schuljahr an eine solche Kooperation. Warum und wieso, erklärten Montag die federführenden Personen.

Zwei besondere Umstände kommen dabei zusammen. Erstens: Die Erlenschule hat bereits eine Kooperation mit der Grundschule Heiligenfelde. Die endet allerdings naturgemäß mit dem vierten Jahrgang. Zweitens: An der Realschule gibt es bisher nur sehr wenige Inklusionsschüler. „Vier bis sieben an einer Schule mit 600 Schülern ist ja nichts“, sagt Schulleiter Rolf Rosenwinkel.

Die Erlenschule hatte das ganz praktische Problem: Was passiert mit ihren Kooperationsschülern, wenn sie in Heiligenfelde das vierte Schuljahr beendet haben? Der Gedanke: Am besten sie würden anschließend an einer weiterführende Schule die Kooperation fortsetzen. Die damalige Leiterin Ulrike Stelljes hatte dazu Kontakt zu Rosenwinkel aufgenommen, um gemeinsam Möglichkeiten auszuloten. Ihre Nachfolgerin Martina Wrobel kann die Ergebnisse jetzt in die Tat umsetzen.

In den Hauptfächern unter sich

Acht Erlenschüler bilden mit Beginn des neuen Schuljahrs eine Außenklasse im fünften Jahrgang der Realschule. Sie bringen ihre eigene Klassenlehrerin Karolina Haupeltshofer sowie Anja Wacker als zweite pädagogische Fachkraft und einen weiteren Betreuer mit. In den Hauptfächern bleiben die Erlenschüler unter sich. In den Nebenfächern wie Sport, Werken, Musik, Kunst oder Hauswirtschaft nehmen einzelne Schüler am Unterricht der regulären fünften Klassen teil.

„Erstmal läuft diese eine Klasse“, sagt Rolf Rosenwinkel. „Laut Plan bis zum zehnten Jahrgang einschließlich.“ Ob im nächsten Sommer eine weitere Kooperationsklasse im (dann neuen) fünften Jahrgang eingerichtet wird, ist derzeit noch offen. „Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab“, sagt Erlenschul-Leiterin Martina Wrobel.

Zum Beispiel vom Bedarf, zum Beispiel aber vor allem auch vom Platz. Denn der ist an der Realschule ohnehin schon knapp. Aktuell teilt sie sich einen Gebäudetrakt der früheren Hauptschule und Orientierungssstufe mit dem Gymnasium. Auf den hat aber auch die Grundschule am Lindhof für das kommende Schuljahr schon ein Auge geworfen. Für die jetzt kommende Kooperationsklasse sieht Rolf Rosenwinkel kein Problem: „Der Raum dafür steht zur Verfügung.“

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