Sykes Laufkäfer fühlen sich wohl

Intakte Oase: Landschaftspark Arboretum hat 186 Bäume und Wildblumenwiesen

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Hummeln mögen Wiesen-Flockenblumen. Im Syker Arboretum gibt es für die Insekten genug Nektar.

Syke - Von Detlef Voges. „Das ist super hier“ – Stadtbiologin Angelika Hanel, in diesen Tagen wegen der durch Hitze malträtierten Natur eher betrübt, kann sich doch noch freuen. Immer dann, wenn es ums Arboretum geht, Sykes Landschafts- und Naturidyll in Barrien. Dort ist die Welt für Flora und Fauna noch in Ordnung.

Die Luft ist frisch. Es hat gerade ein bisschen geregnet, als Bürgermeisterin Suse Laue und Angelika Hanel gestern in ihre Oase hinter Möbel Wagner, zwischen B6 und Südfeld einladen. „Ich glaube, dass viele Syker dieses Arboretum gar nicht kennen“, sagt die Bürgermeisterin und schaut von einem Rastplatz inmitten von Wildblumen und Obstbäumen in die Runde.

Das Arboretum (lateinisch arbor, der Baum), ist eine Sammlung verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze. Dies kann ein botanischer Garten sein, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt werden. In Syke ist ein Baumpark, dessen ersten Abschnitt die Stadt 1999 als Kompensationsfläche für das Gewerbegebiet an der B6 angelegt hat. In Deutschland gibt es 33 Arboreten, davon zwölf in Niedersachsen, mit Wildeshausen und Thedinghausen (Erbhof) noch zwei im Syker Umfeld.

Der zwei Hektar große Syker Landschaftspark am Südfeld wirkt wie eine üppige Oase mit 186 Bäumen, zumeist einheimische Arten, Sträuchern und Wilblumen. Esskastanien, Wallnussbäume, Mehlbeeren, Winter- und Sommerlinden wechseln mit Sumpf- und persischen Eichen, Zitterpappeln, Ebereschen, Apfel- und Birnenbäumen ab.

Gespräch im Grün: Bürgermeisterin Suse Laue (links) und Stadtbiologin Angelika Hanel blicken ins Syker Arboretum.

„Wir haben auch Klimabäume hier“, sagt die Stadtbiologin und nennt Rotahorn, Speierling, Zerreiche und Ginkgo. Auch ein Mammutbaum steht am Rande des Areals. Noch nur etwa vier Meter hoch. Er kann aber bis 60 Meter groß werden.

Vom kleinen Rastplatz aus geht der Blick in die Feldmark, rechts zum Friedholz, links zum kleinen Wäldchen am schwarzen Berg. „Eine Oase zum Wohlfühlen“, sagt die Bürgermeisterin. Ein Idyll für Wanderer und Spaziergänger – ein Refugium für Menschen und Tiere gleichermaßen. Für beide soll es lebendig bleiben.

Besonders Insekten und Kleinstlebewesen finden im Syker Arboretum eine intakte Umgebung vor. Wildblumen sorgen für Nahrung, ungemähte Wege für den natürlichen Untergrund. „Wir mähen die Wege nicht, die Insekten sollen sich entwickeln“, begründet die Biologin diesen Schritt. Nicht alle Bürger verstehen das. Manche sprechen von unordentlicher Natur und Landschaft. „Wir Menschen müssen umdenken, mehr im Sinne von Flora und Fauna tun“, erklärt Suse Laue und erinnert an das Insektensterben.

Zehn Zentimeter Wiese werden bewusst stehen gelassen

Im Gegensatz zu den Anfängen des Arboretums mäht die Stadt nur noch grob. Sie benutzt einen Balkenmäher, der zehn Zentimeter an Kräutern und Gras stehen lässt. Das Gemähte, in dem sich auch Insekten befinden, bleibt noch drei Tage liegen. „Wir werden auch in Zukunft bewusst schlegeln“, sagt Hanel, um mit Hilfe dieses Mulchens für die Tiere ein vielfältiges Refugium zu schaffen.

„Das Unordentliche machen wir bewusst, das soll so sein“, hebt die Bürgermeisterin hervor. Die Blühphase im Arboretum dauert von März bis Oktober und gestaltet ein Gelände voller natürlicher Vielfalt. „Laufkäfer lieben einfach Erdwege“, erklärt die Stadtbiologin und freut sich über Disteln, Spitzwegerich, Schafgarbe und Brennessel. Das giftige Jakobs-Kreuzkraut würde die Stadt aber entfernen.

Das Arboretum ist laut Bürgermeisterin ein Zukunfts-Beitrag der Stadt zur Schaffung von Lebensraum für Kleinstlebewesen. Übrigens nicht das einzige Projekt dieser Art. Eine weitere Wildblumenwiese gibt es auch in der Klinkerstraße, Obstwiesen am Hohen Berg und am Geestrand in Osterholz. Die Stadtbiologin spricht von einem biologischen Netzwerk, in das auch Blühstreifen an Wegeseitenräumen eingebunden werden.

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