Schau im Landsitz Wachendorf

Schüler und Weggefährten würdigen ehemaligen Kunstprofessor Schmitz mit Sonderausstellung

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Zur Eröffnung der Ausstellung im Landsitz Wachendorf waren viele beteiligte Künstler zu René Rameil und Sabine Greulich (v.r.) gekommen.

Wachendorf/Bremen - Von Dieter Niederheide. Als ihr Lehrer an der Hochschule für Künste in Bremen hat Professor Wolfgang Schmitz ihre Entwicklung als Künstler entscheidend geprägt. Jetzt, nach seinem Tod im November vorigen Jahres im Alter von 83 Jahren in Wuppertal, würdigen ihn seine ehemaligen Schülerinnen, Schüler und Weggefährten mit einer anspruchsvollen Ausstellung im Landsitz Wachendorf.

Für René Rameil vom Landsitz Wachendorf ist diese Hommage eine Herzensangelegenheit – eine „Ausstellung fürs Herz“. Er selbst ist Meisterschüler des Verstorbenen, von dem er sagt: „Er hat mich geprägt.“ Und nicht nur ihn. Deutlich wird diese Prägung der damaligen Studentinnen und Studenten, von denen längst einige anerkannte Künstler sind, in der Ausstellung.

Kaum ein farbiges Bild. Vornehmlich Zeichnungen zeigen die rund 300 Bilder, die 40 Ehemalige des Professors und einige Professoren der Hochschule für Künste ausstellen. Zeichnen war für den Zeichner, Druckgrafiker und Maler Wolfgang Schmitz die Grundlage, um Kunst zu schaffen. Das hat er seinen Studieren den ans Herz gelegt. Und die beherzigten es als eine wichtige Technik und Ausgangspunkt. 

Am Samstag wurde die Ausstellung unter dem Titel „Kunst – Europäisches Haus – und Wir“ im Garten des Landsitzes eröffnet: bei herrlichstem Wetter im Beisein von Ehemaligen, Professoren und Freunden des Verstorbenen, die unter anderem aus den Niederlanden oder aus Nizza angereist waren.

Schmitz hatte sich Europa auf die Fahne geschrieben

Schmitz, von dem es heißt, dass er ohne Atelier auskam, war quer durch europäische Länder unterwegs und zeichnend an unterschiedlichsten Orten, zum Beispiel in Cafés oder Parks, zu beobachten. René Rameil: „Er hat seine Umgebung zu seinem Atelier gemacht.“

Ein europäisches Haus, so hieß es bei der Eröffnung, war Wolfgang Schmitz eine lebenslange Suche wert. Er hielt in seinen Werken fest, wie er Europa empfand. Der Professor hatte sich Europa auf die Fahne geschrieben. So war im Garten des Landsitzes die Europafahne nicht zu übersehen. 

Eine Bereicherung findet die Ausstellung im Landsitz Wachendorf mit Werken von Wolfgang Schmitz, der von der Stadt Wuppertal mit dem Von-der-Heydt-Preis geehrt wurde und der 1977 auf der Documenta in Kassel als Künstler dabei war. Er war einer der renommiertesten Zeichner über Deutschland hinaus.

Werke aus Rameils Privatbesitz sind zu sehen

Ohne Zweifel ein echter Hingucker in der Ausstellung sind Werke von ihm, die unter anderem aus dem Privatbesitz von René Rameil beigetragen werden. Das eine oder andere trägt neben der Signatur zum Beispiel handschriftlich „Einen lieben Weihnachtsgruß Wolfgang“.

In seiner Eröffnungseinleitung bezeichnete René Rameil Wolfgang Schmitz als „hervorragende Persönlichkeit“. Er betonte: „Er war für mich wie ein Ersatzvater.“ Kunsthistoriker Professor Dr. Peter Rautmann (einst Rektor der HfK Bremen) war Weggefährte von Professor Wolfgang Schmitz und erinnerte an Begegnungen und Gemeinsamkeiten, etwa bei der Arbeit zu seinem Buch „Passagen“.

Voller Lebhaftigkeit schilderte Künstlerin Susanne Dittler, die aus Groningen gekommen war, ihre Zusammentreffen mit dem Professor von den Anfängen der Studienzeit bei ihm bis hin zu Besuchen in Wuppertal, als er schon erkrankt war. Die Ausstellungseröffnung war auch ein Treffen der Ehemaligen und Professoren in gemütlicher Atmosphäre. Dank der Gastgeber René Rameil und Sabine Greulich.

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