Landkreis-Umweltausschuss berät über Entnahme

Goldenstedter Wölfin verärgert durch Übergriffe Tierhalter

Syke - Es sind Zahlen, die den Mitgliedern des Kreisentwicklungs- und Umweltausschusses des Landkreises Diepholz die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. „Was die Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere angeht, haben wir die Lüneburger Heide überholt – und dort leben fünf Rudel, während hier bisher nur eine Wölfin nachgewiesen ist“, erläuterte nun Dr. Marcel Holy in seinem Vortrag im Kreishaus Syke.

Wölfe im Landkreis würden viel mehr umherwandern und auch Nutztiere angreifen, da sie weniger Wild in der Natur fänden. „Man muss aber auch dazu sagen, dass ein Großteil der gerissenen Schafe nicht ausreichend geschützt war“, wandte Holy ein. Der Wolf verhalte sich zudem anders, als man es vermutet habe. Statt sich unter den Zäunen durchzugraben, springe er in sie hinein und hangele sich schießlich rüber. Von der sogenannten Goldenstedter Wölfin gab es am 15. Mai die letzte Nachricht, als sie acht Schafe riss. Seitdem ist sie nicht mehr gesehen worden.

„Ich bin überrascht, wie hoch die Zahl ist“, sagte FDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Marco Genthe. „Da diese Region für den Wolf offenbar nicht optimal ist, müssen wir uns fragen, was wir tun können.“ Holy gab zu bedenken, dass der Wolf sich hauptsächlich von Wild ernähre. Zudem müsse man die Schafe besser sichern.

Mit Hütehunden habe man zum Beispiel schon sehr gute Erfahrungen gemacht. „Ich weiß allerdings nicht, wie es wird, wenn wir hier ein Rudel haben.“ Genthe ließ nicht locker: „Die Situation der Schafshalter ist schwierig. Ab wann handeln wir?“ Mit dieser Haltung stand er nicht alleine da. Auch Frank Schröder (CDU) und Friedrich Iven (SPD) äußerten sich besorgt. „Manche Spaziergänger trauen sich ohne Pfefferspray nicht mehr vor die Tür“, so Iven.

Auch das Argument, dass der Wolf im Kreis Diepholz offensichtlich nicht in einer für ihn geeigneten Umgebung sei, wurde mehrfach betont. „Ich halte eine Entnahme der Goldenstedter Wölfin für denkbar“, sagte Erster Kreisrat Wolfram van Lessen, mahnte aber auch: „Wir müssen Respekt vor der Natur und der Schöpfung haben. Der Wolf entscheidet, wo er lebt, nicht wir.“ Die Entscheidung, ob die Wölfin wie „Kurti“ getötet wird, liegt wiederum beim Land.

juk

Rubriklistenbild: © dpa

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