„Ein Rekordjahr wird es nicht“

Unterdurchschnittliche Ernte erwartet

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Landkreis Diepholz - Von Detlef Voges. Wie ist die Ernte? Kreislandwirt Wilken Hartje hat mit der Frage gerechnet, zögert aber mit der Antwort. Es sei ja auch erst 50 Prozent eingefahren, sagt er. Aber ein Rekordjahr werde es nicht. Darauf will Hartje sich schon mal einstimmen. „Die Ernte ist noch nicht schlecht“, betont der Kreislandwirt und vergibt die Note „unterdurchschnittlich“.

Die Basis für die Landwirte sei ja die Natur mit ihren Jahreszeiten und ihrem Wechselspiel aus Sonne und Regen. Dieses Wechselspiel habe in diesem Jahr einfach nicht gepasst, erklärt Hartje. So hätten die Spätfröste im April allen Arten zugesetzt, besonders dem zu der Zeit blühenden Raps. „Der ist enttäuschend in diesem Jahr“, betont der Landwirt.

Regen bereitet Probleme

Auch das Getreide hat gelitten, vornehmlich unter dem Regen. „Manche Flächen stehen unter Wasser und sind nicht befahrbar“, hebt der Fachmann hervor und klagt über ein Wetter, das immer unzuverlässiger werde. Dabei stünden noch viel Raps, Weizen und Roggen auf dem Halm.

Tückisch sind für die Landwirte die lokalen Wetterkapriolen. So gab es laut Hartje im Raum Twistringen und Goldenstedt so viel Wasser, dass der Weizen baden gegangen sei. Auch in Südniedersachsen laufe das Wasser in die Gummistiefel rein. „In unserem Raum haben wir dagegen noch relativ Glück gehabt mit dem Wetter“, so der Kreislandwirt, der aber generell von einer schwierigen Ernte ausgeht. Und wenn der Weizen dann auch noch liege wie zurzeit (Hartje: „Der steht doch auf halb acht“), dann fange er an zu keimen. Das Getreide sei relativ gesund. Der Ertrag breche aber ein, wenn es am Boden liege. Dann falle auch das Dreschen schwerer.

Landwirten läuft die Zeit davon

Den Landwirten läuft die Zeit davon, geht es doch nicht nur um die Ernte. Die nächsten Früchte müssen Ende August in die Erde. „Unser Ziel ist immer der Brokser Markt am letzten Dienstag im August“, setzt Hartje eine Deadline. Alles, was Ernte und Saat zeitlich verschiebe, bringe Probleme, weiß er und spricht von drohendem Qualitätsverlust. Irgendwann sei die Qualität dahin. Dann habe das Getreide beispielsweise nicht mehr die gewünschten Backeigenschaften. „Der Teig geht nicht mehr auf“, nennt er Hartje eine besonders wichtige Eigenschaft.

Er wolle aber auch nicht jammern. Der Regen in hiesigen Gefilden sei nicht extrem gewesen, meint der Kreislandwirt und erinnert an die Fluten im Harz oder jüngst in Österreich. „Wir können hier noch dankbar sein“, sagt er und hofft aktuell noch auf ein paar sonnige Tage und für später auf einen soliden Winter.

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