Ein Haus auf Sand gebaut

Idee vom Neubau für die Syker Tafel ist geplatzt

Das Gebäude der Syker Tafel ist so baufällig, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Und die Idee vom Neubau ist erst mal geplatzt.
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Das Gebäude der Syker Tafel ist so baufällig, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt. Und die Idee vom Neubau ist erst mal geplatzt.

Syke – Die Syker Tafel ist in Not. Die Idee für einen Neubau ist geplatzt. Und damit sieht der Kirchenkreis Syke-Hoya – ihm „gehört“ die Tafel gewissermaßen – die Existenz dieser sozialen Einrichtung gefährdet.

„Sollte sich keine realisierbare Alternative finden, kann der Kirchenkreisvorstand derzeit die Schließung der Tafel und ihrer Ausgabestellen in Syke, Weyhe und Bruchhausen-Vilsen zum 31. Dezember 2022 nicht ausschließen“, teilt Superintendent Jörn-Michael Schröder jetzt der Kirchenkreissynode mit.

Keine neue Situation. Denn 2019 stand die Tafel schon einmal vor dem Aus: Die Tafel hat ihren Sitz in einem alten Haus an der Straße Am Feuerwehrturm. Eigentümer war der Landkreis, und der wollte es abreißen, weil die Substanz so marode ist, dass eine Sanierung nicht mehr vertretbar wäre. Die Tafel erhielt also die Kündigung, fand aber kein alternatives Quartier. Daher kaufte der Kirchenkreis das Haus, und die Tafel konnte bleiben.

Jörn-Michael Schröder

„Das war von Anfang an nur als Notlösung gedacht“, sagt Tafelsprecher Ralf Grey. Denn der Kirchenkreis hält den baulichen Zustand ebenfalls für desolat –  und eine Sanierung für nicht machbar. Ein Neubau sollte her.

Die Idee war: Die Stadt baut, der Kirchenkreis mietet. Hintergedanke: Wenn die Stadt baut, kann sie dafür Fördermittel einwerben, und dann wird es billiger. Der Kirchenkreis übernimmt die Planungskosten und beteiligt sich mit 200 000 Euro an den Baukosten.

Aber da spielt die Syker Politik nicht mit. Die hatte das Thema im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss erörtert. Die Diskussion fasst Bürgermeisterin Suse Laue so zusammen: „Wir würden ein Grundstück bebauen, das wir gar nicht bebauen wollen. Mit einer Halle, die wir gar nicht brauchen. Die hätten wir dann auf 15 Jahre an den Kirchenkreis vermietet. Der Kirchenkreis war aber nicht bereit, eine Übernahmeerklärung für die Zeit danach abzugeben. Und er hat auch nicht gesagt, was passiert, wenn die Baukosten steigen und er mit seinem Anteil nicht hinkommt.“

Suse Laue

Auch das war für den Kirchenkreis ein Grund, die Neubaupläne zu beerdigen. Superintendent Schröder: „Die Preise für Baustoffe sind in den vergangenen Monaten dramatisch gestiegen. Das hätte zum heutigen Zeitpunkt eine Verteuerung des Projekts um 20 Prozent bedeutet.

Und jetzt? – „Jetzt werden wir uns wieder nach einem Mietobjekt umsehen müssen“, sagt Tafelsprecher Ralf Grey. Ganz oben auf der Liste steht der ehemalige Supermarkt an der B 6 in Barrien. Den hatte sich die Tafel schon einmal näher angesehen. „Aber wir sind damals wieder davon abgerückt, weil die Idee vom Neubau ins Gespräch kam.“

Unabhängig vom Mietobjekt selbst sieht Grey ein grundsätzliches Problem: Die Tafel müsste zusätzliches Geld aufbringen. „30- bis 40 000 Euro Mietkosten im Jahr. Plus Umbaumaßnahmen, die in jedem Fall erforderlich wären.“

Ralf Grey

Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Bedingungen, die ein Mietobjekt erfüllen müsste. Grey: „Wir brauchen mindestens 500  Quadratmeter Grundfläche, 40  Quadratmeter Kühlraum, Büros und Warteräume für die Kunden bei Regen und Schnee.“ Und dann muss es auch noch Platz geben, um die Transporter auszuladen. Und die Lage sollte so sein, dass sich einerseits so wenig Nachbarn wie möglich gestört fühlen würden, andererseits aber die Tafel für ihre Kunden zu Fuß oder per Rad erreichbar bleibt. „Das ist insgesamt schon allerhand.“

Von der Politik fühlt Ralf Grey sich im Stich gelassen. „Es wurden keine Lösungen aufgezeigt“, sagt er. „Es wurden auch gar keine gesucht.“

Suse Laue sagt: „Die Stadt Syke wird die Tafelarbeit weiterhin unterstützen. Im Zuge der Diskussion zum Neubau sind jedoch viele Fragen entstanden, die verbindlicher Antworten und Zusagen bedürfen.“ Ende Juni gebe es noch einmal ein Gespräch zwischen Stadt, Politik, Synode und Tafel.

Von Michael Walter

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