Syke möchte stärker von Kurzzeittourismus und Naherholung profitieren

Ein größeres Stück vom Kuchen

Der Aussichtsturm am Hohen Berg ist für Kurzzeittouristen ein lohnendes Ziel.
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Der Aussichtsturm am Hohen Berg ist für Kurzzeittouristen ein lohnendes Ziel.

Syke – Wie kann Syke attraktiver für Kurzzeittouristen werden? – Das war am Mittwochabend das zentrale Thema im Ausschuss für Naherholung und Kultur. Durch bessere Angebote und bessere Reklame dafür, lautet für Ersten Stadtrat Thomas Kuchem die Antwort.

Urlaub im Wohnmobil ist seit Jahren ein boomendes Segment im Tourismus-Sektor. Von diesem Kuchen möchten Stadt und Politik gern ein Stück abhaben. Denn: Wohnmobil-Urlauber haben in der Regel Geld und sind bereit, es vor Ort auszugeben. Was in Syke dazu fehlt, sind zuerst einmal ansprechende Stellplätze. Es gibt welche am Parkplatz beim Syker Hallenbad. Allerdings ohne jegliche Infrastruktur. Von der Politik hatte die Stadt daher den Auftrag erhalten, auszuloten, ob sich fünf Wohnmobilstellplätze auf dem Parkplatz am Mühlendamm einrichten ließen.

Geht im Prinzip, wäre aber unverhältnismäßig teuer, musste Kuchem dem Ausschuss berichten. Dort Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser zu installieren, wäre mit „Kosten jenseits von Gut und Böse“ verbunden, so der stellvertretende Leiter der Stadtverwaltung. „Alternativ wären drei Stellplätze ohne Infrastruktur denkbar.“ Aber ob das sinnvoll wäre, sei eben noch die Frage.

Antwort darauf erhielt der Ausschuss im Anschluss an die eigentliche Sitzung im Rahmen der obligatorischen Einwohnerfragerunde: Zwar hatten nur ganze zwei Zuhörer an der Sitzung teilgenommen, beide entpuppten sich allerdings als langjährige Wohnmobilurlauber aus Leidenschaft.

Wenn schon neue Stellplätze, dann aber auch richtig, lautete deren Botschaft. „Nichts, wo ich mit der Gießkanne zum Wasserholen muss.“ Der im Ausschuss geäußerte Gedanke, Stellplatznutzer am Hallenbad-Parkplatz könnten doch Duschen und WCs des Hallenbads mitbenutzen, kam gar nicht gut an. „Fremde Duschen und WCs benutze ich nicht. Das mache ich nur im Wohnmobil. Dafür brauche ich aber Ver- und Entsorgung. Und ich würde lieber dafür bezahlen als darauf verzichten.“

Der Standort beim Hallenbad sei grundsätzlich geeignet, bekräftigten beide. Die Politik hatte den wegen seiner relativ weiten Entfernung zur Innenstadt – etwa einen Kilometer – als mangelhaft empfunden und der Verwaltung deshalb den Auftrag erteilt, Möglichkeiten am Mühlenteich zu prüfen. Die beiden Wohnmobilisten bekräftigten jedoch: Die Entfernung sei überhaupt kein Problem, zumal die meisten Wohnmobil-Urlauber sowieso Fahrräder oder E-Bikes dabeihätten. „Der Platz muss nur deutlich abgegrenzt vom Rest sein, sonst fühlen sie sich nicht wohl.“

Heinrich Reinecke (CDU) hatte angeregt, auch den Hohen Berg für die Ausweisung von Stellplätzen ins Auge zu fassen. Auch das hielten die beiden „Experten“ für problemlos machbar. Das Thema wird von Politik und Verwaltung weiter verfolgt.

Bliebe die Sache mit der Reklame: Da drückt Thomas Kuchem kräftig der Schuh. Die Stadt Syke ist Mitglied im Zweckverband Wildeshauser Geest. Mit der Vermarktung ihrer touristischen Angebote durch den Verband ist die Stadt aber überhaupt nicht zufrieden. Aus diesem Grund hatte Kuchem vor gut einem Jahr eine Probemitgliedschaft bei der Mittelweser-Touristik GmbH vorgeschlagen und bewilligt bekommen. Zufrieden ist die Stadt mit dem Ergebnis keinesfalls.

Die Internet-Plattform sei sehr unübersichtlich. Syke finde man dort nur, wenn man gezielt nach Syke sucht. Und die Printveröffentlichungen seien für die Stadt nicht relevant, fasst Kathrin Wilken von Stadt & Kultur die wesentlichen Kritikpunkte zusammen. „Kanu- und Bootsport wird man in Syke kaum finden.“ Rein räumlich liegt Syke – wie auch im Verband Wildeshauser Geest – außerhalb des Schwerpunktgebiets, weshalb auch das Marketing für den Bereich Fahrradtourismus an Syke buchstäblich vorbei läuft. „Wir beabsichtigen, die Mitgliedschaft nicht weiter fortzuführen“, teilte Kuchem dem Ausschuss mit – und erhielt dafür Zustimmung aus allen Fraktionen. Es gebe Überlegungen, sich mit den anderen Partnerkommunen der WIN-Region auch in der Naherholung gemeinsam zu präsentieren. „Das ist aber noch nicht ausgegoren.“

Von Michael Walter

Die Herbststimmung in der Westermark beweist: Syke hat viele schöne Ecken.

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