Am Mittwoch Totengedenken

Syker Kirchengemeinde St. Paulus trauert um Pfarrer Volker Kupka

Pfarrer Volker Kupka †

Syke - Der Schock in der Kirchengemeinde sitze noch immer tief, sagt Dr. Andreas Gautier, Pastoraler Mitarbeiter und Dekanatsreferent. Die Menschen trauern um Pfarrer Volker Kupka, der am vergangenen Dienstag tot in seiner Wohnung gefunden wurde.

„Es erscheint so unfassbar, dass jemand mit 48 Jahren so plötzlich stirbt“, formuliert Gautier die Gefühle der Mitglieder der St. Paulus-Gemeinde in Syke. Zudem war Kupka Leiter eines fünfköpfigen Pastoral-Teams, das für die katholischen Kirchengemeinden in Syke, Stuhr, Weyhe, Bruchhausen-Vilsen und Hoya zuständig ist.

Der gebürtige Bremer wurde im September 2016 aus seiner Heimatstadt nach Syke versetzt. Aufgewachsen sei er in einem evangelischen Haushalt. Schon während seiner Konfirmandenzeit habe er sich zur Arbeit in der Kirche berufen gefühlt – allerdings habe er auch gemerkt, dass die Tätigkeit der Pastoren nicht mit seinen Vorstellungen und Neigungen übereinstimmte. So konvertierte er zum katholischen Glauben und studierte in Frankfurt, München und Münster.

„Er war ein Mensch, der sehr viel Wert auf klare Liturgien legte“, charakterisiert Gautier den Pfarrer. Die Traditionen des Brauchtums waren ihm wichtig, und so wusste er auch sehr genau über die Hintergründe der Zeremonien Bescheid.

Ihm lagen Ehrenamtliche am Herzen

Doch ebenso wichtig war es ihm, die Kirche in die Moderne zu führen, Ehrenamtliche an der Gestaltung zu beteiligen und die Menschen mitzunehmen – ein nicht ganz einfaches Unterfangen. „Da prallten in ihm manchmal Welten aufeinander“, meint Gautier.

Kupka habe eine klare Haltung gehabt und sei seinen Weg gegangen – trotzdem sei er kein Einzelkämpfer gewesen. „Er war ein Teamplayer, der Wert darauf legte, dass man gemeinsam Lösungen fand, die von allen mitgetragen wurden, und er ließ den Mitgliedern viel Gestaltungsfreiheit.“ Der 48-Jährige habe auch keinerlei Berührungsängste gehabt und den Kontakt zu den Menschen gesucht. „Das hat ihn davor bewahrt, ein Traditionalist zu werden“, ist sich Gautier sicher.

Überhaupt habe der Dienst am Menschen für Kupka an erster Stelle gestanden. Wenn jemand Hilfe brauchte, war er da, egal, wie voll sein Terminkalender war. „Volker Kupka ist immer ansprechbar“, das sei allgemein bekannt – und für ihn selbstverständlich gewesen. Er habe sich auch sehr für die Studentenverbindung Visurgis und die Malteser engagiert. „Dafür schlug sein Herz.“ Für letztere war er Landesseelsorger.

Sich selbst nie zu wichtig genommen

Sich selbst habe Kupka nie wichtig genommen. „Er war ein asketischer, bescheidener Mensch, der keinen Wert auf Äußerlichkeiten legte und auf Materielles nichts gab.“ Zu dieser Lebensart passt auch, dass er dem Husten, der ihn seit Wochen quälte, keine große Bedeutung beimaß. „Viele haben ihn darauf angesprochen, ihm gesagt, er solle zum Arzt gehen“, erzählt Gautier. 

Einen Tag, bevor er in seinem Haus gefunden wurde, hatte er einen aufsuchen wollen, weil seine Erkrankung sich akut verschlimmert habe. „Einige Gemeindemitglieder machen sich nun Vorwürfe, dass sie ihn nicht oder eben nicht genug gedrängt hätten, Hilfe zu suchen. Wir versuchen, das zu entkräften“, so Gautier.

Für alle, die von Pfarrer Kupka Abschied nehmen wollen, gibt es am Mittwoch um 19.30 Uhr in allen fünf Kirchen ein Totengedenken. Am Donnerstag um 11 Uhr wird das Requiem in Bremen gehalten, anschließend ist die Beisetzung.

juk

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