Eigenbau stottert zum Sieg

Knatterboot-Rennen mit 50 Schülern in der Syker Realschule

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Knattert, wackelt und gibt Dampf: Das Knatterbootrennen war ein willkommener Wettkampf zwischen den Schülern aus Syke, Kirchweyhe und Thedinghausen.

Syke - Von Robin Grulke. Es ist eigentlich ganz simpel: Eine Blechplatte an den Seiten hochklappen, vorne eine Spitze formen, ein bisschen löten und hinten den Kerzenantrieb befestigen. Damit ist das Knatterboot fertig. Doch der wahre Spaß wartet woanders. Bei einem Wettkampf traten gestern rund 50 Schüler der Oberschule Thedinghausen, der KGS aus Kirchweyhe und der Realschule Syke gegeneinander an.

An nur drei Terminen hatten die Schüler ihre Boote im Unterricht vor den Sommerferien gebaut. Die jungen Ingenieure konnten zu Beginn des Jahres wählen, ob sie sich lieber mit Hauswirtschaft oder praktischer Technik beschäftigen wollen. Die 14-jährige Ronja Krüger von der Realschule hatte ihre eigenen Gründe, weswegen sie nun am Rennen teilnahm: „Ich würde nicht gerne Hauswirtschaft machen, da muss man Arbeiten schreiben.“

Verzicht auf Teams

Da kam ihr das Angebot der Stiftung Niedersachsen-Metall sicher gelegen. Die Stiftung fördert Bildungsprojekte, bei denen die Schüler mit Metall etwas dazulernen können, und stellte für das Projekt das Material. Bereits zum zweiten Mal veranstaltete sie außerdem das abschließende Knatterbootrennen in Syke. In diesem Jahr hat sich dabei etwas verändert. Die Schulen treten nicht länger als Team an. Jeder Schüler kämpft mit seinem eigenen Boot für sich, aber natürlich greift man sich auch mal gegenseitig unter die Arme.

Ein Schüler stoppt die Zeit, während ein anderer sein Boot zu Wasser lässt. Vorher befüllt er die Rückstoßröhren per Pipette mit Wasser und stellt eine Kerze unter den kleinen, linsenförmigen Verdampfer aus Kupfer. Sobald die Kerze das Wasser im Verdampfer bis zum Siedepunkt erhitzt hat, wird es dank Überdruck schwungvoll aus den Röhren gestoßen. Durch den Druckwechsel entsteht auch das charakteristische Knatter-Geräusch.

Tolzmann doppelt so schnell wie die Konkurrenz

Dann ging es los: Die teilweise bunt verzierten Blechboote sausten los, mehr oder weniger mit Erfolg. Manche blieben an den Rändern der Bahnen hängen oder hatten einen Seitdrall. „U-Boot“, „Big Driver“, „Der Idiot“: Einige Boote wurden auch von ihren Schöpfern getauft, was ihnen ein paar Lacher einbrachte.

Das Speed-Knatterboot von Lennart Tolzmann hat alle hinter sich gelassen.

Doch was an diesem Tag wirklich zählte, war Geschwindigkeit. Die hatte Lennart Tolzmann (KGS Kirchweyhe) mit seiner Sportboot-Variante gesichert. Er hatte sich für ein schmales, spitzes Design entschieden und damit Köpfchen bewiesen. Bereits im ersten Durchlauf brauchte er nur 25 Sekunden für eine Bahn. Damit war er teilweise doppelt so schnell wie seine Kontrahenten. So sicherte er sich auch den ersten Platz. Den zweiten Platz belegte Mika Obermeyer (auch KGS), den dritten Alexander Braasch (OBS Thedinghausen).

Die Syker Schüler waren indes zum Teil ein wenig enttäuscht. Sie hatten in der Bauphase die Anweisung bekommen, nichts am Schablonenaufbau ihrer Knatterboote zu verändern. So hätten sie keine Gelegenheit gehabt, andere Varianten wie das Speedboot von Tolzmann auszuprobieren. Vielleicht ja im nächsten Jahr.

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