Ehrenamtliche wollen Vernetzung mit Profis

Suchthelfer warnen Kliniken

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Suchthelfer: Axel Hein (von links), Thomas Bauermeister, Ingo Kupillas, Ulrich Kliewe und Ralf True.

Syke - Selbsthilfegruppen im Landkreis Diepholz beklagen, dass die professionell-fachliche Suchthilfe der Kliniken die Selbsthilfegruppen nicht genug einbinde. „Achtung, vergesst nicht die Selbsthilfe“, warnt die Initiative „Gute Suchthilfe“, deren Mitglieder sich in Syke getroffen haben.

„Wir möchten den uns gebührenden Stellenwert bekommen und wieder mehr mit einbezogen werden“, ist Tenor der momentan elfköpfigen Interessengruppe. Ihr Ziel ist es, Professionalität und Selbsthilfe zum Gesprächsaustausch an einen Tisch zu bringen.

„Die Kliniken kaufen sich raus, zu unseren Meetings kommt kaum ein Betroffener und nach der Entgiftung fallen viele zu Hause in ein tiefes Loch“, prangert Teilnehmer Ingo Kupillas die in seinen Augen mangelnde Vernetzung an.

„Wir kämpfen, damit Menschen nach der Therapie sich nicht selbst verlieren“, meinen die Suchthelfer. Nur in der Selbsthilfegruppe könne auf Augenhöhe geredet und der oft verlorene soziale Umgang wieder neu erlernt werden. Das kollektive Wissen der Suchtberater sei eine Art Lebensschule außerhalb der gesetzlich geregelten Herstellung der Arbeitskraft.

„Wer in eine Selbsthilfegruppe geht, hat ein deutlich geringeres Rückfallrisiko“, gibt Teilnehmer Axel Heil zu Bedenken. Ohne solch ein Sicherheitsnetz könne man schnell wieder in ein altes Verhaltensmuster verfallen. Die gewonnene Trockenheit durch den klinischen Entzug sei eben nur die Grundlage, der Alltag schlage dann ohne die Hilfe der Suchthelfer wieder erbarmungslos zu.

Weitere Infos gibt es per E-Mail.

ak

gute-suchthilfe@web.de

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