„Asoziale und andere Typen“

Ehemaliger Jugendtreffpunkt an der Hachebrücke sorgt für Ärger

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Verdreckt und irgendwie abgewrackt: Der Pavillon an der Straße Zum Hachepark ist den Anwohnern immer mal wieder ein Dorn im Auge.

Syke - Von Michael Walter. Die Stimme am Telefon klingt ruhig und gefasst. Der Ärger, der sich dahinter verbirgt, ist trotzdem nicht zu überhören. Dafür sorgt schon die deutliche Wortwahl. Die Stimme gehört zu einem Bewohner der Häuser entlang der Straße Zum Hachepark. Und der Ärger zielt auf den hölzernen Pavillon gegenüber, gleich bei der Hachebrücke.

„Asoziale und andere Typen“ treiben sich dort regelmäßig spät abends rum, sagt die Stimme. „Da wird reingeschissen und reingepinkelt und die Wände werden beschmiert. Jeden Morgen kommt eine Reinigungsfirma und versucht, das Chaos wieder zu beheben.“ Abfälle, Glasscherben, Reste von kleinen Feuerchen und dergleichen mehr. Ein deutlicher Vorwurf richtet sich an die Stadtverwaltung: -zig Mal habe man sich bereits beschwert. Auch bei Bürgermeisterin Suse Laue direkt. „Aber nichts passiert. Das perlt so von ihr ab!“

Der Pavillon steht nicht von Ungefähr an diesem Platz. Blick zurück: Vor gut zehn Jahren sorgt eine größere Clique von Jugendlichen für Ärger, die sich fast jeden Abend an der Volksbank trifft. Auch da hagelt es Beschwerden von Anwohnern der Hauptstraße und Geschäftsbetreibern. Daraufhin stellt die Stadt 2010 den Pavillon an der Hache auf, um für diese Gruppe einen anderen Treffpunkt zu schaffen. Der wird auch angenommen. Zunächst läuft alles recht gut. 2012 gibt es dann wieder Beschwerden von Anwohnern. Die Stadt löst das Problem kreativ und lässt Fensteröffnungen in den Pavillon schneiden, damit sich die Leute darin nicht zu unbeobachtet fühlen. „Seitdem ist Ruhe“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. „Jedenfalls ist seitdem nichts bei uns angekommen. Jetzt geht es anscheinend wieder von vorne los.“

Wobei Laue nicht klar ist, wer dafür verantwortlich sein soll. Die Jugendlichen von damals sind heute längst erwachsen. Und die Stadt hat derzeit keine Kenntnis, ob der Pavillon überhaupt noch als Jugendtreff genutzt wird. Wer sich sonst nachts dort rumtreiben könnte, ist ebenfalls unklar. „Laut Polizei gibt es dort keine Auffälligkeiten“, sagt Laue.

Richtig ist: Die Stadt lässt den Pavillon regelmäßig reinigen. „Das ist öffentlicher Raum, und dann sind wir auch dazu verpflichtet.“ Wenn dort Leute Ärger machen, „soll das so natürlich nicht sein“, sagt sie. „Wir werden das beobachten.“ Heißt: Mitarbeiter hinschicken und nochmal die Polizei darauf ansprechen.

Und wenn der Pavillon tatsächlich überhaupt nicht mehr als Jugendtreff benötigt wird, „dann hat er die längste Zeit da gestanden“. Das rauszufinden, wird dann eine der Aufgaben des neuen Jugendpflegers sein, den die Stadt dieses Jahr noch einstellen möchte.

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