Kommentar 

Suche an der falschen Stelle

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Der Kreuzungsbereich vor dem Kreishaus ist der noch namenlosen Platz in der Syker Innenstadt.

Syke - Von Michael Walter. Edgar Deichmann ist sicher keineswegs so prominent wie der selige Vicco von Bülow. Etwas könnte der verstorbene Syker Ehrenbürger aber bald mit dem berühmten Humoristen gemeinsam haben: Die Suche nach einem angemessenen Loriot-Platz geriet in Bremen zur Posse, als die Wahl auf den Parkplatz vor Radio Bremen zu fallen drohte.

100 Meter Waldstraße ohne nenneswert viele Anlieger sind als Gedenken an einen Ehrenbürger völlig unangemessen, weil belanglos. Allein schon, weil der Name im Sprachgebrauch nicht auftauchen würde, würde auch ein Edgar-Deichmann-Park nicht funktionieren. „Wir treffen uns um drei am Mühlenteich“ – dagegen ist sprachlich einfach kein Kraut gewachsen.

Michael Walter

Diese Erfahrung hat die Stadt schon einmal gemacht, anscheinend aber nichts daraus gelernt. Fiktiver Dialog: „Wir treffen uns am Hinrich-Hanno-Platz.“ – „Wo?“ – „Am Hinrich-Hanno-Platz, vor dem Rathaus!“ – „Ach, am Rathausplatz, sag das doch gleich.“ Dabei müsste Syke doch nur das wiederholen, was vor Jahren am Einmündungsbereich von Hauptstraße, Bassumer Straße und Bahnhofstraße geschehen ist: Der hieß vorher gar nicht, und heißt jetzt „Ernst-Boden-Platz“. Der Platz ist zentral, der Name präsent – und kein Anlieger hat dafür seine Anschrift ändern müssen.

Seit Jahr und Tag ist immer wieder im Gespräch, am anderen Ende der Hauptstraße einen ähnlichen Platzcharakter zu schaffen. Jetzt wäre die Gelegenheit: Auch der Einmündungsbereich von Schloßweide, Mühlendamm und Hauptstraße hat keinen Namen (höchstens wenn man „Der Platz vor dem Kreishaus“ mitzählen will). Das wäre doch der ideale Edgar-Deichmann-Platz! 

Innenstadtnäher geht es kaum, und auch dort müsste niemand seine Adresse ändern, denn die Postanschriften blieben dieselben. Mit dem „Wächter“ von Andreas Frömberg gibt es dort sogar schon eine Statue. Und wenn Syke seinem Ehrenbürger jemals ein Denkmal setzen möchte, könnte es dem Wächter gegenüberstehen und mit ihm korrespondieren. Edgar Deichmann hätte die Idee jedenfalls mit einiger Sicherheit gefallen.

Lesen Sie auch den passenden Artikel zu diesem Kommentar: 

Würdigung für Deichmann

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