Barrier Ortsrat gibt grünes Licht für Plannug eines Neubaus

Edeka: Noch einmal mit Gefühl und Raumkante

Links: Das war die Verhandlungsbasis. So könnte sich Bauamtsleiter Timo Fleckenstein die „Raumkante“ vorstellen, die den Edeka-Parkplatz optisch von der Sudwehyer Straße abgrenzt. Rechts der Gegenentwurf der Edeka-Architekten. Fleckenstein sieht da noch deutlich Luft nach oben, sowohl stilistisch als auch die Nutzung betreffend. - Grafiken: Stadt Syke

Barrien - Von Michael Walter. Jetzt also doch: Neubau statt Erweiterung. Die Edeka verzichtet auf ihr Baurecht zur Vergrößerung des Supermarkts an der Sudweyher Straße und beantragt den Bau einer neuen Martkhalle auf dem hinteren Teil des Grundstücks. Der Barrier Ortsrat gab am Donnerstag Abend einstimmig grünes Licht für den Beginn des Planverfahrens.

Ein gefundenes Fressen für Walter Huntemann: Mit sichlicher Genugtuung betonte der ehemalige Barrier Ortsbürgermeister während der üblichen Einwohnerfragerunde zu Beginn der Sitzung, er habe ja schon immer gewusst, dass aus der Edeka-Erweiterung nichts werde.

Huntemann hatte bis zum Ende seiner politisch aktiven Zeit versucht, die Edeka-Erweiterung zu verhindern und dem Neubau eines Konkurrenten neben der Feuerwehrwiese auf der anderen Seite der B 6 das Wort geredet. Sowohl der Ortsrat als auch der Rat der Stadt hatten sich aber für die Erweiterung entschieden, da sie sich eine Stärkung des Ortskerns versprachen.

Genau die sieht Bauamtsleiter Timo Fleckenstein durch das neue Edeka-Konzept nun aber teilweise gefährdet. Denn die ursprüngliche Idee des Investors war es, die alte Markthalle und die Nebengebäude ersatzlos abzureißen. Dadurch würden die Parkplätze bis unmittelbar an die Sudweyher Straße heranrücken. Für Fleckenstein völlig inakzeptabel: „Stellen Sie sich mal vor, Sie sind mitten im Ort und haben dann so ein Loch!“ Seine Forderung: „Wir brauchen dort eine Raumkante, am besten mit einem Geschäft.“ Das habe aber der Investor wieder nicht gewollt.

Kompromissvorschlag ist jetzt eine Art Eingangsbereich zu einem Fußweg, der über den Parkplatz zur neuen Supermarkthalle führen soll. Aber auch da gibt es unterschiedliche Auffassungen, wie dieser Eingangsbereich am besten aussehen sollte. Fleckenstein fürchtet, der komplett überdachte Entwurf des Investors könne zu viele „dunkle Löcher“ verursachen.

Was auf der Rückseite der „Raumkante“ passieren soll, ist ebenfalls noch offen. Im Ortsrat sprach Fleckenstein von einer Ladestation für Elektro-Autos und E-Bikes. Weiteren Gesprächsbedarf gibt es außerdem über die Führung des Lieferverkehrs und die Gestaltung der Einfahrtsbereiche. Das betonte auch der Ortsrat.

Angesichts der zahlreichen unterschiedlichen Vorstellungen von Stadt und Investor glaubt Fleckenstein: „Das kann durchaus noch ein langer Weg werden.“

Das wäre für die Barrier allerdings nichts Neues. Den ersten Antrag zur Erweiterung des Markts hatte Edeka bereits vor sieben Jahren gestellt. Die Baugenehmigung dafür liegt seit gut einem Jahr vor. Und jetzt dreht Edeka das Rad komplett zurück und fängt nochmal von vorne an.

„Wir haben uns gewundert“, sagt Timo Fleckenstein dazu. „Und wir haben uns gefragt: Wo möchte der Investor eigentlich hin?“ Die Antwort, die Fleckenstein darauf erhalten hat, lautet sinngemäß: In der Zwischenzeit hat Edeka das Konzept für seine Supermärkte verändert. Das neue ließe sich bei einem Ausbau der alten Markthale aber nur schwer umsetzen.

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