Durch Umrüstung auf LED-Leuchten spart Syke im Jahr rund 60000 Euro

Mehr Licht aus weniger Strom

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Im März will die Stadtverwaltung die großflächige Umrüstung der Straßenbeleuchtung abschließen.

Syke - Von Detlef Voges. „Wir sparen und leuchten die Straßen besser aus“ – Lars Brunßen, Tiefbauingenieur im Syker Rathaus, ist begeistert vom neuen Beleuchtungssystem auf den Straßen der Hachestadt. Bis März soll es komplett sein. Dann sind etwa 1800 Lampen im Stadtgebiet mit den neuen LED-Leuchtköpfen ausgestattet. Kostenpunkt: etwa 1,2 Millionen Euro.

Was leuchtet in Syke ab März? Nicht nur LED. Auch etwa 350 CosmoPolis-Lampen, das Vorgängermodell. Zudem noch gut 40 alte Leuchtstoffröhrenobjekte, beispielsweise an der Berliner Straße. Der Rest, immerhin rund 1500 Stück, sind die noch älteren Natriumdampf-Hochdrucklampen, die ein gelbes Licht spenden. Und? Sollen die auch einmal in LED-Leuchten umgewandelt werden?

„Ja“, sagt Brunßen, „wenn sie defekt sind.“ Ansonsten gelte die Maßgabe der Politik, die älteren Modelle ausbrennen zu lassen.

Überhaupt ist das Beleuchtungskonzept der Stadt geprägt durch Vielfalt. So gibt es drei Beleuchtungscodes. Manche Lampen brennen 1950 Stunden im Jahr, andere 2400 Stunden, und noch andere sogar 4800 Stunden. Diese Langbrenner stehen an stark befahrenen Straßen wie der Kafu-Kreuzung und an der Hauptstraße.

In Syke gehen morgens um 6 Uhr die Laternen an und bei einer Helligkeit von 25 Lux wieder aus. In der Abenddämmerung gehen sie ab einer Helligkeit von weniger als 25 Lux wieder an und in der Regel um 24 Uhr aus. Am Bahnhof brennen sie länger und teilweise bis 2 Uhr, weil noch Züge nach 1 Uhr einlaufen. Andere Zeiten gelten auch im Zusammenhang mit der Schulwegsicherung.

Die Stadt hat mit der Umrüstung der Lichtsysteme schon vor Jahren begonnen. Die ersten LEDs kamen 2013 – 66 am Rathaus und umzu. Die Kosten waren mit 64500 Euro moderat. Es gab zudem 11700 Euro an Fördermitteln. Der große Wurf kam 2014: Brüssel hatte mitgeteilt, dass die alten Hochdruck-Quecksilberdampflampen (HQL) nicht mehr hergestellt werden dürfen. Syke war voll davon. „Wenn wir nicht umrüsten, gehen in Syke die Lichter aus“, malte Brunßen damals gegenüber der Politik dunkle Zeiten an die Wand. Der Stadtrat beschloss das Modernisierungs-Modell, das jetzt im März ausläuft. Dann ist Syke bei den Straßenlaternen HQL-frei, haben 1800 ehemalige HQL-Laternen moderne LED-Leuchten.

Mit dem Austausch der Leuchtköpfe allein war es indes nicht immer getan. Die Stadt musste auch Masten auswechseln (Metall statt Holz), zusätzliche Masten platzieren, weil die alten Abstände zu weit waren, und auch höhere Masten wegen der besseren Ausleuchtung setzen.

Dafür hat die Hachestadt jetzt ihre Watt-Leistung bei den Straßenlampen deutlich heruntergeschraubt und trotzdem eine bessere Ausleuchtung.

1,65 Millionen Euro hatte Brunßen für das Beleuchtungsprojekt veranschlagt, bei gut 1,2 Millionen Euro wird es sich einpendeln. „Das ist doch schon mal ganz gut“, sagt er und sieht künftig ein weiteres Plus im Sparen von Strom. Der Fachmann geht von 55 000 bis 65 000 Euro jährlich aus. Auch die Wartungskosten würden deutlich weniger, denn die LEDs sind nahezu wartungsfrei. „Die haben eine Lebensdauer von etwa 100000 Stunden“, sagt Brunßen. Die CosmoPolis-Lampen halten 24000 Stunden, der Rest nur 12000.

Die Stadt plant schon über 2016 hinaus weitere LED-Projekte. So an der B6 zwischen dem Museum und der Krusenberg-Kreuzung in Barrien. Eine Herausforderung wird der alte B6-Abschnitt vom Krusenberg bis zum Bahnhof Barrien. Wegen der dicht stehenden Bäume und der Harzwasserleitung müssen dort mehr Laternen hin. „Das schaffen wir aber“, ist Lars Brunßen überzeugt.

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