Syker muss wegen Betrugs hinter Gitter

Dubiose Geschichte um betrunkenen Russen

Vier Monate ins Gefängnis soll ein Syker (58), weil er mit einer gestohlenen EC-Karte knapp 1 .000 Euro abgehoben hat. So lautet das Urteil des Syker Amtsgerichts.

Syke – War es tatsächlich ein betrunkener Russe, der den Syker an einem Aprilabend vorigen Jahres an der Hauptstraße ansprach und ihn bat, mit einer Scheckkarte für ihn 450 Euro am Automaten abzuheben – und gleich danach noch einmal 500 Euro? Das hatte der Angeklagte zumindest behauptet, und zwar wiederholt. Die Strafrichterin musste nun die Wahrheit herausfinden.

Die EC-Karte war samt Geldbörse aus dem Auto eines Stuhrers entwendet worden. Das Fahrzeug stand damals nicht in Syke.

Der Angeklagte gab an, er sei damals von dem Russen angesprochen worden. Für seine „Dienste“ am Geldautomaten habe er 50 Euro bekommen. Die habe er sich gerne so schnell verdient.

Die Anklage warf ihm vor, dass er mit der EC-Karte am gleichen Abend nochmals 500 Euro absahnen wollte. Es blieb beim Versuch. Der Geldautomat rückte nichts mehr heraus.

18 Einträge im Strafregister

Die Richterin fragte ihn, ob er sich denn gar nichts dabei gedacht habe, als ihn ein Fremder ansprach und bat, für ihn mit der Karte Geld abzuheben. Dazu der Angeklagte: „Nein, ich habe nicht auf die Karte geschaut und den Namen nicht gelesen.“

Der Geschädigte gab als Zeuge an, dass er den Diebstahl der Geldbörse aus dem Auto am nächsten Tag bemerkte und die Karte sperren ließ. Da waren die 950 Euro aber schon futsch.

Die Frage im Gerichtssaal war, ob dem Angeklagten die Geschichte mit dem Russen abgenommen werden könne. Immerhin weist sein Strafregister bereits 18 Einträge auf, darunter Freiheitsstrafen, die er zum Teil auch abgesessen hat. Zur Tatzeit stand er unter Bewährung, und es sollen immer noch Freiheitsstrafen offen stehen.

„Ich nehme ihm die Geschichte schon ab“

Die Staatsanwältin machte klar, dass sie ihm die Geschichte nicht glaubte. Es sei jedoch nicht festzustellen, wie der Syker sonst in den Besitz der Karte kam. Der Mann sei ein Bewährungsversager, der schon einige Bewährungschancen versiebt habe. Die Anklagevertreterin forderte sieben Monate Gefängnis ohne Bewährung.

Der Verteidiger warf die Frage auf, ob sein Mandant Täter oder nur Gehilfe war. Seine Aussage bezüglich der Herkunft der Karte sei konstant gewesen. Besagter Russe sei halt zu betrunken gewesen, um das Geld selber abzuheben. Die Richterin verurteilte den Syker zu vier Monaten Gefängnis ohne Bewährung wegen Betrugs. Sie machte in der Urteilsbegründung deutlich: „Ich nehme ihm die Geschichte schon ab.“ Der Angeklagte habe von Anfang an daran konstant festgehalten. Eine günstige Sozialprognose gebe es nicht. Wie im Gerichtssaal anklang, soll der Syker inzwischen erneut eine Straftat begangen haben.  

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Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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