Effektiver als Sirenen

Drohne warnt im Katastrophenfall

Die weiße Kugel auf dem Dach des Einsatzfahrzeugs hat es in sich: Mit dem mobilen Warnsystem Mobela, das Michael Rochholz (am Mikrofon) erläutert, kann die Bevölkerung im Notfall schnell vor konkreten Gefahren gewarnt werden.
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Die weiße Kugel auf dem Dach des Einsatzfahrzeugs hat es in sich: Mit dem mobilen Warnsystem Mobela, das Michael Rochholz (am Mikrofon) erläutert, kann die Bevölkerung im Notfall schnell vor konkreten Gefahren gewarnt werden.

Landkreis Diepholz – Die weiße Kugel auf dem Dach des Einsatzfahrzeugs hat es in sich: Im durchdringenden Ton kann sie Bürger konkret warnen, wenn Gefahr in Verzug ist, und sie nach einem Großbrand Fenster und Türen geschlossen halten sollen: ein mobiles Warnsystem, das in Wohngebieten und Häuserschluchten lebensrettende Dienste leisten kann. Unabhängig davon kann die Kreisfeuerwehr mit einer Lautsprecher-Drohne Menschen vor Gefahren warnen – was wiederum in dünn besiedelten Gebieten effektiv ist.

„Man muss die Bevölkerung sensibilisieren“

In der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Barrien präsentierte zunächst Michael Rochholz aus Stade (Mitarbeiter des auf Alarmierungen spezialisieren Unternehmens Hörmann) dieses mobile System mit dem Namen Mobela – im Schulterschluss mit Michael Wessels. Ihn stellte Landrat Cord Bockhop in seiner neuen Funktion als Teamleiter Brand- und Katastrophenschutz vor. Der Landrat ließ grundsätzlich keinen Zweifel daran: „Man muss die Bevölkerung sensibilisieren.“ Denn Strom und Wasser seien so selbstverständlich, dass sich kaum jemand noch einen Katastrophenfall, sprich Zeiten ohne diese Grundversorgung, vorstellen könnte.

Doch es gibt durchaus Szenarien, bei denen Mobela unverzichtbar sein könnte. Man denke an eine Evakuierung, wenn Anwohner ihre Häuser nach einem Großbrand oder einer Bombenentschärfung verlassen müssten. Solche Einsätze sind in der Regel regional begrenzt. Eine Alarmierung von Stuhr bis zum Dümmer könnte sich Kreisbrandmeister Michael Wessels nur in einem Fall vorstellen: „Bei einem kerntechnischen Unfall.“

Das mobile Warnsystem Mobela sei schon in den 1990er Jahren konzipiert worden, so Michael Rochholz auf Anfrage. Die Technik kann mit jedem Fahrzeug eingesetzt werden – vorausgesetzt, es verfügt über einen Zigarettenanzünder, also einen 12-Volt-Anschluss. Nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe vor wenigen Wochen ist es offenbar so gefragt wie nie.

Ziel des Landkreises ist es, zunächst vier solcher mobilen Warnsysteme anzuschaffen – und jeweils zwei in den Feuerwehrtechnischen Zentralen in Barrien und in Wehrbleck zu stationieren. Rund 5 000 Euro kostet eine solche Anlage.

Das Geld sei vorhanden, so der Landrat. Nun müsse der Fachausschuss beraten und der Kreistag entscheiden.

Längst zum Einsatzalltag der Kreisfeuerwehr gehört dagegen eine Drohne für akustische Warnmeldungen. Sie eigne sich insbesondere für den Einsatz in dünn besiedelten Bereichen, so Thomas Brinkmeier als Leiter der Drohnengruppe bei der Kreisfeuerwehr. Mit dieser Technik können nicht nur Bürger gewarnt werden. Im Ernstfall hilft sie auch Einsatzkräften, wenn sie Menschen in Not nicht sofort erreichen können. Über die Lautsprecherdrohne könne man ihnen mitteilen, dass Hilfe bereits unterwegs sei.

Passgenaue Lösungen

Michael Wessels stellte klar, dass die mobilen Warnsysteme ausschließlich für die Bevölkerung eingesetzt werden: „Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Feuerwehren werden digital alarmiert.“ Will heißen: Die Sirenen auf den Dächern haben nicht mehr die Bedeutung, die sie einst hatten – und können ohne Strom ohnehin nicht gestartet werden.

Lohnt es sich, alle mit Notstromaggregaten nachzurüsten und mit Sprachfunktion zu versehen? „In großen Städten macht das Sinn“, so Michael Rochholz, „in einem Flächenlandkreis nicht“. Mit Blick auf dünn besiedelte Gebiete bestätigt Michael Wessels: „Es lohnt sich nicht, so etwas in Wagenfeld zu installieren.“

Mitglieder des Kreisausschusses staunten in Barrien über die effektive Technik für Warnungen via Lautsprecher und durch die Luft. Ebenfalls vor Ort: Kreisrat Jens Hermann Kleine.

Volkshochschule soll Informationen vermitteln

Landrat Cord Bockhop kündigte an, die Bürger des Landkreises über die Volkshochschule über wichtige Fakten im Katastrophenschutz informieren zu wollen – die Bürgermeister eingeschlossen. Für sie soll es demnächst eine „Kleinstfortbildung“ mit einer Übung geben, kündigte Cord Bockhop an.

Von Anke Seidel

Warnungen per Drohne: Wie das funktioniert, erläutert Thomas Brinkmeier, Kreisfeuerwehr.

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