Syker vor dem Landgericht Verden

Drogendeals: Anklageschrift listet 500 Fälle

Verden - Von Wiebke Bruns. Viel Lesestoff für den Staatsanwalt gab es am Donnerstag bei einem Prozessauftakt am Landgericht Verden. Inhaltlich ging es auch um viel Stoff, vornehmlich Marihuana und Amphetamine.

Verantworten müssen sich wegen gewerbsmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zwei 24 und 29 Jahre alte Angeklagte, die zumindest zum Tatzeitpunkt beide in Syke lebten. Doch das war in den Jahren 2010 bis 2013.

Der 29-Jährige ist mittlerweile nach Hessen verzogen. Ein weiterer Umzug erwartet ihn, denn geeinigt haben sich die 3. Große Strafkammer, Verteidiger und Staatsanwalt bereits beim gestrigen Prozessauftakt auf eine Strafe, die zwischen viereinhalb und fünfeinhalb Jahren Haft liegen soll. Dieser „Deal“ beinhaltet ein umfassendes Geständnis des Autoverkäufers. Im Gegenzug will der Staatsanwalt die Einstellung einer Vielzahl der angeklagten Taten beantragen.

Bewährungsstrafe wahrscheinlich

Gleiches gilt für den 24-Jährigen, der mit einer Bewährungsstrafe zwischen eineinhalb und zwei Jahren zu rechnen hat. Darin wird eine frühere Jugendstrafe einbezogen. Er soll vorrangig für den 29-Jährigen Drogen verkauft haben, aber auch die mit dem Verfahren ins Land gegangenen Jahre dazu genutzt haben, sein Leben in bessere Bahnen zu lenken und eine Ausbildung zu beginnen. Bei beiden Angeklagten sollen wegen der langen Verfahrensdauer sechs Monate als vollstreckt gelten.

384 „selbstständigen Handlungen“ des 29-Jährigen listet die Anklageschrift. Bei dem 24-Jährigen sind es 122. Jeder ermittelte Einkauf und Verkauf wurde einzeln aufgelistet. Mit dem Deal hat man sich darauf geeinigt, nur die Taten mit Mengen im Kilobereich aufzuklären. Die kleineren Verkäufe, vielfach im ein- oder zweistelligen Grammbereich, würden bei der Strafhöhe nicht sonderlich ins Gewicht fallen.

Teilweise geständig

Geständig einlassen will sich der 29-Jährige zu einer weiteren Tat im Mai 2012. Dabei soll er gemeinsam mit zwei weiteren Männern einen Mann in dessen Wohnung in Bruchhausen-Vilsen aufgesucht haben, um Drogenschulden einzutreiben. 3 000 Euro soll ihm der Geschädigte für „in Kommission übergebene Betäubungsmittel“ geschuldet haben. Der 29-Jährige soll den „Schuldner“ mehrfach ins Gesicht geschlagen und ihm angedroht haben, sich dessen Frau „vorzunehmen“, falls die Schulden nicht beglichen werden.

Außerdem geht es um Taten aus einem früheren Urteil. Im Jahr 2014 hatte das Landgericht Verden den 29-Jährigen wegen Besitzes und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte später das Urteil auf die Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben und an eine andere Kammer des Landgerichts Verden zurückverwiesen. Mit dem gestern gestarteten Prozess soll auch dieses Alt-Verfahren zum Abschluss gebracht werden.

Bereits am kommenden Donnerstag soll ein Urteil verkündet werden.

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