DRK-Zentralküche beliefert seit zehn Jahren den Kindergarten Regenbogenland

Eisbombe statt Eisbein

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Und was gibt‘s heute zum Nachtisch? „EIS!“ Die lautstarke Antwort der Regenbogenland-Kinder ist nicht jedermanns Geschmack – die Eisbombe, die Peter Röpe (hinten rechts) mitgebracht hatte, war es dann aber schon.

Barrien - Von Frank Jaursch. Der Mittagstisch im Regenbogenland ist fast beendet. Die Kinder wissen: Es gibt noch einen Nachtisch. Aber was für einen! Auf einem Tischchen thront, verlockend und reich verziert, eine prächtige Eisbombe. „Nur mit den Augen schauen, nicht mit den Händen“, kommt die mahnende Erinnerung von den Erziehern. Die süße Versuchung ist nicht ohne Anlass an die Glockenstraße gebracht worden: Seit zehn Jahren beliefert die Zentralküche Barrien des DRK die Lebenshilfe-Einrichtung mit dem Mittagstisch.

Mit Mühe können die Kleinen ihre Neugierde zurückhalten. Äußerungen wie „Megageil!“ oder „Das ist aber einen dicken Eis“ sind zu hören. Peter Röpe schmunzelt. Der Leiter der Zentralküche hat die Kalorienbombe mitgebracht, um den Anlass zu feiern.

Mehr als 750 Essen verlassen täglich die moderne Großküche beim DRK-Seniorenheim an der B6, allein 270 davon landen bei Kindertagesstätten in der Umgebung. Der „Sternenhimmel“ in Syke zum Beispiel ist schon lange dabei. Und seit 2005 auch die Lebenshilfe.

Heike Kuffel, Leiterin des Regenbogenlands, ist zufrieden mit dem Angebot. „Sonst wären wir ja nicht so lange dabei“, erklärt sie. Natürlich könne diese Art Essen nie das heimische Kochen ersetzen: „Es ist und bleibt eine Großküche.“ Doch die Kinder im Kindergarten und im Hort langen ordentlich zu – ein gutes Zeichen.

Vor allem, wenn es Pasta gibt. „Alles, was mit Nudeln ist, läuft“, weiß Röpe längst. Aber für eine ausgewogene Ernährung muss eben Abwechslung sein. Bei der Gestaltung des Speiseplans achtet Röpe darauf, dass es einmal pro Woche Fisch gibt, einmal fleischloses Essen und dass öfter mal ein Salat dabei ist. „Und die Fleischportionen sollten nicht zu groß sein.“

In den vergangenen Jahren hat Röpe zudem eine spürbare Veränderung erkannt, was die Sonderwünsche angeht. Vegetarische Ernährung kommt immer häufiger vor, auch Gerichte ohne Schweinefleisch werden angeboten – vor einigen Jahren waren das noch recht exotische Ideen. „Langsam kommt die Stadt Bremen auch nach Barrien“, lacht Röpe.

Für die Kinder lässt der Küchenchef seine Köche deutlich anders kochen als für die Senioren. „Das Essempfinden ist bei Kindern völlig anders. Es wird generell eher flach gewürzt.“

Zudem wird das Tiefkühl-Gemüse kürzer gegart, um die Vitamine zu erhalten. „Und mit Sülze, Matjes oder Eisbein brauche ich den Kindern nicht zu kommen“, sagt Röpe lapidar. Allerdings versucht er durchaus, seine kleinen Kunden an die „deutsche Hausmannskost“ heranzuführen.

Und da gehört eine Eisbombe ja auch dazu. Im weitesten Sinne.

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