Fluch des langen Arbeitsweges

DRK-Seniorenheim in Barrien verliert den Heimleiter und die Hauswirtschaftsleiterin

Christine Grothmann und Thorsten Kerth stehen vor dem DRK-Senioremheim in Barrien.
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Abschied von zweien, die das DRK-Heim in Barrien prägten: Hauswirtschaftsleiterin Christine Grothmann und Heimleiter Thorsten Kerth haben in den vergangenen Jahren die Geschicke des DRK-Seniorenheims in Barrien maßgeblich mitgestaltet. Nun verlassen beide die Einrichtung.

Das Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes in Barrien wechselt den Leiter. Thorsten Kerth hat sich für den Wechsel zu einer Einrichtung entschieden, die näher an seinem Wohnort liegt. Sein Nachfolger hat schon DRK-„Stallgeruch“.

Barrien – 95 Kilometer hinfahren, arbeiten, 95 Kilometer zurückfahren. Tag für Tag, fünfeinhalb Jahre lang. „Und nicht einen Tag krank“, betont Thorsten Kerth mit einem Schmunzeln. Der Leiter des DRK-Seniorenheims in Barrien hat diese Belastung auf sich genommen, mit großer Begeisterung, wie er sagt. Weil er seinen Wohnort in der Nähe von Buxtehude liebt – und weil er die Arbeit in Barrien ebenso liebte.

Aber wie es manchmal so ist mit der Liebe: Irgendwann kommt eine Andere, und die hat was, das die Alte nicht hat. In Kerths Fall ist das vor allem eines: die Nähe zu seinem Wohnort. Im Alten Land, hinterm Deich. Täglich 40 Kilometer Arbeitsweg statt 190. Zweimal sagte Kerth ab – beim dritten Mal war’s um ihn geschehen. Dieser Donnerstag ist sein erster Arbeitstag in seinem neuen Seniorenheim.

„Dagegen hatten wir nichts in der Hand“, sagt Ulrike Hirth-Schiller und seufzt demonstrativ. Die DRK-Kreisgeschäftsführerin wusste, worauf sie sich einließ, als sie den Buten-Hamburger Kerth 2016 zum Barrier Heimleiter machte. Doch auch wenn sie Kerths Weggang bedauert, so bleibt doch auch die Erkenntnis, dass es damals eine „gute Entscheidung“ war, sich für den Mann mit dem langen Arbeitsweg zu entscheiden.

„Das passt richtig gut zusammen“, war eine schnelle Erkenntnis der Beteiligten. Kerth konnte viele seiner Ideen angehen und sich dabei auf ein eingespieltes Team verlassen. „Hier sind viele alte Hasen, denen brauchste nicht zu sagen, was sie zu tun haben.“

Diese Atmosphäre ermöglichte auch ungewöhnliche Projekte – wie das mit dem großen, artgerechten Kaninchenstall, der das Seniorenheim an der B 6 sogar im Fernsehen groß rausbrachte. Für Ulrike Hirth-Schiller ist Hoppels Traum ein Projekt, das „ganz gut zeigt, wie wir unsere Einrichtungen verstehen: Wir wollen eine Situation vorfinden, in der sich alle wohlfühlen.“

Thorsten Kerth ist nicht der Einzige, der eine Lücke hinterlässt: Auch Hauswirtschaftsleiterin Christine Grothmann wechselt ihren Arbeitsplatz und verlässt das Barrier Heim. Bei ihr ist ebenfalls die Nähe zum Wohnort ein wichtiges Argument für den Wechsel gewesen – nach mehr als 30 Jahren. „Sie hat das Heim maßgeblich geprägt“, betont Hirth-Schiller. Grothmann sei für viele Kolleginnen mehr als die Hauswirtschaftsleiterin gewesen – „nämlich eine Freundin“.

Unser Ziel ist es, Leitungspositionen immer langfristig zu besetzen.

Ulrike Hirth-Schiller, DRK-Geschäftsführerin

Die Position des Heimleiters bleibt nicht unbesetzt – der „Neue“ ist dabei einer mit Stallgeruch: Sebastian Ostermann ist bereits Chef des Barnstorfer DRK-Heims. Zunächst soll er beide Einrichtungen parallel leiten, erläutert Ulrike Hirth-Schiller. Über den Sommer wolle man die Corona-Entwicklung abwarten und sich dann „sortieren“. Hirth-Schiller betont: „Unser Ziel ist es, Leitungspositionen immer langfristig zu besetzen.“

Der Neue: Sebastian Ostermann übernimmt die Heimleitung.

Und wie immer die Entscheidung letztlich auch aussieht: Der Fluch des langen Arbeitsweges wirkt bei Sebastian Ostermann nicht ganz so arg – er kommt „nur“ aus dem Kreis Vechta.

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