Waltraut Lütke tritt nach 13 Jahren zurück

DRK Barrien in der Führungskrise: Ortsverein kann Spitze nicht neu besetzen

Der DRK Ortsverein in Barrien hat Probleme, seinen Spitzenposten neu zu besetzen. 
Foto: Jens Kalaene/dpa
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Der DRK Ortsverein in Barrien hat Probleme, seinen Spitzenposten neu zu besetzen. Foto: Jens Kalaene/dpa
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Barrien – „Wer will heute noch ein Ehrenamt übernehmen?“ Vor dieser Frage stehen viele traditionsreiche Vereine dieser Tage. Für den DRK-Ortsverein Barrien ist der Satz jetzt zur Schicksalsfrage geworden. 13 Jahre lang hat Waltraut Lütke die Geschicke der 360 Mitglieder starken Ortsgruppe geleitet. Bereits vergangenes Jahr kündigte die 73-jährige Barrierin gesundheitsbedingt ihren Rückzug an. In diesem Jahr ist nun endgültig Schluss. Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für ihr Amt hat sie nicht gefunden.

„Der Vorstand ist ratlos!“, schreibt Lütke in einer Mitteilung an die Presse. Die vereinsinterne Suche sei ergebnislos verlaufen. „Wenn sich keiner bereit erklärt, wird es den Ortsverein Barrien bald nicht mehr geben“, warnt sie.

Am Telefon räumt Waltraut Lütke schließlich ein: „Man hätte mehr Jüngere ranziehen müssen.“ Damit legt sie den Finger direkt in die Wunde. Die meisten Mitglieder im Ortsverein sind zwischen 75 und 90 Jahren alt. Wenn Lütke „Jüngere“ sagt, spricht sie von den 60-jährigen. Sie bilden eine Minderheit bei den Barrier DRKlern. Das Problem ist also: Die Mitglieder sind entweder zu alt für das Amt des Vereinsvorsitzenden oder zu jung und noch mitten im Beruf stehend.

Eines stellt Lütke nämlich klar: Zeitaufwendig ist ihr Job schon. Es sei „’ne Menge Schreibkram“, hauptsächlich Vorbereitungen für Jahreshauptversammlungen und Vorstandssitzungen. Aber auch das Schreiben von Geburtstagskarten für die Mitglieder nehme seine Zeit in Anspruch. Die Blutspende-Aktionen des Barrier Ortsvereins hat bislang Lütkes Stellvertreterin Erika Mönch übernommen. Aber auch die ist mittlerweile 72 Jahre alt und hat die Veranstaltungs-Planung an zwei jüngere Mitglieder abgegeben.

Neben der ganzen Arbeit hebt die scheidende Vorsitzende, die sich selbst als „Macherin“ bezeichnet, aber auch die positiven Seiten des Amtes hervor. „Es macht Spaß und man hat mit Menschen zu tun.“ Entsprechend sollte auch ein neuer Vorsitzender oder eine Vorsitzende einen offenen Umgang mit anderen, vor allem älteren, Menschen pflegen. Außerdem seien Computer-Kenntnisse wichtig, so Lütke.

Jetzt wagt der Barrier Ortsverein ein Experiment: Er weitet die Suche nach einem neuen Vorsitzenden auf die Öffentlichkeit aus. Wer sich den ehrenamtlichen Vorstandsposten vorstellen kann, soll sich an den Verein wenden. „Wäre schön, wenn wir da wen Jüngeres kriegen“, äußert Waltraut Lütke einen Wunsch und lacht.

Dann aber wird sie wieder ernst. „Es tritt kein junger Mensch mehr ein“, sagt sie. „Früher hat man das DRK noch gekannt, da brauchte man das DRK.“ Heute sei das anders. Der neue Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Barrien hat vermutlich eine weitere große Aufgabe vor sich: Er muss einen Weg zu mehr jungen Mitgliedern finden.

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