Drittklässler der Grundschule am Lindhof machen Radfahrprüfung / „Leute haben an Verkehrszählung gedacht“

„Kein Rennen, sondern eine Sicherheitsfahrt“

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Volle Konzentration: Während die Schüler auf den Rädern unterwegs waren, saßen Eltern an der Strecke und notierten deren Fehler.

Syke - Von Tobias Kortas. Beim Abbiegen über die linke Schulter schauen, Handzeichen geben, langsam in gefährliche Bereiche hineinfahren. Auf andere Radfahrer und Fußgänger achten, die Fahrräder über Ampel-Kreuzungen schieben: Es gab so einiges, auf das 105 Drittklässler, alle um die acht Jahre alt, der Grundschule am Lindhof gestern bei ihrer Radfahrprüfung zu achten hatten.

Auf einem Rundkurs mit Start an der Grundschule mussten sie 20 Stationen meistern, an denen Eltern positioniert waren und sich ihre Fehler auf sogenannten Stationsbögen notierten.

„Macht aber bloß kein Rennen daraus, es geht hier schließlich um eure Sicherheit“, ermahnt Klassenlehrerin Ina Spiegelhauer ihre Schüler am Start mit einem Augenzwinkern. Denn eigentlich wissen ihre Schüler trotz der Nervosität, die den einen oder anderen befallen hat, sehr genau, was sie erwartet. Uwe Timmermann vom Fachdienst Straßenverkehrswesen des Landkreises hat mit den Kindern eine Woche lang „so gut geübt, dass es keine Durchfaller geben sollte“.

In einer Reihe stehend, warten die Drittklässler mit Leibchen in Signalfarben bestückt auf den Beginn ihrer 15- bis 20-minütigen Prüfung. Tiana ist aber doch etwas flau im Magen. „Vielleicht schaffe ich es nicht“, befürchtet sie. Auf die Vorfahrtsregel „rechts vor links“ will sie ganz besonders achten.

Ganz entspannt wirkt dagegen ihr Klassenkamerad Jasper. „Ich bin etwas nervös, fühle mich aber gut vorbereitet“, sagt er. „Das hier macht mir alles Spaß.“

Patricia Kersten, Mutter einer Schülerin, schickt die Kinder auf die Reise: Wenn der vorausgehende Radfahrer von der Lindhofstraße auf die Hohe Straße abgebogen ist, darf das nächste Kind losfahren. Ärgern müssen sich Kersten und Lehrerin Spiegelhauer dabei nur über die Erwachsenen: „Das ist jetzt schon das fünfte Auto, das in die falsche Richtung durch die Lindhofstraße fährt!“

„Die schauen gerade alle nicht nach hinten, beim Abbiegen“, wundert sich Maren Krüger. Sie hat an der Kreuzung Ernst-Boden-Straße/Schloßweide ihre Station.

„Ältere Leute haben mich angesprochen und dachten, dass wir hier eine Verkehrszählung machen“, erzählt Krüger schmunzelnd.

Wieder bei der Grundschule angekommen, wirken die Kinder sichtlich erleichtert. „Es ist ganz gut gelaufen. Vorher habe ich die Handzeichen immer vergessen, jetzt passiert mir das nicht mehr“, sagt Khaled. Sein Mitschüler Philipp setzt noch einen drauf: „Das war perfekt – nur bei der Kreuzung an der Ernst-Boden-Straße bin ich zuerst aus Versehen geradeaus gefahren.“

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