Nordumgehung bald wieder frei

Verzögerungen durch schlechtes Wetter: B6 sorgt weiter für Chaos in Barrien

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Da ging nichts mehr: Nach mehreren vergeblichen Versuchen, in Barrien von der einen Seite der B6 auf die andere zu gelangen, hatte sich dieser Lkw schließlich auf der Glockenstraße festgefahren. Eine Anwohnerin hielt die Situation im Bild fest.

Barrien - Von Frank Jaursch und Michael Walter. Dreieinhalb Wochen – so lange sind die Bauarbeiten an der B 6 in Barrien mittlerweile im Verzug. Und die Anlieger werden jeden Tag aufs Neue vor eine Geduldsprobe gestellt.

Das eigentliche Problem lässt sich dabei mit einem Satz umschreiben: Wie komme ich innerhalb des Orts von der einen Seite der B 6 auf die andere, wenn die Krusenberg-Kreuzung gesperrt ist? Die Antwort offenbart der Blick auf den Stadtplan: Wenn man nicht kilometerlange Umwege über Syke und Okel fahren will, geht das praktisch nur über die Strecke An der Wassermühle / Sudweyher Straße.

Wer aus südlicher Richtung diesen Weg einschlägt, muss dazu von der B 6 links abbiegen und durch die Glockenstraße fahren. Dort kommen ihm dann alle die entgegen, die den gleichen Weg in umgekehrter Richtung nehmen. Und dazu alle, die entweder ihre Kinder zur Schule oder zum Kindergarten bringen beziehungsweise von dort abholen oder die zum Hallenbad oder zur Sporthalle wollen. Resultat: Morgens, mittags und am späten Nachmittag ist dort Nahkampf.

Lkw-Fahrer fährt sich fest

Eine Anwohnerin schildert, wie sich vor ein paar Tagen ein Lkw-Fahrer dort verfranzt hat, nachdem er feststellen musste, dass sein Auflieger nicht unter der Brücke an der Sudweyher Straße durchpasste. Auf seinem Irrweg steckte er letztlich auf der Glockenstraße fest. „Es ging nicht vor und nicht zurück“, sagt sie. 

„Ein Autofahrer ist schließlich ausgestiegen und hat ihn rückwärts rausgelotst. Andere Leute haben ihm dann dabei geholfen. Das Manöver hat insgesamt etwa eine Stunde gedauert. Durch den Rückstau stand so lange der Verkehr im ganzen Ortskern still, und dann musste auch noch die Feuerwehr zu einem Einsatz ausrücken und sich da durchwühlen.“

Straßenbaubehörde ist ratlos

Die Straßenbaubehörde in Nienburg ist zuständig für die Sanierung der B 6. Sie sieht das Problem, das dadurch im Barrier Ortskern entsteht, kann es aber nicht lösen. Der Fernverkehr ist dabei nicht weiter relevant: Der wird weiträumig um die Baustelle umgeleitet. Aus Richtung Bremen bereits ab Brinkum über die B 51 nach Bassum und dann weiter nach Syke, aus Richtung Hannover entsprechend umgekehrt. 

Damit ist dem innerörtlichen Verkehr aber nicht geholfen. „Die Nebenstraßen sind eigentlich nicht geeignet, diesen Verkehr aufzunehmen“, heißt es seitens der Behörde. Nur: Wo soll er hin? „Es gibt keine andere Möglichkeit.“

Nordumgehung bald wieder frei

Deutliche Entlastung verspricht man sich in Nienburg, wenn nach dem Wochenende die Nordumgehung in Syke wieder von der B 6 aus zu erreichen ist. Dann könnte ein Teil des Verkehrs die Sudweyher Straße über Gessel erreichen.

Den zeitlichen Verzug bei den Bauarbeiten führt das Straßenbauamt hauptsächlich auf das Wetter zurück. „Der ursprüngliche Zeitplan war ohnehin schon sehr sportlich“, heißt es. Und dann kamen Sturm und Regen dazwischen. „Wenn es nass ist, können wir keinen Asphalt auftragen“, erklärt die Behörde. „Gleiches gilt für das Auftragen der Fahrbahnmarkierungen.“

So geht es weiter: Der Zeitplan

Laut Auskunft der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg bleibt die Krusenberg-Kreuzung noch die gesamte nächste Woche über gesperrt. Ab dem 13. November sollen dann die Fahrbahnmarkierungen aufgetragen werden. Sobald das erledigt ist, würde die Kreuzung wieder freigegeben werden.

Der 13. November ist auch Stichtag für den Beginn der Sanierungsarbeiten im Abschnitt zwischen Grenzstraße und Melchiorshausen. Dafür kalkuliert die Behörde eine Dauer von zwei Wochen ein.

Sperrung der Waldkater-Kreuzung

Ab dem 13. November ist dann auch die Waldkater-Kreuzung gesperrt. Das bedeutet, der Verkehr aus Richtung Bremen kann dann nicht mehr über die Ristedter Straße in Richtung Gessel und Ristedt gelangen. Die Einbahnstraßenregelung auf der Bundesstraße bleibt während der Bauarbeiten bestehen.

Die Nordumgehung Barrien ist weiterhin von der B 6 aus nicht zu erreichen. Umgekehrt ist das Abbiegen von der Umgehungsstraße auf die B 6 nur in Richtung Bremen möglich.

Die Nordumgehung Syke sollte eigentlich am Freitag bereits wieder von der B 6 aus befahrbar sein. Das hat allerdings nicht geklappt. Anfang nächster Woche sollen nun die Restarbeiten im Einmündungsbereich abgeschlossen werden.

Die gesamte Sanierungsmaßnahme soll laut aktuellem Plan bis zum 25. November beendet sein – immer unter Vorbehalt geeigneten Wetters, betont die Behörde.

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