Kreistag, Stadtrat, Ortsrat: Wilken Hartje gibt den Job auf, der ihm am meisten Spaß macht

Drei sind einer zu viel

Wilken Hartje tritt bei der Kommunalwahl 2021 nicht wieder für den Ortsrat Heiligenfelde an. Er gibt also nach der Wahl sein Amt als Ortsbürgermeister ab.
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Wilken Hartje tritt bei der Kommunalwahl 2021 nicht wieder für den Ortsrat Heiligenfelde an. Er gibt also nach der Wahl sein Amt als Ortsbürgermeister ab.

Heiligenfelde – Da fehlt doch einer!? – Als die CDU neulich ihre Kandidatenliste für die Kommunalwahlen im September veröffentlicht hatte, war auf der Liste für den Ortsrat Heiligenfelde ein Name nicht dabei: Der von Ortsbürgermeister Wilken Hartje. Bestimmt nur ein Versehen. Oder?

„Es stimmt: Ich trete tatsächlich für den Ortsrat nicht mehr an“, sagt Hartje. „Ich mache ja auch noch ein paar andere Sachen.“ Und vielleicht kommt ab Herbst noch eine weitere dazu.

Hartje ist von Beruf Landwirt und darüber hinaus ehrenamtlich stark engagiert: Er ist im Vorstand der Raiffeisen-Genossenschaft Mitte, im Raiffeisen-Viehverband sitzt er im Aufsichtsrat, und er ist als Kreislandwirt – so heißt das tatsächlich – so etwas wie der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer auf regionaler Ebene. Außerdem macht er Politik. Seit 2006 sitzt Wilken Hartje für die CDU im Ortsrat Heiligenfelde sowie im Rat der Stadt. Aktuell als Ortsbürgermeister sowie Fraktionsvorsitzender.

Und jetzt hat noch der Kreisverband bei ihm angeklopft, ob er bei den Wahlen im Herbst nicht „etwas offensiver“ für den Kreistag kandidieren möchte. Eine Vorstellung, die Hartje grundsätzlich gefällt. Schließlich ist das Themenfeld auf Kreisebene noch ein wenig vielfältiger als in der Stadt. Stichwort Krankenhausdiskussion, um nur ein Beispiel zu nennen. Und mit einem vorderen Listenplatz – Hartje steht auf Platz 3 – sind die Chancen nicht schlecht, tatsächlich in den Kreistag zu kommen: Wenn nicht direkt gewählt, dann über die Liste.

Kreistag hieße aber auch zusätzliche Arbeit. Die Konsequenz ist für Hartje, im Gegenzug eine andere Funktion aufzugeben. „Ich musste mich irgendwie entscheiden.“ Und die Entscheidung fiel auf Ortsrat und Ortsbürgermeister.

Das ist ausgerechnet das Ehrenamt, dass Hartje am meisten Spaß macht. „Das ist aber auch der Job, für den sich am einfachsten ein Nachfolger finden ließe“, sagt er. „Beim Ortsbürgermeister bin ich mir sehr sicher, dass es mindestens zwei Leute gibt, die das ganz gerne machen würden.“ Wenig überraschend: Namen nennt er nicht. „Man weiß ja nie, wie der Wähler wählt.“ Und in Heiligenfelde sei es schon seit vielen Wahlperioden so, dass immer die Person Ortsbürgermeister wird, die die meisten Einzelstimmen bekommt, selbst wenn sie nicht von der Partei mit der Mehrheit im Ortsrat kommt. „Und die mit den zweitmeisten Stimmen wird automatisch Stellvertreter. Selbst wenn sie bei einer anderen Partei ist.“ Er selbst sei als Christdemokrat ja auch Stellvertreter vom sozialdemokratischen Ortsbürgermeister Bille Helms gewesen. „Das find ich auch am besten. Das versteht der Wähler wenigstens.“ Überhaupt: „Ortsrat ist Teamwork.“ Was nicht heißt, dass nicht hin und wieder mal die Fetzen fliegen würden. „Aber wenn sie fliegen, dann über die Parteigrenzen hinaus.“

Wie Hartje das sagt, klingt da schon einiges Bedauern über den bevorstehenden Abschied durch. Und wenn er am Ende gar nicht in den Kreistag gewählt wird? Dann hätte er den Ortsrat umsonst aufgegeben. „Das wär dann sicher ein bisschen schade“, sagt er. „Aber ich hätte auch keine Langeweile. Und der Syker Politik bleibe ich ja erhalten.“ Für den Rat der Stadt tritt Hartje im September wieder an, und mit Listenplatz Nummer eins als amtierender Fraktions-Chef wird er mit ziemlicher Sicherheit auch wieder reinkommen.

Wirklich unglücklich ist Wilken Hartje nicht, dass das nun so kommt. „Nach zehn Jahren Ortsbürgermeister ist es vielleicht ganz gut, wenn es mal ein anderer macht. Spätestens nach 15 muss eh ein anderes Gesicht her, finde ich. Und man soll aufhören, wenn es noch Spaß macht. Wenn man erst aufhört, wenn man die Schnauze voll hat, ist es eigentlich schon zu spät.“

Von Michael Walter

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