Drei Jahrzehnte „Caféhaus“

Bremer Salonorchester begeistert im Syker Ratssaal

Gern gehört: harmonische Klänge im Syker Ratssaal. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Ilse-Marie Voges. Was für ein schöner, entspannter Sonntag mit großartiger Musik und Unterhaltung! So urteilten gleich zu Beginn viele Gäste im voll besetzten Ratssaal. Zu zwei Caféhaus-Konzerten hatte Jazz Folk Klassik (JFK) am Wochenende eingeladen.

Nach der Begrüßung durch Rainer Köster von JFK ließ Hans-Jürgen Osmers, Leiter des Bremer Salonorchesters, das Publikum wissen: „Es handelt sich um ein Jubiläumskonzert: Seit 30 Jahren spielen wir in Syke.“

Vier zusätzliche Musiker ergänzten das Standard-Ensemble. Zum Auftakt erklang die berühmte burleske Ouvertüre aus der Oper von Jacques Offenbach. Und auch die Musik aus „Hoffmanns Erzählungen“ zog die Caféhausgäste sofort in ihren Bann.

Der „Strauß in Paris“, Emil Waldteufel, hat den Pariser Charme und spanisches Temperament in seiner Musik komponiert. Mit „España“ und dem bekannten Zigeunertanz, der den Süden Spaniens beschreibt, mit Melodien, die afrikanische Wurzeln haben, prägte der Komponist Musikkultur.

Musikalisch blieben die Musiker zunächst im Süden Europas. Amilare Ponchiellis Musik hat der allegorischen Balletteinlage zur Oper Gioconda mit dem „Tanz der Stunden“ und dem „Hexentanz“ einen neuen Mittelpunkt gegeben. „Foniculi Fonicula“, das bekannte volkstümliche, neapolitanische Lied von Luigi Denza, erstmalig 1883 zur Eröffnung der Standseilbahn zum Vesuv in Italien gespielt, gilt bis heute als klassischer Evergreen. Im „Syker Caféhaus“ waren es die Posaune des Engländers Drayton Cameron und die erste Geige von Birgitt Dengert, die dem Welt-Hit den nötigen Schwung gaben. Die Gäste wippten mit den Füßen und applaudierten begeistert.

Osmer ist seit Jahren für kleine heitere Zwischentöne bekannt. „Das Salonorchester kommt nicht drum herum, ohne Walzer und Polka ein Konzert zu veranstalten“, bemerkte er launig und lud ein zum Walzerkönig Johann Strauß und zum beliebten „Kaiserwalzer“, der mehr als zehn Minuten dauert.

Radetzky-Marsch als Zugabe

Musicals haben ihre Wurzeln in Amerika, Berlin und Wien, erzählte Osmer dem interessierten Publikum. Frederick Loewe, ein Berliner, der in den USA die Entstehung von Musicals erlebte, begeisterte die Musikliebhaber mit seinen Kompositionen aus „My fair Lady“ – wie „Ich hätt’ getanzt heut Nacht...“. Leonard Bernstein eroberte mit der „West Side Story“ die Welt. Er betrat mit der kritischen Handlung neues Terrain und schuf eine moderne Romeo-und-Julia-Version. Seine Instrumentalstücke sind Meisterwerke.

Ohne Zugabe ließ das Publikum das Salonorchester nicht aus dem Rats-Café. Der Radetzky-Marsch war der krönende Abschluß des unterhaltsamen Nachmittags mit zeitloser, wunderbar präsentierter Musik.

Für 2018 haben sich viele Gäste bereits in die Besucherliste eingetragen. Auch das ist längst guter Brauch geworden und zeigt, wie gut das Bremer Salonorchester beim Syker Publikum ankommt – auch noch mit 30 Jahren „auf dem Buckel“.

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