Boxsparte des TuS Syke leistet Integrationsarbeit

Disziplin statt Diskussionen

Vorbildliche Integrationsarbeit leisten Godwill Moewi-Ames (l.) und sein Co-Trainer Manfred Retzlaff (r.) mit der Multi-Kulti-Boxsportgruppe des TuS Syke. - Foto: Heiner Büntemeyer

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Bei der Integration von Flüchtlingen spielt der Sport eine ganz wichtige Rolle. Vorbildliche Arbeit leistet die Boxsparte des TuS Syke, in der gegenwärtig 25 junge Männer und Frauen aus mindestens zehn unterschiedlichen Herkunftsländern gemeinsam trainieren. Etwa ein halbes Dutzend sind Flüchtlinge und Asylbewerber.

Das Training leiten Godwill Moewi-Ames und sein Co-Trainers Manfred Retzlaff. „Die Mädels holen die Handschuhe, die Jungs die Sandsäcke!“ Das ist keine Bitte vom Trainer, sondern eine Ansage. Bei Ames wird nicht diskutiert, er setzt auf Disziplin. Alle wissen: Beim Training redet nur einer, und das ist der Coach. „Amtssprache ist Deutsch“, erklärt er seinen Schützlingen.

Wer die Trainingsanweisungen nicht versteht, bekommt sie bei Trainingsbeginn einmal übersetzt. „Bei mir gibt es kein Larifari, hier herrscht Disziplin, was ich ansage, wird befolgt.“

Das gilt erst recht für die Spielregeln zum Umgang miteinander: Trainer und Gäste werden mit Handschlag begrüßt. Wer sich nicht daran hält, macht sofort vor versammelter Mannschaft 20 Liegestütze. Die sportliche Ausbildung ist für Godwill Moewi-Ames beim Boxen nur eine von mehreren Komponenten. Ebenso wichtig ist für ihn die mentale Stärke, die einhergeht mit Selbstachtung, Pünktlichkeit und Disziplin. „Boxer müssen Charakter zeigen und dürfen ihren Sport nicht missbrauchen“, erklärt der Trainer. Wer dagegen verstößt, braucht sich nicht wieder bei ihm blicken zu lassen.

Aber diese klare Linie funktioniert. Konzentriert erledigen die vier Frauen und 21 Männer ihr Trainingspensum. Niemand redet, der Schweiß strömt, erbarmungslos werden die Sandsäcke verdroschen. Der Trainer lässt Boxer vortreten, um die von ihm geforderten Schlagkombinationen zu demonstrieren, die anderen imitieren sie so lange, bis sie die Bewegungsabläufe verinnerlicht haben. Dann gibt es auch Lob: „Ich freue mich, so eine Mannschaft zu haben“, lautet sein Kollektiv-Lob, und „Gute Arbeit!“ Die höchste Form der Anerkennung.

Bei einigen der Asylbewerber laufen die Verfahren noch, aber alle freuen sich auf die ersten Sparringskämpfe am 4. Juni in Diepholz und am 11. Juni in Wehrbleck. Und für eine Box-Demo am „Tag des Sports“ am 19. Juni in Syke, steigen sie zum ersten Mal in einen Hochring.

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