TSV Barrien: Kopfzerbrechen wegen Gas und Wasser

Die Tücken der Technik

Am Brunnen vor dem Tore steht hier zwar kein Lindenbaum, aber der Schutthügel zeugt noch von den Arbeiten an der neuen Wasserversorgung für die Beregnungsanlage beim TSV Barrien.
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Am Brunnen vor dem Tore steht hier zwar kein Lindenbaum, aber der Schutthügel zeugt noch von den Arbeiten an der neuen Wasserversorgung für die Beregnungsanlage beim TSV Barrien.

Barrien – Wenn du „mal eben schnell“ ‘ne neue Heizung brauchst, hast du meistens ein Problem. Weil es dabei um Summen geht, die man in aller Regel nicht aus der Portokasse bezahlt. Das ist für den TSV Barrien nicht viel anders als für einen privaten Haushalt. Zumal der Verein in diesem Jahr ohnehin von den Tücken der Technik gebeutelt ist.

Im Frühjahr hatte der TSV die Beregnungsanlage für seine beiden Hauptplätze einbauen lassen. Erst seit wenigen Tagen funktioniert sie. Dann kam die Sache mit der neuen Heizung, und auch die ist noch nicht ausgestanden, weil sie weitere Arbeiten nachzieht – und damit weitere Kosten. Finanziell „ein Schlag ins Kontor“, sagt Vorsitzender Gerhard Mey.

Die alte Heizungsanlage bestand noch aus zwei separaten Gas-Brennern: Einen für die Grundversorgung und einen zweiten, um die Spitzenlast abzufedern, wenn gerade besonders viel warmes Wasser auf einmal benötigt wurde. Etwa wenn nach einem Spiel zwei Teams gleichzeitig unter der Dusche stehen. Einer davon war jetzt defekt, und die Reparatur hätte so hohe Kosten verursacht, dass sie nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre.

Folglich lautete die Lösung: Aus zwei mach eins. Beide alten Brenner wurden durch einen modernen mit mehr Power ersetzt. Der lässt sich wesentlich präziser steuern als die alte Anlage und spart dadurch trotz höherer Spitzenleistung sogar noch Energie. Kostet allerdings auch 12- bis 13 000 Euro. Die Rechnung steht noch aus.

Diese an sich sinnvolle Modernisierung schlägt aber Wellen: Weil die neue Heizung deutlich mehr Power hat als die alte, ist plötzlich die Gasleitung zu dünn. Normalerweise läuft der Brenner auf Teillast. Fährt er aber mit Maximalleistung, kommt nicht mehr genug Gas an. „Die EWE muss jetzt den ganzen Weg aufbuddeln“, erklärt Gerhard Mey. „Etwa 160 Meter von der Straße zum Vereinseim.“ Das soll laut Mey noch in diesem Jahr passieren.

Die Kosten dafür muss der TSV erst mal vorstrecken. Zuschüsse beim Stadtsportring und beim Kreissportbund sind zwar beantragt. „Aber ob wir die bekommen, ist noch offen.“

Mey hofft zuversichtlich, dass daraus keine ähnlich unendliche Geschichte wird wie mit der Beregnungsanlage für die beiden Fußballplätze auf dem Gelände. Da erwies sich die Wasserversorgung als Stolperfalle.

Das Wasser für die Sportplatzbewässerung sollte nicht aus der Leitung kommen, sondern Grundwasser sein. Prinzipiell kein Problem: Ein paar Meter weiter fließt die Hache, und daher ist der Boden so feucht, dass man nicht tief buddeln muss, um auf Grundwasser zu stoßen. „Das macht der TSV schon seit 50 Jahren so“, sagt Mey. Die alte unterirdische Pumpe war allerdings hinüber und musste ausgetauscht werden. Die Bohrung für das neue Rohr stieß aber auf Widerstand. Ob Gestein und Geröll oder sogar uralter Bauschutt: So genau weiß das keiner beim TSV.

Ein zweiter Brunnen wurde gebohrt. „Da zog die Pumpe aber nur Sand“, erzählt Mey. „Das hat die Filter beschädigt.“ Also musste eine dritte Bohrung erfolgen. Die war dann letztlich erfolgreich. Und seit ein paar Tagen ist die Anlage fertig angeschlossen. Allerdings ist sie inzwischen auch wieder winterfest gemacht worden. Gesamtkosten: Etwa 38 000 Euro. Davon muss der TSV knapp die Hälfte selber stemmen.

Was Gerd Mey ausgesprochen positiv erlebt: Obwohl über weite Teile des Jahres der TSV sein Sportangebot praktisch auf null herunterfahren musste, gab es unter den knapp 1300 Mitgliedern keine Austrittswelle. „Hier ruft keiner an und meckert.“

Von Michael Walter

Moderne Technik leichtgemacht: Heizungsbaumeister Luca Ehlers erklärt Vorsitzendem Gerhard Mey die neue Heizungsanlage im Sport- und Bewegungszentrum.

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