Mittwoch Bürgerbeteiligung bei der Suche nach neuen Standorten

Die Sache mit dem Wind

Die Windräder im Syker Stadtgebiet dürften derzeit nur durch Anlagen gleicher Größe ersetzt werden. Die werden aber schon längst nicht mehr gebaut. Die Stadt arbeitet an einem neuen Windenergie-Konzept und will dazu den Flächennutzungsplan ändern. Archivbild: Michael Walter
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Die Windräder im Syker Stadtgebiet dürften derzeit nur durch Anlagen gleicher Größe ersetzt werden. Die werden aber schon längst nicht mehr gebaut. Die Stadt arbeitet an einem neuen Windenergie-Konzept und will dazu den Flächennutzungsplan ändern. Archivbild: Michael Walter

165 Seiten Papier bilden die Grundlage für den Bürgerdialog zum Thema Windkraft, zu dem die Stadtverwaltung für Mittwoch ab 17 Uhr in virtueller Sitzung einlädt. So lang ist der Vorbericht, den das Planungsbüro NWP aus Oldenburg dazu verfasst hat. Ein Zeichen, wie komplex das Thema ist.

Syke - Windkraft gilt baurechtlich als privilegiert. Das heißt: Grundsätzlich sind Windräder daher überall im Außenbereich zulässig. Es sei denn, es gibt einen Flächennutzungsplan, der ausdrücklich bestimmte Standorte dafür vorsieht. Gibt es den nicht, kann die Landschaft schnell so aussehen wie etwa zwischen Schwaförden und Sulingen.

Syke hat einen Flächennutzungsplan, der solche Sondergebiete ausweist. Und dass der kein Verhinderungsplan ist (das wäre verboten), haben diverse Gerichtsverfahren in der Vergangenheit bestätigt.

Aber die Zeiten ändern sich – und damit auch die Rechtsprechung. Die Gerichte sagen inzwischen: Windkraft muss in der Planung genügend Raum haben. Das könnte in Syke mit den paar bestehenden Standorten eventuell schon kritisch werden. Und: Die bestehenden Windräder sind alt. Sie dürfen zwar modernisiert, aber – Stand heute – nur durch Anlagen gleicher Größe ersetzt werden. Doch die werden lange schon nicht mehr gebaut. Als der bestehende F-Plan aufgelegt wurde, waren Winderäder 90 bis 100 Meter hoch. Heute sind 200 Meter normal.

Damit Syke auch in Zukunft gerichtsfest sagen kann: „Hier ist Windkraft möglich, aber dort nicht“, wollen Stadt und Politik den F-Plan überarbeiten. Den Auftrag dafür hat das Planungsbüro NWP bekommen. Erstes Zwischenergebnis: Es gibt innerhalb der Syker Stadtgrenzen insgesamt fünf Gebiete, in denen zusätzlich Windkraft möglich wäre. Aber nicht alle könnten tatsächlich entwickelt werden, da sie sich teilweise gegenseitig ausschließen. Die Fachplaner von NWP hatten sich jedoch außerstande gesehen, vorherzusagen, welche Gebiete übrig bleiben würden. Ihr Vorschlag war, alle fünf Gebiete weiter zu entwickeln und abzuwarten, welche sich im weiteren Verlauf des Planverfahrens als machbar erweisen und welche nicht.

Im Detail ist das sehr kompliziert. Weil so viele verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen. Und weil bei der Abwägung die Kriterien für alle Gebiete gleich sein müssen. Dabei geht es um die möglichen Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen, das Grundwasser spielt eine Rolle und der Boden. Bodenfruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit sind zum Beispiel Kriterien, ebenso die Verdichtungsempfindlichkeit und gegebenenfalls vorhandene Altlasten. Abstände spielen außerdem eine große Rolle. Zu Landschafts- oder Naturschutzgebieten, zur Wohnbebauung oder zum nächsten bereits vorhandenen Windrad. Da setzt die Stadt einen Abstand von mindestens 3 000 Metern zwischen Windparks voraus. Argument: „Schutz des Raumes vor Überfrachtung durch Windenergieanlagen.“ Und warum gerade 3 000 Meter? „Dieser Radius entspricht jeweils der 15-fachen Höhe für angenommene Referenzanlagen mit Höhen von 200 Metern“, heißt es in der Erklärung.

Wer bei dieser virtuellen Bürgerbeteiligung dabei sein will, kann sich beim Sitzungsdienst der Stadt Syke anmelden und erhält dann einen Link per E-Mail.

Anmeldung

04242 / 164 655 sitzungsdienst@syke.de

Von Michael Walter

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