Die Rückkehr der Aale

Syker Angelsportverein setzt 7 000 Jungfische in die Hache

Die Hache ist ihr neues Zuhause: Andree Fischer und Pascal Fischer (v.l.) vom Syker Anglerverein setzen knapp 7000 Glasaale ins Gewässer. 20 Kilogramm Jungfische sind es insgesamt. In frühestens acht Jahren dürfen die Aale geangelt werden.
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Die Hache ist ihr neues Zuhause: Andree Fischer und Pascal Fischer (v.l.) vom Syker Anglerverein setzen knapp 7000 Glasaale ins Gewässer. Insgesamt 20 Kilo Jungfische. In frühestens acht Jahren dürfen die Aale geangelt werden.

Barrien – Europa zahlt mit. „Daneben beteiligen sich das Land Niedersachsen und der Syker Angelverein an den Kosten für eine Wiederansiedlung des europäischen Aals in heimischen Gewässern“, berichtet Andree Fischer, Gewässerwart im Syker Angelsportverein im Gespräch mit unserer Zeitung. Der begehrte Fisch soll sich auch wieder in den Flüssen der Region tummeln. Dafür sorgen nun die Jungaale, die am Samstag in Barrien ausgesetzt wurden.

„Der europäische Aal ist als vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Giftstoffe, die ins Wasser gelangen, führen ebenso wie Bauwerke – hier insbesondere Wasserkraftwerke – zu erheblicher Dezimierung der Bestände“, führt Fischer aus. Um diesem Artensterben entgegenzuwirken, finanziert Brüssel Aktionen wie die des Syker Angelvereins.

Auf dem Parkplatz vor dem Barrier Sportplatz hatten sich mehrere Vereinsmitglieder eingefunden, um 20 Kilo Aale von einem Aufzuchtbetrieb in Haren an der Ems entgegenzunehmen. Im Lastwagen reisten sie in großen Tanks an und wurden in kleinere Transportbehältnisse umgeladen. „20 Kilogramm klingt nicht viel“, ergänzte Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Anglerverbands Niedersachsen, der sich vor Ort informierte. „Ein Aal erreicht nach fünf bis acht Jahren eine Länge von etwa fünfzig Zentimetern. Er wiegt dann etwa 300 Gramm. Hier setzen wir Glasaale aus, die jeweils drei Gramm wiegen. Bei den bestellten 20 Kilogramm handelt es sich also um rund siebentausend Fische“, ergänzt er.

Laut Andree Fischer setzt der Syker Angelverein die jungen Fische in der Hache aus: beginnend in Barrien an verschiedenen Stellen über Syke bis nach Neubruchhausen. Alle dort ausgesetzten Aale sind im Salzwasser der Sargassosee geschlüpft, in der Nähe der Bahamas, im Atlantik. Etwa drei Jahre braucht die Aalbrut, um von dort an europäische Küsten zu gelangen. Normalerweise würden sie jetzt die Flüsse hinaufziehen und die nächsten 12 bis 15 Jahre in Binnengewässern bis zur Geschlechtsreife heranwachsen.

Da der natürliche Weg nur noch stark eingeschränkt klappt, hilft der Mensch mit den Besatzmaßnahmen aus. An europäischen Küsten, überwiegend in Frankreich, werden die Larven gefangen und in speziellen Aquakulturen, wie zum Beispiel dem in Haren, aufgepäppelt.

Die kleinen Aale sind rund sieben Zentimeter lang und nur drei Gramm schwer.

Von etwa 0,3 Gramm Ausgangsgewicht erreichen sie zunächst die Größe von rund sieben Zentimetern und drei Gramm Gewicht. Ausgesetzt in Flüssen, können sie ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen – sofern sie nicht vorher gefischt werden. „Wir haben im Verein die Regel, nur Aale ab fünfzig Zentimeter Länge zu angeln. Die sind dann wenigstens acht Jahre alt. Nach den gesetzlichen Vorgaben wäre es auch schon früher möglich“, sagt Fischer.

In Europa gilt der Aal als beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet und gerne auch geräuchert auf den Tisch kommt. „Das natürliche Leben der Aale bildet einen Kreislauf ab“, beschreibt es Ralf Gerken.

Mit Geschlechtsreife zieht es die Aale dorthin zurück, wo sie geschlüpft sind. Innerhalb eines Jahres legen sie dabei Entfernungen von rund 5 000 Kilometern zurück. In der Sargassosee laichen die Tiere dann im Salzwasser wieder ab und sterben danach. Ein weiblicher Aal produziert zuvor rund zwei Millionen Eier.

Von Horst Meyer

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