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Experimente, Essen, Exkursionen

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Von: Michael Walter

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Nabu, BUND, Grüne, Klima-Aktions-Bündnis und Kneippverein ziehen an einem Strang und zetteln gemeinsam „die Rebellion der Gärten“ an. Unter diesem Stichwort laden sie für Sonntag, 19. Juni, ins Vorwerk ein. Marita Thiel-Wolf (v.l.), Anni Wöhler-Pajenkamp, Thomas Suermann und Gastgeberin Nicole Giese machen an Ort und Stelle schon ein bisschen Reklame dafür.
Nabu, BUND, Grüne, Klima-Aktions-Bündnis und Kneippverein ziehen an einem Strang und zetteln gemeinsam „die Rebellion der Gärten“ an. Unter diesem Stichwort laden sie für Sonntag, 19. Juni, ins Vorwerk ein. Marita Thiel-Wolf (v.l.), Anni Wöhler-Pajenkamp, Thomas Suermann und Gastgeberin Nicole Giese machen an Ort und Stelle schon ein bisschen Reklame dafür. © Michael Walter

„Die Rebellion der Gärten“ – Umweltaktivisten laden ein

Syke – An einem Strang ziehen für mehr Vielfalt und mehr Leben in den Syker Gärten: Das haben sich die Syker Grünen, der Nabu, der BUND, das Klima-Aktions-Bündnis sowie der Syker Kneippverein auf ihre Fahnen geschrieben. Gemeinsam veranstalten sie im Vorwerk einen großen Aktionstag unter dem Titel: „Die Rebellion der Gärten.“

Was die Besucher dabei erwartet, schilderten Marita Thiel-Wolf (Grüne), Anni Wöhler-Pajenkamp (Nabu), Thomas Suermann (Klima-Aktions-Bündnis) und Vorwerk-Kuratorin Nicole Giese als Gastgeberin am Dienstag in einem Pressegespräch. Die Kurzform lautet: Expertisen und Experimente, Essen und Exkursionen und ein Open-Air-Konzert.

Forum dafür ist am Sonntag, 19. Juni, das Vorwerk. Aber der Aktionstag beschränkt sich nicht darauf. Zum Auftakt gibt es nacheinander zwei geführte Spaziergänge: Um 14 Uhr durch den Hohlweg hinterm Hallenbad (Treffpunkt am Parkplatz), bei dem es auch um das geplante Baugebiet auf der städtischen Grünfläche nebenan geht. Und um 15.30 Uhr geht es um „naturnahe Gärten am Friedeholz“. Um 16 Uhr beginnt das Programm im Vorwerk-Garten, um 18 Uhr ein Experten-Vortrag über Nachtfalter und um 20 Uhr ein Konzert mit der Band Strom & Wasser. Nach eigenen Angaben: „Ska-Punk-Polka-Randfiguren-Walzer-Rock mit stark kabarettistischer Schlagseite.“

Syke ist dabei Teil eines Ganzen, hinter dem als kreativer Kopf Heinz Ratz steckt: Dichter, Schriftsteller, Liedermacher und musikalischer Kopf von Strom & Wasser. Ratz ist auch politischer Aktivist, lief 1000 Kilometer zu Fuß nach München, schwamm 850 Kilometer durch deutsche Flüsse und fuhr 7000 Kilometer mit dem Rad. Für Flüchtlinge, Wohnungslose und zum Schutz der Gewässer. Auch die „Gartenrebellion“ ist sein geistiges Baby. In 60 bis 80 Städten will er dieses Jahr Gartenbesitzer dazu animieren, ihre Gärten zu Überlebensoasen für Insekten und Kleintiere zu machen. Syke ist eine Station dabei.

„Es geht um naturnahe Gartengestaltung und verschwindende Artenvielfalt“, fasst Anni Wöhler-Pajenkamp das zusammen. Und Thomas Suermann weist besonders auf den zweiten der beiden geplanten Spaziergänge hin: „Wir zeigen zwei Gärten als Gegenentwurf zu Schottergärten oder Nur-Rasen-Gärten. Dagegen einen Kontrapunkt zu setzen, ist das Ziel der Veranstaltung.“

Anni Wöhler-Pajenkamp spielt den Ball weiter: „Wer gerade gebaut hat und vielleicht zum ersten Mal einen eigenen Garten hat, ist oft aufgeschmissen, weil er gar nicht weiß, wie leicht er den so gestalten könnte, dass er nur wenig Arbeit macht und trotzdem naturnah ist.“ An Info-Ständen wollen die örtlichen Mitveranstalter auch darüber aufklären.

Das Klima-Aktions-Bündnis plant ein Experiment. Thomas Suermann: „Wir buddeln hier ein Trichterloch. Darin wird Holz angezündet. Das brennt aber nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Dadurch entsteht oben ein Hitzedeckel, der verhindert, dass CO2 freigesetzt wird, sondern es wird gebunden in der Holzkohle. Die kann man dann im Garten ausbringen. Als Alternative zum Verrotten von Totholz oder zum Mulchen mit Hackschnitzeln, was viel CO2 freisetzt.“

Der Eintritt – auch zu Vortrag und Konzert – ist frei, Anmelden nicht erforderlich.

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