Das Gesicht der VHS

Die örtliche Leiterin der Syker Volkshochschule Lydia Neumann im Interview

Seit Herbst 2016 ist Lydia Neumann die örtliche Leiterin der VHS in Syke. Sie zeigt die bisherigen zehn Ausgaben der VHS-Programme.
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Seit Herbst 2016 ist Lydia Neumann die örtliche Leiterin der VHS in Syke. Sie zeigt die bisherigen zehn Ausgaben der VHS-Programme.

Syke – Seit fünf Jahren ist Lydia Neumann die örtliche ehrenamtliche Leiterin der Volkshochschule in Syke. Praktisch zeitgleich ist die hauptamtliche Leitung der VHS von Syke nach Bassum umgezogen. Das haben wir zum Anlass für ein Interview mit ihr genommen.

Wenn es eine hauptamtliche Leitung der VHS gibt, was macht dann eigentlich die ehrenamtliche?

Lydia Neumann: Ich bin quasi das Gesicht der VHS im Ort. Ich betreue Veranstaltungen, halte Kontakt zu Dozenten, suche neue Dozenten und kann Themenvorschläge machen. Alles, was mit den Finanzen zu tun hat, ist zum Beispiel Sache der hauptamtlichen Leitung.

Wie wird man denn örtliche VHS-Leiterin?

Man wird vom vorherigen Amtsinhaber vorgeschlagen oder die Aufgabe wird öffentlich ausgeschrieben.

Und was war es bei Ihnen?

Ich bin von meiner Vorgängerin Hanne Turner vorgeschlagen – und auch gut eingearbeitet – worden.

Was braucht es für den Job? Was sind die benötigten Kernkompetenzen?

Eigene Ideen, ein offenes Ohr, Beobachtungsgabe. Man muss am Puls der Zeit sein. Erkennen: was wird gewünscht? Was ist gerade in? Was wird demnächst ein wichtiges Thema?

In Syke hat es gerade einige Veränderungen gegeben. Wie wirken die sich aus?

Die Geschäftsstelle ist nach Bassum umgezogen und mit ihr die meisten Kurse „Deutsch als Fremdsprache“. Für die übrigen Kurse stehen nur noch die Räume der VHS-Bildungsstätte an der Boschstraße 9 im Gewerbegebiet zur Verfügung.

In den vergangenen Semestern hatten Sie wegen Corona viele Vorträge in Online-Angebote umgewandelt. Drehen Sie dieses Rad jetzt wieder zurück oder soll das so bleiben?

Leider war in der Planungsphase für das nun angelaufene Semester die Situation so wenig vorhersagbar, dass wir lieber wieder mit Online-Angeboten auf Nummer sicher gegangen sind. Die Online-Angebote wurden sehr gut angenommen. Dozenten und Teilnehmer begrüßten die Planungssicherheit ebenso wie ich. Die VHS, die Dozenten, aber auch die Zuhörer haben viel dazu gelernt und können nun die Inhalte wirklich genießen. Ich bin mir sicher, irgendwann wird es Vorträge sowohl in digitaler als auch in Präsenzform geben. Den Menschen fehlt die Begegnung. Und mir fehlt die Begegnung mit den Teilnehmern und Dozenten.

Haben Sie auch privat diese Angebote genutzt?

Ja, ich habe mir etliche Vorträge auch von anderen Anbietern angehört. Man lernt dabei inhaltlich und technisch. Außerdem habe ich einen Online-Sprachkurs begonnen, den ich noch weiter fortführe. In Präsenz hätte ich dazu keine Zeit.

Die örtliche VHS-Leitung ist ja ein Ehrenamt. Was macht Lydia Neumann denn hauptamtlich?

Ich bin als Lehrkraft in der Erwachsenenbildung tätig.

Und ist das das, was Sie nach der Schule mal werden wollten?

Sagen wir mal so: Ich mache nicht mehr das, was ich studiert habe.

Gefühlt war der Anteil der politischen Bildung im VHS-Programm vor Jahrzehnten wesentlich höher als heute...

Ist das so? Mir liegen keine belegten Vergleichszahlen vor.

...Folgt die Volkshochschule da dem Zeitgeist? Oder ist der Bildungsbedarf in diesem Sektor nicht mehr so groß?

Ich kann nur meine Überzeugung wiedergeben, dass politische Bildung notwendig ist. Mir scheint, dass sich das Angebot in den letzten zwei Jahren eher auf Online-Veranstaltungen verlagert hat, bei denen mehrere Volkshochschulen kooperieren können. Wenn Sie’s genauer wissen wollen, müssten Sie die hauptamtliche Leitung fragen.

Was antworten Sie speziell jüngeren Leuten, wenn die sagen: „Volkshochschule? Ich bin froh, dass ich die richtige Schule hinter mir habe. Wieso sollte ich da in meiner ohnehin knappen Freizeit jetzt noch zur Volkshochschule wollen?“

Ich würde die Kategorie „jüngere Leute“ weiter differenzieren und unterschiedlich behandeln. Wichtig ist, dass dieser Personenkreis weiß, dass es die VHS gibt. Wenn sich dann der Wunsch nach einem erweiterten Schulabschluss, nach einem Sprachenzertifikat, nach einer Weiterbildung im Beruf oder zu speziellen Fragen oder Hobbies einstellt, steht die VHS mit günstigen Angeboten parat. Darüber hinaus ist die VHS ein Ort, an dem man andere Menschen kennenlernen und treffen kann. Ganz real. Und nach einiger Zeit macht Lernen auch wieder Spaß, zumal alles freiwillig ist und der größte Angebotsteil ohne den Druck von Klassenarbeiten besucht wird.

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