100 Tage im Amt: Bürgermeisterin Suse Laue über ihre neue Rolle in der Verwaltung, über Aussichten und Einsichten

„Die Leute gucken jetzt mehr: Ist sie das?“

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Suse Laue in ihrem Büro. Heute endet die 100 Tage währende „Schonfrist“ für die Syker Verwaltungschefin.

Syke - Von Frank Jaursch. Wer das Bürgermeister-Büro im ersten Stock des Rathauses seit einigen Monaten nicht gesehen hat, wird beim Eintreten überrascht sein: Es hat sich etwas verändert. Helle Farbtöne haben den dunklen 80er-Jahre-Charme abgelöst. Heute ist Sykes Bürgermeisterin Suse Laue seit 100 Tagen im Amt.

Die einstige Allgemeine Stellvertreterin des Bürgermeisters ist vor einigen Wochen in das umgestaltete Chef-Zimmer umgezogen – und mit dem neuen „Look“ sehr zufrieden. Der neue Raum ist bei Weitem nicht die einzige Veränderung, die sich mit der Wahl ins Amt einstellte.

Stichwort Arbeitspensum. „Die Arbeit“, sagt sie, „ist noch ein bisschen vielfältiger.“ In bekannt vorsichtiger Weise umschreibt Suse Laue so den Berg an Aufgaben, der sich um sie herum auftürmt. Gerade weil ihr eigener vorheriger Posten noch immer vakant ist. Zwölf-Stunden-Tage im Büro sind keine Seltenheit, viele Abendtermine kommen hinzu. „Aber ich arbeite ja gerne.“

Zum Beispiel an der Kommunikation. Regelmäßig trifft sie sich mit den Vorsitzenden der Ratsfraktionen und mit den ehrenamtlichen Bürgermeistern der Syker Ortschaften zu Gesprächen. Sie will eine „Gesprächskultur aufbauen“, sagt Laue. Und weiß, dass sie dabei auf Hilfe angewiesen ist. „Bei Kommunikation gehören immer mindestens zwei dazu.“

Ein neues Büro, noch mehr Arbeit – was sonst gibt es an Veränderungen seit dem Amtsantritt am 26. September? Vor allem die Wahrnehmung ihrer Person in der Öffentlichkeit. Beim Einkaufen, beim Spaziergang suchen Syker den direkten Kontakt zu ihrer Bürgermeisterin. „Und die Leute gucken jetzt mehr: ‚Ist sie das?‘“

Mit unterschiedlichen Gefühlen blickt Suse Laue auf die Wahlkampf-Zeit zurück. Eine anstrengende Phase mit Höhen und Tiefen, „da liegen auch schon mal die Nerven blank“. Doch ihre Werbetour durch alle Ortsteile hatte einen bemerkenswerten Nebeneffekt: „Ich habe diese vielen Gespräche geführt“, erinnert sie sich. Hunderte Meinungen, Fragen, Anregungen. „Davon zehre ich, auch heute noch.“

Frei von Fehlern seien auch ihre ersten 100 Tage nicht gewesen, räumt Laue ein. „Keiner würde richtig arbeiten, wenn er nicht auch Fehler macht.“ Neu sei für sie auch die Erfahrung gewesen, öffentliches Ziel von Kritik zu sein. Macht der Job dennoch Spaß? Suse Laue lächelt, nickt. „Ja – mit allen Dingen, die damit zusammenhängen.“

Zu tun gibt es genug im kommenden Jahr. Die Themen sprudeln nur so heraus aus der Verwaltungschefin. Stadtwerke vorantreiben, Klausurtagung zum Thema Haushalt, demografischer Wandel, Gängeviertel, Theater, Bahnhof. Und so viel mehr. Kathrin Wilken und Kathrin Stern bereiten derzeit einen Facebook-Auftritt der Stadt vor – „wir brauchen auch den Input von jungen Leuten“, so Laue.

Immerhin: Die stellvertreterfreie Zeit soll schon bald beendet sein: Auf der Stadtratssitzung im Februar sollen die Weichen für die Besetzung des Postens „Erster Stadtrat“ gestellt werden. Spätestens Anfang Juli soll der neue Stellvertreter sein Amt antreten. Vielleicht haben dann auch die Zwölf-Stunden-Arbeitstage für Laue ein Ende.

Vermutlich allerdings eher nicht.

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