UMFRAGE Syker Ortsbürgermeister resümieren das Jahr 2020 und wagen den Ausblick auf 2021

Die große Hoffnung auf Normalität

Es geht voran – trotz Corona. Eine Reihe kleiner und großer Veränderungen, exemplarisch für vieles, was sich trotz Lockdown in diesem Jahr in den Syker Ortschaften getan hat. Von oben links, im Uhrzeigersinn: Verkehrsberuhigung an der Bramstedter Straße in Henstedt, Sanierung der Clueser Straße in Heiligenfelde, Toilette an der Friedhofskapelle in Okel, gespendete Sitzbank am Mühlenteich in Barrien.
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Es geht voran – trotz Corona. Eine Reihe kleiner und großer Veränderungen, exemplarisch für vieles, was sich trotz Lockdown in diesem Jahr in den Syker Ortschaften getan hat. Von oben links, im Uhrzeigersinn: Verkehrsberuhigung an der Bramstedter Straße in Henstedt, Sanierung der Clueser Straße in Heiligenfelde, Toilette an der Friedhofskapelle in Okel, gespendete Sitzbank am Mühlenteich in Barrien.

Syke – 2020 war ein Jahr zum Vergessen – und zugleich eines, das man vermutlich sein ganzes Leben lang nicht aus der Erinnerung bekommen wird. Doch auch wenn Corona dafür sorgte, dass viele Pläne nicht umgesetzt wurden, standen in den Syker Ortschaften die Uhren nicht still.

Zum Jahreswechsel haben wir die zehn Syker Ortsbürgermeister nach einem Rück- und Ausblick gefragt. Was hat sich vor Ort in den zurückliegenden zwölf Monaten entwickelt? Was waren die Highlights, was lief nicht so gut? Und schließlich: Was wünschen sie sich für das Jahr 2021 in ihrem Ort?

Am kürzesten fasste sich Peter Jahnke. „Leider konnte im letzten Jahr unsere Seniorenweihnachtsfeier nicht stattfinden. Das fand ich besonders bedauerlich“, schreibt der Syker Ortsbürgermeister. Gut geklappt habe hingegen die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Bürgermeisterin. Und auch sein Wunsch für 2021 fällt kurz und knackig aus: Jahnke erhofft sich die Zeitungs-Schlagzeile „Wessel‘s Hotel erstrahlt im alten Glanze“.

Für Ristedt hat der Ortsrat um Ortsbürgermeister Lars Heuer-Brockhoff eine Antwort formuliert. Zwar habe sich 2020 im Ort nicht so viel entwickelt wie erhofft. Aber immerhin wurden in Zusammenarbeit mit dem Bauhof Flächen neu bepflanzt und gestaltet. „Aber Corona hat auch dazu beigetragen, dass die Ortseinwohner noch mehr als zuvor aufeinander achten, sich helfen und wertschätzen“, heißt es. Heuer-Brockhoff lobt die zielführende Kommunikation zwischen den Institutionen im Ort.

Dass auch in den kleinen Ortsteilen durchaus etwas los war, dokumentiert die ausführliche Antwort von Peer Schmidt. Der Steimker Ortsbürgermeister lobt etwa die schnellen Hilfen nach mehreren Starkregen-Ereignissen, die bei einer Reihe von Anwohnern zu Schäden an ihrem Eigentum geführt hätten. Er erwähnt auch den Ratsbeschluss zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs).

Weniger zufrieden ist Schmidt mit der „schlecht gelösten Verkehrsführung“ an der Ausfahrt der Steimker Straße zur B 6. Kritisch sieht er zudem die „Vernachlässigung sozialer, umweltschonender, erhaltungsvereinfachender Aspekte bei der Bebauung des ehemaligen Autohaus-Grundstückes“.

Sein Wunschzettel für 2021 reicht vom Defibrillator für die Schutzhütte am Mühlenweg über die Gründung eines Bürgervereins bis zu einer „sachlich effektiveren Zusammenarbeit“ im Stadtrat.

In Wachendorf sei man „mit vielen Ideen und Planungen“ ins Jahr 2020 gestartet, schreibt Ortsbürgermeister Jochen Harries – und wurde dann ab Mitte März durch Corona ausgebremst. Immerhin sei die veranstaltungsfreie Zeit genutzt worden, um die Theke im DGH zu sanieren. Die dörflichen Strukturen hätten laut Harries zudem dafür gesorgt, „dass man durch die Nähe zur Natur viel mehr Freiraum hat und den Einschränkungen durch die Pandemie nicht so direkt ausgesetzt ist“.

Zugleich allerdings seien Geselligkeit und persönliche Kontakte ein wesentlicher Faktor des Dorflebens – genau das sei nur sehr eingeschränkt möglich. Harries hofft darauf, beides im Laufe des Jahres wieder hochfahren zu können.

In die gleiche Richtung geht die Kernaussage des benachbarten Bürgermeisters: Wilken Hartje in Heiligenfelde. Er hofft darauf, dass Heiligenfelde im Jahr 2021 „wieder feiern kann“. Gründe gäbe es genug: Neben dem nachzuholenden 125-Jahr-Jubiläum der Kyffhäuser-Kameradschaft warten mit dem Sportverein und dem Reitverein zwei wichtige Vereine des Ortes darauf, ihre 100-Jahr-Jubiläen feiern zu können – mit einem gemeinsamen Kommers übrigens. Und auch darüber hinaus soll die Geselligkeit zurückkehren. Hartje: „Von den Vereinen lebt unser Ort.“

Als gelungen bezeichnet er die Sanierung der Clueser Straße, bei der vor wenigen Tagen die Asphaltierung erfolgte. „Die Straße ist sehr gut geworden“ – auch wenn in Sachen Kommunikation mit den Anliegern nicht alles perfekt gelaufen sei.

Einen wichtigen Schritt für die Dorfgemeinschaft hat Gessel laut Bürgermeister Claus Ahlers in diesem Jahr trotz Corona gemacht: Die Sozialräume des alten Gesseler Feuerwehrgerätehauses wurden von der Stadt übernommen – dort soll „us Dörphus“ sich nach Corona als Dorftreff etablieren.

Eine Absage gab es hingegen für den FC Gessel-Leerßen: Die geplante Feier zum 70-jährigen Bestehen des Vereins fiel aus – wie so viele andere Veranstaltungen auch. Ahlers hofft darauf, dass das kommende Jahr den Vereinen und dem Dorfleben einen großen Schritt zurück zur Normalität ermöglicht.

In Henstedt und Jardinghausen hat man laut Ortsbürgermeister Bernd Brümmer auch dieses Jahr genutzt, um die Ortsmittelpunkte in Eigenleistung zu verschönern. Trotz Corona sei es gelungen, das westliche Dach der Schützenhalle zu erneuern. Gefreut hat sich Brümmer auch darüber, dass mit einer beidseitigen Verbauung der Bramstedter Straße die Sicherheit am Kindergarten erhöht worden sei.

Gute Noten für die Syker Stadtverwaltung gibt es aus Barrien. Ortsbürgermeister Manfred Nienaber lobt die Zusammenarbeit, die „meistens“ gut funktioniert habe. Er zeigte sich überrascht über die Spendenbereitschaft der Barrier, die sich an verschiedenen Orten niederschlägt – etwa am Mühlenteich bei einer überdachten Sitzbank. Doch auch Nienaber sieht Verbesserungsbedarf: bei der Jugendarbeit zum Beispiel, aber auch beim ewigen Barrier Thema – dem Edeka-Neubau plus Kreisel. Wünschen würde er sich für 2021 unter anderem die Entwicklung weiterer Neubaugebiete.

Marlene Früchtenicht, die im Coronajahr Okeler Ortsbürgermeisterin wurde, zeigte sich in ihrer Rückschau überrascht davon, was alles stattgefunden hat – den Abschluss der Sanierung der Ortsdurchfahrt zum Beispiel, den Ratsbeschluss für einen Kita-Neubau in Okel oder auch die Realisierung des behindertengerechten Anbaus einer Toilette an die Friedhofskapelle. Früchtenicht würdigte die große Kreativität der Okeler im Umgang mit Corona – und das Füreinander-Da-Sein auch und gerade in solchen Zeiten.

Traurig stimmte sie hingegen der geplante Umzug des Reit- und Fahrvereins nach Osterholz und die Reduzierung der Öffnungszeiten der Okeler Sparkassenfiliale. Ihr Wunsch für 2021 ist simpel: Dass Okel „in allen Bereichen zum normalen Leben zurückkehrt“.

Die Einschränkungen der vergangenen Monate haben auch Andreas Schmidt, dem Bürgermeister von Gödestorf, Osterholz und Schnepke, vor Augen geführt, „wie wertvoll und wichtig die örtliche Gemeinschaft und die gemeinsamen Veranstaltungen sind“. Vom erfolgreichen Aufhübschen des Platzes vor dem Drei-Dörfer-Haus abgesehen, blieb 2020 aber vieles in der Planung stecken. Schmidt dankte den vielen Ehrenamtlichen, die in Vereinen versuchten, die derzeitige Situationen bestmöglich zu meistern. Und für 2021? Wünscht sich Andreas Schmidt Normalität – und in jeder Ortschaft einen Radweg. „Damit wir weiterhin als Radfahrer und Fußgänger sicher in unseren schönen Ortschaften unterwegs sein können.“

Von Frank Jaursch

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