Ortsrat Okel fordert Tempo 30 auf der Landesstraße / Petition an den Landrat

Die Entdeckung der Langsamkeit

Auf der Fahrraddemo im September forderten die Teilnehmerin Tempo 30 auf allen Okeler Durchgangsstraßen. Dieses Thema stand auch auf der Okeler Ortsratssitzung im Mittelpunkt. Archivfoto: Michael Walter
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Auf der Fahrraddemo im September forderten die Teilnehmerin Tempo 30 auf allen Okeler Durchgangsstraßen. Dieses Thema stand auch auf der Okeler Ortsratssitzung im Mittelpunkt. Archivfoto: Michael Walter

OKEL – Auf der L 333 kommt man schnell von Riede nach Syke. Zu schnell, wenn es nach den Okelern geht. Denn ihr Ort liegt mitten auf der Route. Und das macht den Okelern Probleme. So sehr, dass sie jetzt sogar als Versuchskaninchen herhalten würden, nur um den Ist-Zustand zu verbessern.

Den beschrieb Ortsbürgermeisterin Marlene Früchtenicht in der virtuellen Ortsratssitzung am Mittwoch so: Viel Verkehr in den Spitzenzeiten, besonders wenn auf der A 1 mal wieder Stau ist. Lange Geraden an den Ortseinfahrten. Die Autos kommen mit reichlich Tempo an und rollen erst im Ort langsam aus. Dort gibt es auf der L 333 weder Querungshilfen noch Verkehrsberuhigungen und keinen durchgehenden Fußweg. Daran hat auch die erst kürzlich erfolgte Sanierung der Ortsdurchfahrt wenig bis gar nichts geändert.

Die Stadt Syke hat wenig Einflussmöglichkeiten: Da es sich um eine Landesstraße handelt, ist die zuständige Verkehrsbehörde beim Landkreis. Deshalb hat der Ortsrat jetzt eine Petition an Landrat Cord Bockhop verfasst. Bockhop soll prüfen, ob es möglich wäre, im Ort auf der L 333 durchgehend Tempo 30 anzuordnen.

Marlene Früchtenicht: „Wir wissen natürlich, dass der Landrat keine Gesetze ändern kann. Innerorts gilt grundsätzlich Tempo 50. Deshalb müsste das im Rahmen eines Verkehrsversuchs geschehen und wissenschaftlich begleitet werden.“

Die Petition sei bereits unterzeichnet und eingereicht. Eine schriftliche Antwort des Landrats soll „in einigen Wochen“ kommen, so die Ortsbürgermeisterin.

Zuhörer Friedrich Hagedorn merkte an: Tempolimits brächten nichts, wenn niemand dafür sorgt, dass sie auch eingehalten werden. „Auch die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen müssen kontrolliert werden.“ Er schlug vor, einen Blitzer zu installieren.

Bürgermeisterin Suse Laue machte ihm da nicht viel Hoffnung: „Das könnten wir nur in Absprache mit dem Landkreis. Und die machen das nur, wenn die gemessenen Geschwindigkeiten sehr hoch sind.“ Und selbst dann gebe es noch eine weitere Hürde. „In Ristedt wäre das zum Beispiel möglich“, so Laue weiter. „Aber die Kosten trägt nicht der Landkreis, sondern wir. Das Geld für die Knöllchen würde aber der Landkreis kriegen.“

Hagedorn – Initiator der großen Fahrraddemo vom September –- fragte außerdem nach, wie es mit dem angedachten Schutzstreifen für Radfahrer entlang der L 333 aussieht. Nicht gut, musste Laue zugeben. „Fahrradstreifen an Landesstraßen sind rechtlich nicht möglich. Dazu bedarf es einer Gesetzesänderung.“ Der Städtetag setze sich dafür ein. Aber das brauche nun mal Zeit, so die Bürgermeisterin.

Von Michael Walter

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