Die Chefin geht

Nina Menzel wechselt vom Polizeikommissariat Syke zum LKA Hannover

Nina Menzel am PC.
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Nina Menzel verlässt das Syker Polizei-Kommissariat und wechselt ans Landeskriminalamt nach Hannover. Freitag hat sie ihren letzten regulären Arbeitstag in Syke.

Ein großes Lob auf die Kollegen und die Stadt Syke. Die Chefin des Polizeikommissariats Syke wechselt in die Landeshauptstadt und widmet sich dort einem neuen Aufgabenfeld.

Syke – Nina Menzel ist eigentlich niemand, von der man sagen würde, sie hätte nah am Wasser gebaut. In den letzten Tagen hatte sie aber doch öfter mal den einen oder anderen Kloß im Hals. Denn nach ziemlich genau fünf Jahren gibt sie die Leitung des Polizeikommissariats ab. Nina Menzel wechselt von Syke ans Landeskriminalamt in Hannover. Freitag hat sie ihren letzten regulären Arbeitstag in Syke. Und der Abschied fällt ihr durchaus schwer.

So sehr, dass sie sich einen kleinen Schutzpanzer zugelegt hat. Kleinigkeiten verraten das. Wenn sie „man“ sagt statt „ich“, zum Beispiel. „Man verlässt viele tolle Menschen.“ – „Man freut sich auf die neue Aufgabe, aber man weiß auch, was man zurücklässt.“

Im Oktober 2016 hatte sie die Leitung des Syker Kommissariats übernommen. Direkt nach dem Master-Studium Polizeimanagement. Syke war Nina Menzels persönlicher Sechser im Lotto: Ein paar Jahre vorher hatte sie einen Resthof im Landkreis Diepholz gekauft und saniert – eigenhändig. Syke bedeutete da: Gerade mal ‘ne knappe halbe Stunde Fahrt zur Arbeit. Ein Luxus in einer Position, in der Pendelstrecken von mehr als 100 Kilometern nicht selten sind.

„Ich hab ein tolles Team übernommen“, lobt sie ihren Vorgänger. Veränderungen hat es trotzdem einige gegeben. Ein paar intern: „Wir haben kleinere Teams zu größeren zusammengefasst, um in bestimmten Situationen schneller und flexibler reagieren zu können“, nennt Menzel ein Beispiel. Ein paar kamen von außen. „Es sind neue Aufgabenfelder dazugekommen, die vorher in Diepholz bearbeitet worden sind.“ Diepholz ist Sitz der Polizeiinpektion und damit die vorgesetzte Dienststelle. „Das betrifft durchaus qualifiziertere Delikte.“ Heißt vereinfacht: Die Polizei in Syke hat jetzt mehr Verantwortung als vorher. „Das hat sich positiv auf die Motivation des gesamten Teams ausgewirkt.“

Den täglichen Kaffee mit meinem Stellvertreter Holger Schmöe.

Nina Menzel auf die Frage, was sie am meisten vermissen wird

Auch die Sanierung der Polizeistation in Twistringen, die wiederum zum Syker Kommissariat gehört, fiel in Nina Menzels Ägide. „Da war ich auch stolz drauf, dass das geklappt hat“, sagt sie. „Die Kollegen dort waren fast ein ganzes Jahr in Bassum untergebracht. Das war ein Glück, dass die Dienststelle dort groß genug dafür war. Sonst hätten wir Container aufbauen müssen.“

Nina Menzel hat eine Gabe: Sie kann Leute mitnehmen. Egal, mit wem sie’s zu tun hat: Sie trifft intuitiv den richtigen Ton. Und sie ist sich für keine Drecksarbeit zu schade, packt selber mit an, schleppt Tische und Schränke, wenn es erforderlich ist, und rennt auch schon mal mit der Bohrmaschine durch das Kommissariat. Sie eiert nicht rum, ist klar in ihrer Ansprache, und was sie sagt, hat immer Hand und Fuß. Die Chefin raushängen zu lassen, ist nicht ihre Art; hätte sie auch gar nicht nötig – sie ist die Chefin.

Zumindest war sie’s bisher. In ihrem neuen Job rückt sie wieder in die zweite Reihe. Am Landeskriminalamt in Hannover übernimmt sie die Sachgebietsleitung Einsatz- und Ermittlungsunterstützung. „Ein ganz anderes Aufgabenfeld.“ Verstärkung organisieren gehört dazu. „Wenn zum Beispiel Länder- oder Behördenübergreifend Spezialkräfte gebraucht werden, wird das da koordiniert.“ Das ist ein neuer Posten. Entstanden ist er im Rahmen derselben Umstrukturierung der Polizei in Niedersachsen, durch die auch das Kommissariat in Syke mehr Kompetenzen erhalten hat und mehr Personal.

Von welchen drei Dingen würde sie sagen, das war in Syke besonders gut? – Nina Menzel muss nicht überlegen. „Das Team! Wir insgesamt.“ Das führt sie dann auch gleich zum zweiten: Zum Tag der offenen Tür 2018, bei dem die Polizei zusammen mit Feuerwehr und Rettungsdiensten die gesamte Innenstadt bespaßt hatte. „Da werden wir heute noch drauf angesprochen: Könnt ihr nicht mal wieder? Das hat alle richtig zusammengeschweißt. Nicht nur die Kollegen! Auch Stadt, THW, Rettungsdienste,... da war keiner, der nicht dabei war. Das war gigantisch.“ Und Nummer drei? „2019 haben wir eine Einbruchserie in Betrieben aufgeklärt mit mindestens 30 Taten. Und wir haben die so aufgeklärt, dass am Ende die entsprechenden Haftstrafen dabei rumgekommen sind.“

Und was wird sie an Syke vermissen? „Meine Kollegen“, kommt es wie aus der Dienstpistole geschossen. Und: „Ich bin hier grundsätzlich Herr meiner selbst. Das ist etwas, dass ich sehr genossen habe. Ich werde in meinem neuen Job nicht mehr ganz so eigenbestimmt sein.“ Vor allem aber: „Den täglichen Kaffee mit meinem Stellvertreter Holger Schmöe. Dabei sind immer viele gute Ideen entstanden.“

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