Henning Greve-Töbelmann (Grüne)

„Der Verhinderer“ - Neuer Spitzname für Syker Ratsherr

Henning Greve-Töbelmann versteht seinen neuen Kampfnamen als Auszeichnung.
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Henning Greve-Töbelmann versteht seinen neuen Kampfnamen als Auszeichnung.

Es gibt ein paar Dinge in der Syker Kommunalpolitik, die lassen sich ziemlich sicher vorhersagen. Zum Beispiel: Wenn es in den Gremien des Rats um bauliche Veränderungen im Stadtgebiet geht, sind die Grünen dagegen – relativ egal, worum es dabei überhaupt geht. Dem Grünen-Vertreter im Bauausschuss Henning Greve-Töbelmann hatte das jüngst einen neuen Kampfnamen eingebracht: „Henning der Verhinderer“ hatte ihn der Ausschussvorsitzende Jochen Harries genannt.

Syke – Henning Greve-Töbelmann hatte da gegen das Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße gestimmt, obwohl sich der Ortsrat ausdrücklich dafür ausgesprochen hatte. Einschließlich der Grünen, wie Jochen Harries vor der Abstimmung betonte (wir berichteten). „Ich bin zuerst mal Naturschützer. Da kenne ich keine Grenzen“, sagt Greve-Töbelmann. „Und erst in zweiter Linie bin ich Ratsmitglied.“

Greve-Töbelmann ist Naturschützer und erst danach Ratsherr

Hat ihn der „Verhinderer“ geärgert? – Greve-Töbelmann schluckt einmal kurz, bevor er antwortet. „Ich war erst etwas verwundert. Aber hinterher hab ich mich darüber gefreut. Für einen Naturschützer ist es doch ein Erfolgsnachweis, wenn er etwas schlimmes verhindern kann. Nur wenn man etwas Schlimmes verhindert, kann man hinterher doch einen besseren Kompromiss machen.“

Das Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße würde zwölf Grundstücke erschließen. Der Ortsrat war einstimmig dafür, auch die Grünen. Im Bauausschuss stimmte der Grüne Henning Greve-Töbelmann trotzdem dagegen. Nicht zuletzt weil er das Landschaftsbild in Gefahr sieht.

Und dann kommt noch etwas, das sich im Zusammenhang „Grüne – bauliche Veränderungen“ ziemlich sicher vorhersagen lässt: Der Satz „Es gibt bessere Plätze, wo sich so etwas umsetzen ließe als ausgerechnet da“, den die Syker Grünen fast wie ein Mantra aufsagen. Im Fachausschuss darauf angesprochen, wo konkret er denn solche besseren Plätze sehen würde, hatte Greve-Töbelmann noch ausweichend geantwortet. Jetzt schüttelt er mit Unterstützung von Katja Rahders, Grüne Diplom-Ingenieurin aus Wachendorf, gleich eine ganze Reihe von Alternativen aus dem Ärmel: Am Heisterort wären leicht die gleichen zwölf Baugrundstücke möglich, die Westlich der Wachendorfer Straße entstehen sollen. In Legenhausen ginge das auch. Und hinterm Wachendorfer Bahnhof gebe es ebenfalls noch Baulücken. Wobei: „Für Syke sind zwölf Häuser kein großes Baugebiet. Für Wachendorf schon“, sagt Greve-Töbelmann. So viele bräuchte es seiner Meinung gar nicht. „Wir würden jederzeit sechs bis acht Bauplätze im Ort finden, die ich auch mittragen könnte. Mehr müssten es auch gar nicht sein.“

Ratsherr Greve-Töbelmann sieht ausreichend alternative Bauplätze in Syke

Was hat Greve-Töbelmann eigentlich gegen Westlich der Wachendorfer Straße? Warum ist dieses Baugebiet für ihn etwas schlimmes? – Vor allem aus drei Gründen. „Erstens: die Nähe zum Biotop. Zweitens wegen der Verriegelung von Wanderwegen. Drittens: Das Landschaftsbild würde unwiederbringlich zerstört.“

Das Baugebiet Westlich der Wachendorfer Straße würde zwölf Grundstücke erschließen. Der Ortsrat war einstimmig dafür, auch die Grünen. Im Bauausschuss stimmte der Grüne Henning Greve-Töbelmann trotzdem dagegen.

Das Biotop, das Greve-Töbelmann anspricht, liegt ein Stück weiter den Hügel rauf. Auf der anderen Seite der Straße In den Dänen war vor nicht allzu langer Zeit schon einmal ein Baugebiet geplant. Damals waren die Grünen und die unmittelbaren Anwohner dagegen Sturm gelaufen, weil das ausgewiesene Plangebiet unmittelbar an das benachbarte Naturschutzgebiet angegrenzt und an einer Stelle sogar ein wenig davon abgeknabbert hätte. Deshalb hatte sich das Baugebiet In den Dänen auch letztlich als nicht genehmigungsfähig erwiesen.

Greve-Töbelmann erwartet Streit um Windkraft

Das nächste Thema mit Streitpotenzial sieht Greve-Töbelmann schon auf sich zurollen: Die Verwaltung lässt gerade einen neuen Flächennutzungsplan entwerfen, der rechtssicher Standorte für Windkraft ausweisen soll. „Da bin ich selbst bei den Grünen Außenseiter“, sagt Greve-Töbelmann mit einem schelmischen Verhinderer-Lächeln. „Ich sehe in Windkraft keinen Sinn. Ich gehöre nicht zu den Religiösen der Erneuerbaren.“ Hauptsächlich weil er die Herstellung von Windrädern, Solarzellen oder speziell auch batteriebetriebener Elektro-Autos für viel zu materialintensiv hält. „Das ist eine wahnsinnige Ressourcenvergeudung. Wir werden unser Grundproblem damit nicht lösen: Wir sägen uns den Ast ab, auf dem wir sitzen. Dafür gibt es keine technische Lösung. Wir müssen einfach langsamer fahren. Wir müssen bremsen.“

Wäre so gesehen nicht vielleicht Henning der Bremser der passendere Kampfname? Greve-Töbelmann lacht und antwortet. „Es gibt noch viele schöne Adelstitel!“

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