Ben Ford-Davies überzeugt in der Wassermühle – allein und mit Ronnie Taheny

„Der singt direkt ins Herz“

Überraschende Bereicherung nach der Pause: Ronnie Taheny.

Barrien - Von Dagmar Voss. Packevoll war die Mühle zum außergewöhnlichen Konzert zweier Australier am Donnerstagabend. Ben Ford-Davies und Ronnie Taheny machten in barrien einen Stopp auf ihrer Europa-Deutschland-Tournee und begeisterten.

Mal bluesig-jazzig, mal fetzig temperamentvoll klangen die Songs der beiden – wobei im ersten Set der junge Mann aus Adelaide zunächst allein sein Publikum unterhielt. Mit warmer Stimme und größtenteils eigenen Stücken, mit Gitarre oder E-Piano schmeichelte er sich in die Ohren und – so der Kommentar einer Zuhörerin: „Der singt direkt ins Herz.“

Gutgelaunt, mit Charme und etlichen deutschen Brocken, die er in den vergangenen drei Wochen seiner ersten Europa-Tournee schon gelernt hatte, amüsierte er die Zuhörer: „Da gibt’s das deutsche Wort Ohrwurm, das ist toll, dafür gibts keine englische Übersetzung.“ Tatsächlich gelang es beiden Musikern nach mehr als zwei Stunden, mit der letzten Zugabe „Babel“ einen solchen in die Gehörgänge zu schmuggeln.

Zuvor jedoch gab der Singer-Songwriter in einem deutsch-englischen Mix zu, dass er Lampenfieber habe. Er brauchte anfangs lang für die Wechsel zwischen seinen beiden akustischen Gitarren. Schnell änderte sich das, und der Mann mit dem Hut zauberte mit seinen Liedern um Liebe und Freundschaft ein Lächeln auf die Gesichter der Gäste. Zwischendrin erfuhren sie, dass schon der Vater Musik gemacht und komponiert habe; so das wunderbare „You Are the One“, der Mutter gewidmet.

Unverkennbar haben die Beatles, Hendrix oder Santana Einfluss gehabt auf Ford-Davies’ Liedermachen. Mit seiner Mischung aus Folk, Blues und Funk, mit großartiger Stimme und Charisma riss er das Publikum mit.

Viel Charisma und ganz viel Stimme: Für Ben Ford-Davies gab es reichlich Applaus. - Foto: Ehlers

Und dann wurde es mindestens doppelt klangvoll, als Ronnie Taheny sich am E-Piano dazu gesellte. Sie hatte den jungen Mann empfohlen und ihn nun begleitet. Allerdings nicht still im Hintergrund, sondern in ihrer gewohnten Powerrolle. Knallbunt in den Haaren und am Kleid, präsentierte sie sich wieder als die energiegeladene Rampensau, die ihre Zuhörer mitreißen kann.

Das Wort „Rampensau“ hatte Davies schon gelernt, und er möchte auch so eine werden, gestand er. Dazu gehört eine große Portion schrägen Humors, die Taheny wieder einmal auspackte: „Ich lache über meine Fehler und nenne es Jazz“, lautete einer ihrer Kommentare über sich selbst.

Die beiden haben über ein Jahr an ihren gemeinsamen Stücken gearbeitet, bis sie erkannten, dass die sich so sehr vermischt haben, dass sie ineinander aufgehen. Wie sehr dabei Sympathie eine Rolle spielt, ließ sich bei „This Road Together“ erkennen. Eigentlich von Davies für einen Freund geschrieben, der heiraten wollte, aber sich dann trennte, bevor es fertig war.

Für die beiden Vollblutmusiker das ideale Stück, um Liebe hör- und sichtbar werden zu lassen. Während etlicher Zugaben ließ Taheny verlauten, dass sie beide nächstes Jahr – Aufatmen bei den Zuschauern! – wieder herkommen wollen.

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