Tendenz: Verluste für die „großen Drei“, Grüne machen Boden gut / Linke und Basis wohl mit je einem Sitz vertreten

Der nächste Syker Stadtrat wird (voraussichtlich) bunt

Rathaus Syke, Außenansicht
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Das Syker Rathaus

Syke – Am Ende des Wahlabends stand ein Fragezeichen – und die Erkenntnis, dass sich im neuen Syker Rat wohl nicht so viel ändern dürfte, wie man zwischenzeitlich vermuten konnte. Nach Auszählung von 38 der 39 Wahlbezirke standen FWG (25,3 Prozent) und CDU (24,9) nahezu gleichauf, dicht gefolgt von der SPD (22,8). Alle drei kommen auch im neuen Syker Rat auf je acht Sitze. Die Briefwahlstimmen aus dem Kern-Ort Syke waren bis zum Redaktionsschluss gegen 1 Uhr nachts noch nicht ausgezählt.

Die Grünen, mit 15,7 Prozent die Gewinner der Wahl, gewinnen einen Sitz und kommen damit auf fünf. Die FDP steigert sich auf zwei Sitze. Mit je einem Sitz komplettieren die Linke und die Basis den Rat – zumindest nach dem Zwischenergebnis. Mit den Syker Briefwählern fehlte am frühen Montag um 0.45 Uhr noch eine große Wählergruppe bei der Berechnung, die für so manche Veränderung sorgen könnte.

Der Wahlabend begann verheißungsvoll für die FWG: Die ersten Meldungen aus den relativ kleinen Wahlbezirken wie Gödestorf, Osterholz oder Wachendorf sah die Wählergemeinschaft deutlich vorn. Der orangefarbene FWG-Balken wuchs weit über die anderen hinaus. Der deutliche Vorsprung allerdings schmolz zusehends, je mehr Ergebnisse aus Syke (SPD-Hochburg), Heiligenfelde und Barrien (CDU-Hochburgen) einliefen. Je später der Abend, desto mehr näherten sich die Balken der drei „Großen“ an – und desto näher kam man zugleich dem Ergebnis von 2016.

Neben der großen Menge an Briefwahl-Stimmen, die generell beim Auszählen mehr Zeit erfordern, verzögerte zusätzlich noch eine technische Panne die zeitnahe Meldung der Ergebnisse aus mehreren Wahllokalen. Als gegen Mitternacht noch die Meldungen aus drei Wahllokalen fehlten, war von dem FWG-Kickstart nicht mehr viel übrig. Die Wahl-Software errechnete wieder das Patt von vor fünf Jahren: FWG, CDU und SPD mit je acht Sitzen. Aber da waren ja noch nicht alle Stimmen ausgezählt.

Andreas Schmidt (FWG) hätte eigentlich Grund zur Freude haben können. Schließlich hat die Freie Wählergemeinschaft bestätigt, dass ihr gutes Abschneiden 2016 keine Eintagsfliege gewesen ist. Aber: „Ich bin nicht ganz zufrieden“, räumt Schmidt ein. „Wir haben unser Minimalziel erreicht. Zehn Sitze waren unser eigentliches Ziel. Ich kann mit dem Ergebnis leben. Aber ich hatte mir ein bisschen mehr erhofft.“

Andreas Schmidt

Sieben oder acht Sitze – das blieb bis zum Schluss für die SPD die Frage. Und daran wollte auch Karsten Bödeker festmachen, ob er das Ergebnis als zufriedenstellen einordnen sollte oder nicht. So oder so war es für ihn zumindest keine Überraschung. „Es war zu erwarten, dass es so ähnlich ausgeht wie 2016, mit einem kleinen Vorsprung für die FWG. Und es war zu befürchten, dass irgendwelche Gruppen, die meinen, sich politisch betätigen zu müssen, einen Sitz im Rat bekommen.“ Das meinte Bödeker in Richtung Basis-Partei. Er macht keinen Hehl daraus, was er davon hält: „Die nehmen demokratischen Parteien damit einen Sitz weg.“

Karsten Bödeker

Wilken Hartje (CDU) glaubt: „Wir haben am stärksten durch den Bundestrend gelitten. Trotzdem können wir zufrieden sein. Es ist insgesamt sehr eng geblieben zwischen FWG, SPD und CDU.“ Das muss für die politische Arbeit im Rat keineswegs von Nachteil sein, meint Hartje. „Das heißt, dass wir weiterhin immer gute Argumente haben müssen. Es kann von Thema zu Thema ganz unterschiedliche Mehrheiten im Rat geben.“

Wilken Hartje

Für Inga-Brita Thiele (Grüne) haben sich die in die Wahl gesetzten Hoffnungen nicht ganz erfüllt. Das Stimmenplus von vier Prozentpunkten war gleichbedeutend mit einem fünften Ratssitz für Bündnis 90/Die Grünen. „Wir hätten uns schon über etwas mehr gefreut“, räumte die Nummer 1 der Grünen-Kandidatenliste am späten Abend auf Nachfrage der Kreiszeitung ein. Die Grünen seien angetreten, um etwas in Syke zu bewegen, „dann wär’s schön gewesen, wenn sich die Wähler auch etwas mehr bewegt hätten“.

Inga-Brita Thiele
Reinhard Hansemann

Auch der zweite „Gewinner“ des Abends klang nicht unbedingt begeistert über das Ergebnis. Reinhard Hansemann allerdings zog ein „durchwachsenes“ Fazit. „Ich hatte mit mehr gerechnet.“

Von Frank Jaursch und Michael Walter

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