Montessorischule Syke freut sich über ihren ersten Abschlussjahrgang

Der Kompass funktioniert

Erfolgreiches Trio: Simon, Finja und Carlos sind die ersten drei Absolventen der Freien Aktiven Schule in Syke.
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Erfolgreiches Trio: Simon, Finja und Carlos sind die ersten drei Absolventen der Freien Aktiven Schule in Syke.
  • Frank Jaursch
    vonFrank Jaursch
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Syke – Wir befinden uns im Jahr 2020. An allen Schulen in Syke fällt die Übergabe der Abschlusszeugnisse wegen der Corona-Pandemie deutlich kleiner aus. An allen Schulen? Nein! Eine Schule feiert die größte Abschlussfeier ihres Bestehens. Und niemand hat etwas dagegen.

Die fragliche Schule ist die bilinguale Freie Aktive Schule (FAS) in alten Forstamt an der Waldstraße. Und es gibt einen einfachen Grund dafür, dass es die größte Abschlussfeier ist: Es ist die erste überhaupt.

Vor sieben Jahren hat die Schule, die nach den Prinzipien der Montessori-Pädagogik agiert, den Schulbetrieb aufgenommen – zunächst nur im Grundschulbereich. Mittlerweile hat die Schule 79 Schüler. Die Erstklässler von damals kommen jetzt in Klasse 8, brauchen also noch ein bisschen bis zu ihrem Abschluss. Doch drei Jugendliche sind quasi als „Quereinsteiger“ in höheren Klassen auf die FAS gekommen. Simon war ein „Kind der ersten Stunde“, startete aber schon als Viertklässler. Finja und Carlos stießen erst später hinzu.

Die drei markieren mit ihrem Abschluss nicht nur für ihr eigenes Leben, sondern auch für ihre Schule einen Meilenstein. Denn auch für die Lernbegleiter und die vielen anderen Kräfte, die den Trägerverein am Laufen halten, ist die FAS ein einem wichtigen Ziel angekommen.

Michaela Döpelheuer, Gesamtkoordinatorin an der Schule, umschreibt das mit einem treffenden Bild. „Bisher mussten wir uns auf unseren Kompass verlassen“, sagt sie. Ist man mit dem eigenen pädagogischen Konzept in der richtigen Richtung unterwegs? Funktioniert der Kompass? Kommt man am Ende dort an, wo man hin wollte?

Mit dem Ergebnis der drei Absolventen „wissen wir: Wir kommen an“, zeigt sich Döpelheuer zufrieden. Die Abschlüsse und insbesondere die Art und Weise, in der die drei Schüler sie absolvierten, belegten das eindrucksvoll. „Wir wussten von allen Dreien, dass sie für sich einen genialen Weg gefunden haben“, betont Döpelheuer.

Die bis zu vier schriftlichen und bis zu sieben mündlichen Prüfungen erfolgten in Kooperation mit der Luisa-Chevalier-Schule und mit der Volkshochschule. Die Vorbereitungen gestalteten sich auch für die Montessori-Schüler coronabedingt nicht ganz einfach.

Mit den Ergebnissen konnten die Absolventen aber am Ende äußerst zufrieden sein. Dabei gehe es auch beim Abschluss – ganz der Montessori-Pädagogik entsprechend – nicht um Noten. „Es geht darum, dass man es kann“, erklärt Döpelheuer. Die guten (oder sehr guten) Abschlussnoten kommen dann – zumindest im konkreten Fall – letztlich von allein.

Bei der Abschlussveranstaltung im Park hinter dem Schulgebäude stand das Trio im Mittelpunkt. „Auch ohne gemeinsam gesungene Lieder, anerkennendes Schulterklopfen und gratulierendem Händeschütteln war es eine stimmungsvolle Feier“, erzählt Döpelheuer.

Lernbegleiter fanden anerkennende Worte für ihre scheidenden Schützlinge. Auch die Mitschüler der Qualifikationsstufe, die mit ihnen im vergangenen Schuljahr in einer Lerngruppe waren, hatten Geschenke vorbereitet. Mit einem selbstkomponierten und getexteten Rap – und einigen Tränen – wurden die drei in die neue Gruppe der „Ehemaligen“ entlassen.

Als Erinnerung an ihren Abschluss pflanzten Finja, Carlos und Simon einen Birnbaum im Schulpark, an dem sich viele weitere Jahrgänge erfreuen können und der lange an diesen besonderen Tag erinnern wird. Für das Trio selbst allerdings ist die Schulzeit noch nicht ganz beendet: Alle drei wollen weiterhin zur Schule gehen.

Von Frank Jaursch

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