Denn sie wissen nicht, was er tut

Heinz Strunk liest in Syke aus seinem neuen Buch

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Freuen sich auf die Lesung mit Heinz Strunk: KSK-Marketingleiter Ralf Warneke, Tobias Pollok und Esther Willbrandt von Radio Bremen.

Syke - Von Michael Walter. Besser kann Timing eigentlich kaum sein: Gerade ist Heinz Strunk durch die Premiere seiner Romanverfilmung „Zum Goldenen Handschuh“ (Regie: Fatih Akin) bei der Berlinale in aller Munde. Jetzt präsentiert ihn die Kreissparkasse als Gast ihrer diesjährigen Autorenlesung in der Reihe „Literatur vor Ort“.

Am Mittwoch, 3. April, liest Heinz Strunk ab 19.30 Uhr im Veranstaltungssaal am Mühlendamm aus seinem neuen Buch „Das Teemännchen“. Wie immer ist diese Lesung eine Kooperation der KSK mit Radio Bremen.

„Nischenhumor weit weg vom Mainstream“ nennen die Veranstalter das, was Strunk für sie verkörpert. „Schön, dass wir hier in Syke die Spielwiese dafür haben“, sagt Radio-Bremen-Redakteurin Esther Willbrandt. Ihr Kollege Tobias Pollok, der die Lesung organisiert, hat „eine ganze Menge Telefonverkehr gehabt“, weil Strunk gerade auf Lesetour ist und die Termine mit ihm stark gefragt sind. Beide geben unumwunden zu: „Wir wissen nicht, was er tut. Unser Moderator bereitet sich auf alles vor.“

Läuft der Abend nach Plan, dürfen sich die Zuschauer auf ein Wechselspiel aus Gespräch mit Radio-Moderator Tom Grote und Lesung einstellen. Doch Heinz Strunk ist immer für eine Überraschung gut. Und glaubt man Sparkassensprecher Dennis Landt, der Strunk schon live erlebt hat, kann das dann schon mal auf Querflöte spielen und Absingen seltsamer Lieder hinauslaufen - gleichzeitig, wohlgemerkt.

Einig sind sich auf Veranstalter-Seite alle: Strunks neues Buch ist perfekt für einen Abend wie diesen. „Es ist kein Roman, sondern eine Sammlung von Kurz- und Kürzestgeschichten“, erklärt Esther Willbrandt. „Manche gehen krass ins Absurde, andere sind teilweise völlig surreal, geradezu kafkaesk. Ich kannte diese Seite von Strunk bisher noch nicht.“

Da verabreden sich Kleinwagen zum Aufstand gegen die Menschen, da wird ein Mann auf einem Windrad gekreuzigt, und eine Schönheitskönigin mutiert durch die Arbeit in einem Imbiss zur alten Vettel. Andere Sujets wirken wieder vertraut: die Kombination aus Alkohol, Einsamkeit und sozialer Verwahrlosung beispielsweise. Die titelgebende Geschichte „Das Teemännchen“ erzählt von einem völlig antriebslosen Mann, der einen Teeladen eröffnet. „Ein Projekt, das von vornherein zum Scheitern verurteilt ist“, so Esther Willbrandt. Und dieses Scheitern sei das große Thema, das über dem gesamten Buch steht.

Tobias Pollok betont: „Dabei geht es nicht um Urteile.“ Strunk beschreibe nur in seiner typischen harten, manchmal drastischen Sprache. Er zeige aber nie mit dem Finger auf seine Figuren. Und auch wenn dieses Themenarsenal alles Andere als fröhlich anmutet: „Es ist einfach lustig und unterhaltsam geschrieben“, findet Pollok.

„Man denkt mitunter: Ja, und wo ist jetzt die Geschichte?“, hakt Esther Willbrandt ein. „Er beschreibt ja bloß. Aber das ist dann die Geschichte. Allein durch die Art, wie er es schreibt.“

Info

Der Vorverkauf für diesen Abend beginnt am Dienstag. Karten gibt es für 15 Euro bei der Sparkasse, in der Stadtbibliothek und bei der Buchhandlung Schüttert. Radio Bremen zeichnet die Lesung für den Hörfunk auf. Einen Sendetermin gibt es aber noch nicht.

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