Rohrstück der Erdgasleitung weist am Hohen Berg künftig auf den Gesseler Goldhort hin

Ein Denkmal der Hartnäckigkeit

Viel mehr als ein Rohr zum Anlehnen: Über das neue Goldhort-Denkmal freuen sich (hinten v.l.) Cord Bockhop, Suse Laue, Ralf Warneke, Volker Galperin, Klaus Voigt, Rolf Meyer und Johann Hüneke sowie (vorn v.l.) Adnan Khalaf, Sabbah Ahmad und Ahmad Ali Hussein. - Foto: Ehlers

Gessel - Von Heiner Büntemeyer. „Wir stehen endlich vor dem Denkmal, das an den Fund des Gesseler Goldhortes von 2011 erinnern soll“, freute sich Sykes Bürgermeisterin Suse Laue. Dieser Fund habe eine überregionale Bedeutung nicht für Gessel oder Ristedt, die „Gebietsansprüche“ für den Standort Hoher Berg anmelden, sondern für Syke. Der Fund sei Beweis dafür, dass bereits vor 3 400 Jahren wohl ein bedeutender Handelsweg das Gebiet der heutigen Stadt Syke berührt hat.

Es sei auch ein „Denkmal der Hartnäckigkeit“ von vier Männern: dem VVV-Vorsitzenden Volker Galperin, Gessels Ortsbürgermeister Johann Hüneke sowie den Ortsratsmitgliedern Rolf Meyer und Klaus Voigt.

Vor allem Ortsbürgermeister Johann Hüneke habe nie locker gelassen und ihr verschiedene selbst gebastelte Modelle eines möglichen Denkmals präsentiert. Sie gab auch zu, dass es bei den Vorbereitungen „auch schon mal gerumpelt hat“. Nun sei dieses Denkmal ein Baustein, denn der Landkreis werde am Kreismuseum auch dafür sorgen, dass der Goldhort-Fundort nicht in Vergessenheit gerät. Die Stadt Syke plane überdies, einen „Goldhort“-Wanderweg zu entwickeln, der die „Schatzpunkte“ berühren wird.

VVV-Vorsitzender Volker Galperin freute sich über viele Besucher und dazu über die Gäste aus Rat, Verwaltung, vom Kreisheimatbund und von Vertretern der Betriebe, die sich finanziell am Bau dieser Anlage beteiligt hatten. Er begrüßte auch drei der vier syrischen Flüchtlinge, die an der Anlage mitgearbeitet hatten.

In seinem Abriss über die Entstehung der Anlage erklärte er, der Goldschatz sei keine Grabbeigabe. Es sei noch zu erforschen, zwischen welchen Handelszentren sich der Mann vor etwa 3 400 Jahren bewegte, als er den Schatz verlor oder vergrub. Längst sei Gras über der Fundstelle gewachsen, aber Johann Hüneke habe dafür gesorgt, dass die Fundstelle gekennzeichnet wird. „Es gab verschiedene Ideen der Realisierung, letztlich haben wir uns aber aus finanziellen Gründen für eine, wie es in Künstlerkreisen heißen würde ‘minimalistische’ Lösung entschieden“, so Galperin.

Landrat Cord Bockhop freute sich, „dass wir Bürgerinnen und Bürger haben, die sich engagieren“ und meinte damit die Initiatoren für den Bau der Denkmalsanlage. Der Goldhort habe eine große Bedeutung für den Landkreis, der erst eine 40-jährige gemeinsame Geschichte hat. Den Goldfund bezeichnete er als ein „emotionslösendes Ereignis“, das die Menschen im Landkreis verbinde und eine gemeinsame Identität stifte. „Der Goldhort ist etwas, auf das wir gemeinsam stolz sein können“, so Bockhop. Gegenwärtig seien bereits Architekten dabei, einen Anbau am Kreismuseum zu entwerfen. „Es wird etwas Besonderes“, versprach er.

Den Gästen überreichte Galperin als Erinnerung einen zum “Rohrschatz“ umfunktionierten „Syker Knüppel“.

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