Syke fehlen zum Jahresende wohl zwei Millionen Euro in der Kasse

Defizit mit Ansage

Verrückte Welt: Auf der einen Seite fehlen der Stadt zwei Millionen Euro, auf der anderen muss sie Strafzinsen für ihre vorhandenen liquiden Mittel zahlen. Die will Kämmerer Peter Pawlik jetzt verstärkt abbauen und dafür weniger Kredite aufnehmen.
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Verrückte Welt: Auf der einen Seite fehlen der Stadt zwei Millionen Euro, auf der anderen muss sie Strafzinsen für ihre vorhandenen liquiden Mittel zahlen. Die will Kämmerer Peter Pawlik jetzt verstärkt abbauen und dafür weniger Kredite aufnehmen.

Syke – Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird die Stadt Syke wieder ein Haushaltsjahr mit einem Defizit abschließen. Darüber informierte Kämmerer Peter Pawlik am Donnerstagabend den Finanzausschuss des Syker Rats.

Die Botschaft an sich kam für die Politik nicht völlig überraschend. Schließlich hatte der Rat Anfang des Jahres einen Haushaltsplan beschlossen, der von vornherein einen Fehlbetrag auswies. Das war zwar auch in den vergangenen Jahren schon regelmäßig der Fall, und am Ende hatte es trotzdem immer noch ein sattes Plus gegeben. Diesmal kommt es aber anders. Grund sind die kräftigen Ausfälle von Steuereinnahmen wegen Corona. Zwar sind die tatsächlich auch nicht ganz so hoch wie Peter Pawlik das vorhergesagt hatte, aber am Ende bleibt es dabei: Es fehlt Geld. Etwa zwei Millionen Euro laut aktuellster Daumenpeilung.

Zunächst mal kein Beinbruch für die Stadt. Das Defizit kann aus den vorhandenen Rücklagen gedeckt werden. Die Planung für die nächsten Jahre macht das aber nicht einfacher.

Bei den Einnahmen aus der der Gewerbesteuer liegt die Stadt im Moment noch deutlich unterm Soll. Pawlik ist aber zuversichtlich, dass sich das bis zum Jahresende noch ändert. Denn das vierte Quartal werde besser ausfallen als erwartet. In den ersten drei Quartalen zusammen habe die Stadt rund zehn Millionen Einnahmen erzielt, im vierten würden es – Stand jetzt – allein vier Millionen.

Bei der Einkommenssteuer liegt die Stadt derzeit rund eine Viertelmillion unterhalb der kalkulierten Einnahmen. „Die nächste Schätzung kommt im November“, sagt Pawlik. Viel Gutes erwartet er nicht und macht das an einem Indiz fest: „Die Kurzarbeit war schon wieder auf den Stand vor Corona runter. Jetzt steigt sie wieder.“ Den Grund dafür sieht er vor allem in den aktuellen weltweiten Material- und Lieferengpässen.

Verkehrte Welt hingegen bei den Ausgaben: Vier bis fünf Millionen Euro hat die Stadt gar nicht loswerden können. Das hängt laut Pawlik zum guten Teil mit der sehr späten Genehmigung des Haushalts durch den Landkreis zusammen. Erst im Juli hatte der Landkreis den vom Syker Rat beschlossenen Haushaltsplan freigegeben. „Wir konnten daher bestimmte Ausschreibungen nicht vornehmen und Aufträge nicht vergeben“, so Pawlik. „Das heißt aber nicht, dass wir dieses Geld jetzt nicht mehr brauchen.“ Ein Teil der Ausgaben könne dieses Jahr noch nachgeholt werden. Der Rest werde ins nächste Jahr verlagert.

Für die beiden größten aktuellen Baumaßnahmen (Hallenbad Syke und Grundschule Heiligenfelde) seien die meisten Vergaben erfolgt. Aktuell lägen auch beide noch im kalkulierten Kostenrahmen. Verteuerungen aufgrund von Materialengpässen zeichneten sich jedoch ab. Im Tiefbau gebe es zum Beispiel bereits erhebliche Lieferschwierigkeiten. „Für Steine im Moment neun bis zwölf Wochen mit erheblichen Preisaufschlägen.“ Der Neubau des Okeler Kindergartens werde rund 900 000 Euro teurer als urprünglich geplant. Der Umbau des Kindergartens in Gessel liegt derzeit völlig auf Eis und muss 2022 neu veranschlagt werden.

Für das kommende Jahr sieht die Finanzplanung derzeit ein Defizit von fünf Millionen Euro vor. Peter Pawlik sagt voraus: „Das dürften spannende Haushaltsgespräche werden.“

Von Michael Walter

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