DDR-Kultband Puhdys begeistert mit guter Musik und Selbstironie

„Es riecht hier so nach Penatencreme“

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Auf dem Weg in die Rockerrente führte ihre Abschiedstournee die Puhdys am Dienstag ins Syker Theater.

Syke - Von Dagmar Voss. War es jemals so laut im Theatersaal, so voller begeisterter Standing Ovations, Jubel und Pfiffe? Am Dienstagabend jedenfalls wirkte es beim ausverkauften Konzert der Puhdys so, als sei das nicht mehr zu überbieten. Mitsingende und mitklatschende Fans bei fast jedem Stück, nur wenige Male gab es stilles Zuhören, den Text auf sich wirken lassen und etwas Gänsehaut wie bei „Hiroshima“ oder „Perlenfischer“.

Zu ihrer Abschiedstournee „Es war so schön“, bei der eine der letzten Stationen Syke galt, musizierte die einstige Erfolgs-DDR-Band akustisch. Um es dennoch voll klingen zu lassen, hatten sich die fünf Altrocker drei junge Männer als Verstärkung mitgebracht. Unter anderem in Form von musikalischem Nachwuchs wie den Sohn von Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt, der die Percussion an Bongos und anderen Rhythmusinstrumenten lieferte. Oder den Sohn von Dieter „Maschine“ Birr, den dieser als „Urenkel von meinem Opa“ vorstellte. Dazu einen weiteren Keyboarder, der auch am Akkordeon schöne Klänge fabrizierte.

Nicht zu vergessen die drei weiteren Musiker, die den Puhdys seit bald 46 Jahren die Treue gehalten haben: Dieter „Quaster“ Hertrampf (Gitarre, Gesang), Peter „Eingehängt“ Meyer (Keyboard, Saxofon und Querflöte) sowie Peter „Bimbo“ Rasym (Bass).

Songs aus ihrer langen Bandgeschichte hatte die Kultformation im Gepäck. Um die Stimmung musste sich ab dem Auftakt und dann für weitere gut zwei Stunden niemand mehr sorgen. Bei solchen Hymnen wie „Wenn Träume sterben“ oder auch neueren Stücken wie „Es war schön...“ kochte der Saal förmlich.

Immer dabei die humorvollen Ansagen von Maschine oder Quaster: Viele hätten 1974 sicher noch gar nichts von den Puhdys und ihrem Hit „Wenn ein Mensch lebt“ gehört haben können, denn „es riecht hier so nach Penatencreme“.

Oder die witzige Einladung, man möge sich hier in 100 Jahren wieder treffen: Wenn einer etwas früher kommt, macht das nichts“; dazu erklang der Song „Mein zweites Leben“, zu dem Maschine erklärte, dass es ja zur Geburtsurkunde eine Garantie für den Antrag auf ein solches gebe.

Dazwischen stellten die Nachwuchsmusiker ihre Fähigkeiten mal aufs Tapet. So verführte der Zusatz-Keyboarder das Publikum mit ein paar einfachen Akkorden zum klatschenden Dialog. Witzig auch Quasters Soloeinlage als OperettenErfinder oder die von Eingehängt, als er das hohe C unendlich lange durchhalten konnte.

„Die haben sichtlich Spaß an der Musik und das finde ich schön“, freute sich Zuhörerin Martina Franke, gebürtige Stralsunderin. „Ich habe die Rocklegenden noch nie live erlebt, nur mal als Sechsjährige, damals vor 33 Jahren in Stralsund mit Oma vom Fenster aus zugehört, wie sie im Stadion wenige Meter weiter gespielt haben.“

Als es dann zum Schunkeln überging bei „Eine Frage der Ansicht“ war klar, ohne Zugaben würde es an diesem Abend nicht abgehen. Es gab dann noch „Alt wie ein Baum“ und die bekannte Musik aus dem Film „Paul und Paula“. Gekrönt natürlich von der beliebten „Rockerrente“.

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