Unmut bei Gewerbetreibenden und Kunden

B6-Baustelle in Barrien: „...dann kann ich meinen Laden dichtmachen“

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Die Glockenstraße stellt für Barrier die einzige Durchfahrt zum Böse-Markt und zum Kiosk Glückspilz dar. Mitarbeiter der Baufirma haben ihn gestern zur Sackgasse erklärt und so für zusätzliche Verwirrung im Verkehrs-Chaos gesorgt. 

Barrien - Von Frank Jaursch. Tag 1 der einseitigen B-6-Sperrung: Am Mittwoch hat das beauftragte Bauunternehmen damit begonnen, die Fahrbahn zwischen der Krusenberg-Kreuzung in Barrien und Syke abzufräsen. Schnell wurde dabei klar, dass mit der Verkehrsregelung nicht alle wirklich glücklich sind. Im Gegenteil.

„Da scheint einiges im Bereich Organisation fehlgelaufen zu sein“, mutmaßt etwa Kreiszeitungsleser Volkard Wetjen. Er kritisiert den mangelhaften Informationsfluss im Vorfeld.

Als Beispiel nennt er die Verlegung von Haltestellen im öffentlichen Personennahverkehr: Die B-6-Haltestellen „Altes Rathaus“ und „Sparkasse Barrien“ sind für die Dauer der Arbeiten nicht nutzbar, alternativ wurde für die Linien von VGH und Wolters ein Haltepunkt nahe des Biohofs Voigt eingerichtet.

So lässt sich die Baustelle am besten umfahren.

Die Fahrgäste haben, wenn überhaupt, erst in den vergangenen Tagen davon erfahren – weil die Info über die Straßensperrung erst vor Kurzem bei den Verkehrsbetrieben einging, erklärt Toni Gebauer, Disponent bei den Verkehrsbetrieben Grafschaft Hoya (VGH). „Das ist auch für uns ein großes Ärgernis.“

Neue Route für Linienbusse

Kurzfristig musste nicht nur eine neue Route für die Linienbusse erstellt werden, sondern auch die Weitergabe der Veränderung an Fahrgäste „konnten wir daher nur sehr spät machen“. Wo der Informationsfluss stockte – ob etwa bei der Straßenbaubehörde oder beim Baubetreiber – blieb derweil zunächst unklar.

Leidtragende der Sperrung sind zudem die Gewerbetreibenden, deren Geschäfte jetzt nur über Umwege und/oder mit Insider-Kenntnissen erreichbar sind. Rainer Lichtlein vom Kiosk „Glückspilz“ schätzt seine Umsatzeinbußen auf rund 70 Prozent: „Wenn das so über einen längeren Zeitraum läuft – dann kann ich meinen Laden dichtmachen.“

„Katastrophales Schilder-Management“

Auch Georg Rathkamp vom benachbarten Markt „Frisch & Nah“ befürchtet enorme Einbußen – für seinen „Böse-Markt“, aber auch für die angeschlossenen Bäckerei-, Fleischerei- und Fischläden. Er kritisiert vor allem das „katastrophale Schilder-Management“. So wurde die Glockenstraße, die einzige verbliebene Zufahrt für Barrier zu dem Markt, zur Sackgasse erklärt und die Zuwegung zum Parkplatz kurzerhand gesperrt. Und auch die durch die Stadt zugesagte Aufhebung der Einbahnregelung an der Glockenstraße war gestern Nachmittag noch nicht erfolgt, das Vorschriftzeichen 260 („Verbot für Kraftfahrzeuge“) war nicht abgeklebt.

„Die Leute wissen überhaupt nicht, wie sie sich verhalten sollen“, weiß Rathkamp aus Gesprächen mit Kunden. Weder bei den vermeintlich zuständigen Stellen in Nienburg noch in Diepholz habe man ihm helfen können, berichtet er. „Wäre man rechtzeitig auf uns Gewerbetreibende zugekommen, hätte man sicher eine Lösung finden können.“

Sein Vorgänger Jürgen Böse erinnert sich noch an die letzte Rundumsanierung der B 6 in Barrien, die gerade mal elf Jahre her ist. „Das hat Monate gedauert. Aber für uns gab's nie Probleme.“

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