Stadt richtet provisorisches Testzentrum im Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof ein

Corona-Test am Billardtisch

Rainer Schröder nimmt bei seiner Kollegin Sandra Wittrock einen Rachen-Abstrich. Beide testen ab sofort das städtische Personal auf Corona.
+
„Sag mal Aaaaah...“ – Demonstration für die Kamera: Rainer Schröder nimmt bei seiner Kollegin Sandra Wittrock einen Rachen-Abstrich. Beide testen ab sofort das städtische Personal auf Corona.

Syke – Das grüne Tapet ist mit einer schwarzen Holzplatte abgedeckt. Darauf: medizinisches Zubehör, säuberlich arrangiert in Reih und Glied. Wo sonst im Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof die Billardkugeln klackern, testet die Stadtverwaltung jetzt ihre Mitarbeiter auf Corona. Mittwoch geht’s los.

Ab sofort muss die Stadt all ihren Mitarbeitern, die in der Kinderbetreuung tätig sind, einmal wöchentlich einen kostenlosen Schnelltest anbieten. Dazu ist sie verpflichtet. Für die Mitarbeiter ist der Test allerdings freiwillig. Zu diesem Zweck hat die Verwaltung im Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof ein provisorisches Testzentrum eingerichtet. Immer mittwochs stehen dort ab sofort Rainer Schröder und Sandra Wittrock von 6 bis 8 Uhr parat, damit sich Schul- und Kita-Personal vor Dienstbeginn testen lassen kann. Beide haben dafür vergangene Woche eine Schulung absolviert, damit sie die Tests überhaupt abnehmen und auswerten dürfen.

„Fast alle Kitas können bei sich vor Ort testen“, erklärt Bürgermeisterin Suse Laue. Das Testzentrum im Jugendhaus richtet sich in erster Linie an das Schulpersonal. Nicht an die Lehrer – die haben als Beamte die Möglichkeit über das Land kostenlose Tests zu bekommen – sondern an Küchenpersonal, Hausmeister, sozialpädagogische Mitarbeiter, Schulsekretariate und alle anderen, die auf der Gehaltsliste der Stadt stehen.

Etwa 20 Minuten dauert es vom Rachenabstrich bis zum Testergebnis. Getestet wird erstmal nur mit Termin. „Wir bestellen die Leute im Zehnminutenabstand und sind zunächst mal zu zweit hier“, sagt Sandra Wittrock. „Wir wollen ja nicht, dass sich die Leute draußen stauen.“ Danach sieht es momentan nicht aus: Die ersten Anmeldungen kommen eher verhalten. „Wir schauen mal, wie sich das entwickelt. Das muss sich alles einspielen.“

Aber müssten die Mitarbeiter nicht eigentlich sogar jeden Tag getestet werden? Suse Laue erklärt: „Das ist ein etwas komplizierter Test. Relativ teuer und aufwendig. Vor drei Wochen hätten wir den noch gar nicht bekommen, weil er nur für medizinisch geschultes Personal zugelassen war. Die ersten einfachen Schnelltests sind jetzt gerade zugelassen worden. Sandra Wittrock wird sich bemühen, die zu bestellen. Und dann können wir den Testrhythmus erhöhen.“

Bis dahin dürfte es allerdings noch dauern. Sandra Wittrock: „Solche Spucktests für Zuhause kann man zwar schon bestellen, aber die werden noch gar nicht ausgeliefert.“ Auch die aktuellen Abstrich-Tests hatten lange Lieferzeiten. Die hatte die Stadt schon im Dezember bestellt, also längst bevor die Syker Politik das in den Ratsausschüssen gefordert hatte (wir berichteten). Aber die Tests sind jetzt erst gekommen. Sandra Wittrock wundert das nicht. „Wir sind nun mal kein Krankenhaus und keine Arztpraxis. Dann werden wir eben auch zuletzt beliefert.“

Schnelltests ersetzen übrigens keinen Laborbefund. Das Risiko einer Fehlanzeige liegt bei etwa zehn Prozent.

Von Michael Walter

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Westwind besiegt Gegenwind

Westwind besiegt Gegenwind

Westwind besiegt Gegenwind
Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben

Schlimmer Verdacht in Stuhr: Mann soll Kinder sexuell missbraucht haben
„Garden Friends“ statt „Appletree“ in Diepholz

„Garden Friends“ statt „Appletree“ in Diepholz

„Garden Friends“ statt „Appletree“ in Diepholz

Kommentare