Container-Kita Hokus Pokus nimmt den Betrieb auf / Thiele-de Buhr: „Kinder sollen so viel wie möglich selber machen“

Gemütliche Höhle für Zwerge und Drachen

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Eine Delegation um Bürgermeisterin Suse Laue (4.v.l.) und dem Ersten Stadtrat Thomas Kuchem (3.v.l.) verschaffte sich einen Überblick über die neuen Räume in der Kita Hokus Pokus. Den Kindern jedenfalls scheint es dort zu gefallen.

Syke - Von Maik Hanke. Hokus Pokus – für Franka Thiele-de Buhr bedeutet das Vitalität, Freude, Spannung, Enthusiasmus und Zauber. Deswegen sollte der neue Kindergarten an der Ferdinand-Salfer-Straße so heißen, sagt die Leiterin der neuen städtischen Einrichtung. Seit knapp zwei Wochen läuft der Betrieb – und zumindest eine Prise weihnachtlicher Zauber ist schon eingekehrt.

Ein bisschen steril wirken sie noch, die weißen Wände im langen Korridor. Aber am Eingangsbereich haben die Kinder es sich schon ein bisschen heimelig gemacht. Ein Tannenbaum mit Lichterkette steht an der Tür, Tannenzweige und gebastelte Schneeflocken aus Watte baumeln von der Decke. An den Wänden hängen ein paar Weihnachtsbäume aus Papier, die die Kinder bunt bestempelt haben.

Noch ist nicht alles perfekt, aber es wird allmählich. Einiges an Arbeit steht den Verantwortlichen gewiss noch bevor. Die Dekoration ist dabei nur das eine. Es fehlt auch noch die Schallschutzdecke. Und der Garten sieht witterungsbedingt aus wie das Wattenmeer.

Bürgermeisterin Suse Laue ist mit dem aktuellen Stand jedenfalls sehr zufrieden. „Wir sind voll im Zeitplan“, sagt sie. Eigentlich sei man dem Plan sogar voraus. Zunächst wollte man am 23. November lediglich mit den Bauarbeiten fertig sein, tatsächlich sind an dem Tag aber sogar schon 25 Kinder „eingezogen“. Ein paar Plätze sind noch frei.

Die Kinder haben sich schnell eingelebt, machen aus mancher Not eine Tugend. Der große Pappkarton, in dem ein Krippenwagen kam, steht noch im Flur – die Kinder aus der Zwergen- und Drachengruppe nutzen ihn als Häuschen. Oder vielmehr Höhle.

Zwei Gruppen – eine Krippengruppe (die Zwerge) und eine integrative Kindergartengruppe (die Drachen) – haben in dem Container-Komplex mit den 26 Einzelraummodulen und gut 360 Quadratmetern Platz – mehr nicht. Neben den Gruppenräumen muss die Kita viele andere Bereiche unterhalten: etwa einen Ruheraum, Sanitärräume für die Gruppen, einen Mitarbeiterraum und eine Küche.

Man staunt, wie viel Hightech in so einer Container-Kita steckt. Vier Räume haben Fußbodenheizung, die zwei Sanitärräume haben unterschiedlich hohe Mini-Klos und -Waschbecken, und in der Wickelkommode steckt eine ausklappbare Treppe. Gerade die Treppe ist aber mehr als ein nettes Gimmick. Sie entspricht dem Konzept der Kita: Die Kinder immer aktiv mit einzubinden, und wenn es nur darum geht, den Wickeltisch hoch zu kraxeln.

„Die Kinder sollen immer so viel wie möglich selber machen“, sagt Kita-Leiterin Franka Thiele-de Buhr. Das fördere die Selbstständigkeit. Auch im Kindergarten-Alltag werden die Kleinen integriert, bei Vorbereitungen, Projekten – oder bei der Raumgestaltung, wie der Eingangsbereich zeigt.

So schön es in der Kita aber auch werden mag: Die gemieteten Container sind nur Übergangslösung. „Wir gehen erst mal von zwei Jahren aus“, sagt der Erste Stadtrat Thomas Kuchem. Im Augenblick, ergänzt die Bürgermeisterin, sei man dabei, alle Lösungsideen für die Zukunft gegenüberzustellen.

So entsteht womöglich auf der Freifläche vor den Containern ein neuer befestigter Kindergarten. Die Stadt prüft aber auch die Alternativen nochmal, etwa, ob die Kita nicht doch in die Räume der GTS gegenüber passen könnte. Daran wären allerdings hohe Auflagen geknüpft, etwa klare bauliche Trennung zwischen Kita und Schule.

Bis es eine Lösung gibt, werden die bunten Tannenbäume schon lange nicht mehr hängen.

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